München - Zwischen Chelsea und den Bayern steht für Bayer Leverkusen das Derby auf dem Programm: Nur vier Tage nach dem CL-Auftakt an der Stamford Bridge erwartet Bayer 04 den rheinischen Rivalen 1. FC Köln zum Duell. Der HSV strebt gegen Gladbach mal wieder den ersten "Dreier" an. Nürnberg hat die formstarken Bremer zu Gast. Und Augsburg peilt im Aufsteiger-Duell in Berlin den ersten Sieg an (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Bayer 04 Leverkusen - 1. FC Köln

Lang, lang ist's her: Im April 1996 konnte der 1. FC Köln letztmals bei Bayer 04 Leverkusen drei Punkte entführen. Zumindest das vergangene Aufeinandertreffen entschieden die "Domstädter" für sich. Am 32. Spieltag der Vorsaison behielten sie gegen die Bayer-Elf durch zwei Treffer von Milivoje Novakovic mit 2:0 die Oberhand und machte den BVB damit zum Meister.

Diese Niederlage hat auch Rudi Völler noch nicht vergessen. "Das hat uns vor ein paar Monaten sehr weh getan. Da haben wir jetzt noch etwas gutzumachen, für uns und unsere Fans", betont Leverkusens Sportchef. Die "Werkself" will dabei ihre starke Bilanz in der Bundesliga mit zehn Punkten aus den vergangenen vier Partien weiter ausbauen. Für Trainer Robin Dutt ist es das erste rheinische Derby. "Ich mag Derbys, ich bin ein typischer Derby-Trainer. Wir haben die Verantwortung, gegen Köln drei Punkte zu holen", stellt der 46-Jährige ohne Wenn und Aber klar. Zudem kündigt Dutt an, im Vergleich zur 0:2-Niederlage in der Champions League beim FC Chelsea auf zwei, drei Positionen die Aufstellung zu verändern. "Es wird etwas rotiert werden." Michal Kadlec ist noch gesperrt. Leicht angeschlagen sind derzeit noch Eren Derdiyok und Renato Augusto.

Eine Verbesserung im Vergleich zur Vorsaison hatte sich dagegen der 1. FC Köln erhofft. Doch daraus wurde noch nichts. Im Gegenteil. Die "Geißböcke" weisen nach sechs Spieltagen exakt die gleiche Bilanz auf wie vor einem Jahr. Daher überlegt auch Trainer Stale Solbakken etwas zu verändern. "Vielleicht ist der Weg für die Mannschaft nicht der beste im Moment. Das große Ganze mit der Raumdeckung bleibt gleich. Aber ich überlege, wie ich es ihnen in einigen Situationen leichter machen kann." Die 1:2-Heimniederlage gegen den 1. FC Nürnberg war ein herber Rückschlag. "Es ist wichtig, dass bei Ballverlust alle reagieren und mitarbeiten", sagt der Norweger. Das Duell mit dem Nachbarn von der anderen Rheinseite sieht er als Chance für seine Mannschaft: "Wenn wir in Leverkusen etwas holen, kann es ein guter Start für die kommenden Aufgaben sein." Fehlen wird defintiv der rot-gesperrte Außenverteidiger Miso Brecko.




Hamburger SV - Borussia Mönchengladbach

Wer hätte das vor dem Saisonbeginn gedacht? Erstmals seit acht Jahren ist Borussia Mönchengladbach vor einem direkten Duell mit dem Hamburger SV mal wieder vor den Norddeutschen platziert. Und das sogar deutlich. Die "Fohlen" klopfen ganz oben an und sind gegen das noch sieglose Schlusslicht in der Favoritenrolle.

Gladbachs Trainer Lucien Favre warnt aber vor den angeschlagenen Gastgebern. "Die Hamburger Mannschaft, die zum Auftakt in Dortmund verloren hat, ist nicht mehr mit der aktuellen zu vergleichen, denn jetzt sind vier, fünf neue Spieler dabei", meint der Übungsleiter: "Wir sind darauf vorbereitet, dass die Hamburger möglicherweise viel Druck machen werden, denn sie wollen unbedingt zuhause punkten." Die Reise in den hohen Norden nicht antreten kann Mike Hanke. Der Stürmer plagt sich mit einer Innenbandreizung im Knie herum. Torhüter Marc-Andre ter Stegen und Angreifer Igor de Camargo sind dagegen rechtzeitig fit geworden und können auflaufen.

Seine Abwehr in die Pflicht nimmt hingegen HSV-Trainer Michael Oenning, der mit seinem Team gehörig unter Zugzwang steht. "Wir müssen unbedingt die Null halten", fordert der 45-jährige Cheftrainer, der mit den Hanseaten in dieser Saison noch auf einen Sieg wartet. "Ein Tor schießen - das kriegen wir schon hin." Gegen Gladbach muss der Tabellenletzte auf Paolo Guerrero verzichten, nachdem sich der Stürmer beim 0:2 gegen Werder Bremen erneut an der Kapsel im operierten linken Knie verletzt hatte. Dagegen steht Hoffnungsträger Heung-Min Son nach seinem Außenbandanriss wieder im Kader. Ob der 19-Jährige von Beginn an auflaufen wird, will Oenning jedoch erst kurz vor dem Spiel entscheiden.




1. FC Nürnberg - SV Werder Bremen

So gut ist der 1. FC Nürnberg schon lange nicht mehr in eine Bundesliga-Spielzeit gestartet. Drei Siege aus den ersten fünf Spielen gab es zuletzt vor 23 Jahren. Mit viel Selbstvertrauen werden die Franken also den SV Werder Bremen empfangen, obwohl sie gegen die Norddeutschen seit vier Heimspielen sieglos sind.

"Nachdem wir Mannschaften wie Köln oder Berlin geschlagen haben, müssen wir versuchen, den nächsten Schritt zu machen. Gegen Teams wie Hannover oder Dortmund, die vermeintlich besser sind, haben wir verloren. Auch Bremen zähle ich zu diesen Mannschaften. Aber vielleicht können wir sie schlagen", hofft "Club"-Trainer Dieter Hecking. Nicht auflaufen wird neben den Verletzten Daniel Didavi, Per Nilsson, Raphael Schäfer und Patrick Rakovsky der gesperrte Tomas Pekhart. Dafür steht Albert Bunjaku zum zweiten Mal in dieser Saison nach langer Verletzungspause und abgesessener Sperre wieder im Aufgebot. Bunjaku war lange Zeit aufgrund eines Knorpelschadens ausgefallen, lief diese Saison bereits drei Mal für die zweite Mannschaft der "Cluberer" auf und erzielte dabei zwei Treffer.

Die Tabellenführung könnten die Gäste aus Bremen mit einem "Dreier" übernehmen - zumindest für eine Nacht. Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs wird trotz der Chance auf die Spitzenposition aber nicht euphorisch. "Wir haben immer gesagt, dass wir kein Bayern-Jäger sind. Wir sind Punktejäger", so Allofs: "Mittelfristig ist es unser Ziel, wieder in den internationalen Wettbewerb zu kommen." In der Begegnung beim FCN muss Trainer Thomas Schaaf auf Mittelfeldakteur Tim Borowski (Knöchelprobleme) und möglicherweise auch auf Spielmacher Marko Marin (Muskelprobleme) verzichten. Für Marin könnte der ehemalige Nürnberger Mehmet Ekici in die Startelf rücken. Zudem gibt es für den Bremer Innenverteidiger Andreas Wolf, der 14 Jahre in Nürnberg spielte, ein Wiedersehen mit dem Ex-Verein.




1899 Hoffenheim - VfL Wolfsburg

Auf Rekordjagd befindet sich momentan 1899 Hoffenheim. Mit einem Sieg über den VfL Wolfsburg könnten die Kraichgauer erstmals in ihrer Bundesliga-Historie vier Siege nach den ersten sechs Spielen feiern. Einziger Haken: Die Elf von Trainer Holger Stanislawski ist seit fünf Begegnungen gegen die "Wölfe" sieglos.

"Wolfsburg ist körperlich sehr präsent und vor allem bei Standards brandgefährlich. Wir müssen achtsam sein und kompakter stehen als gegen Mainz", warnt der 1899-Coach seine Mannen. Den Cheftrainer plagen momentan große Verletzungssorgen. Mittelfeldspieler Fabian Johnson zog sich einen Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule zu und fällt bis zur vier Wochen aus. Auch Sebastian Rudy und Dominik Kaiser sind angeschlagen. "Wir gehen aber davon aus, dass sie spielen können", äußert sich Stanislawski. Selbiges hätte der Fußballlehrer auch gerne über Sejad Salihovic berichtet. Der Bosnier hat seine Knieverletzung aber noch nicht gänzlich überstanden und muss gegen Wolfsburg noch einmal zuschauen. Weiterhin fehlen werden auch Vedad Ibisevic, Tobias Weis, Boris Vukcevic, Manuel Gulde, Denis Thomalla und Matthias Jaissle, der am Donnerstagvormittag in Basel erfolgreich operiert wurde und eine acht- bis zehnwöchige Pause einlegen muss.

Beim Gegner aus Wolfsburg wird wohl Marwin Hitz erneut den Kasten hüten. Zwar meldete sich Stammtorhüter Diego Benaglio nach einer Daumenverletzung wieder fit und äußerte auch die Hoffnung, spielen zu dürfen, doch VfL-Trainer Felix Magath bremst den Schweizer aus. "Die Spieler sehen es oftmals anders, wollen so schnell wie möglich zurück und gehen dabei auch mehr Risiko. Wir Trainer wählen aber lieber die sichere Seite", sagt der Trainer-Manager. Zudem habe Hitz, der am Sonntag seinen 24. Geburtstag feiert, im Training und vor allem beim 2:1-Erfolg gegen Schalke 04 einen starken Eindruck hinterlassen. Definitiv nicht im Kader werden die routinierten Neuzugänge Alexander Hleb (Aufbautraining), Thomas Hitzlsperger (Meniskusverletzung) und Hasan Salihamidzic (Muskelverletzung) stehen.




Hertha BSC - FC Augsburg

In das Duell der beiden Aufsteiger geht Hertha BSC als Favorit. Während die Augsburger nämlich ihre letzten drei Partien allesamt verloren, gelang den Berlinern mit dem 2:1-Sieg beim Deutschen Meister Borussia Dortmund ein echter Überraschungscoup.

Hertha-Trainer Markus Babbel dämpft vor dem Heimspiel gegen den Mit-Aufsteiger aber die Euphorie. "Das wird ein gefährliches Spiel, denn die Erwartungshaltung ist groß", sagt Babbel und beschwört sein Team: "Wir müssen hochkonzentriert und fokussiert sein. Die Augsburger haben eine gute Qualität, die schlägt man nicht mit links." Dabei fällt Stürmer Adrian Ramos aus. Ob Mittelfeldspieler Patrick Ebert auflaufen kann, ist noch fraglich. Er laboriert an einer Erkältung. Levan Kobiashvili, der zuletzt ebenfalls wegen einer Erkältung mit dem Training ausgesetzt hatte, ist dagegen wieder voll belastbar.

Bereits mit einem Unentschieden zufrieden wäre FCA-Trainer Jos Luhukay. "Wir sind nicht auf Augenhöhe mit Hertha. Sie haben sich mit ihren Ergebnissen gut in der Bundesliga positioniert", lobt der Niederländer den kommenden Gegner. Verzichten muss er neben Paul Verhaegh (Innenbandriss im Knie) und Marcel Ndjeng (Knöchelverletzung) auch auf Dawda Bah (Knieverletzung), Andrew Sinkala (Muskelverletzung) und Stephan Hain (Außenbanddehnung im Knie). "Ich war am Mittwochabend geschockt und auch gestern, als sich auch noch Hain und Sinkala im Training verletzt haben", schildert Luhukay die Ereignisse. Positiv stimmt ihn, dass der zuletzt verletzte Marcel de Jong wieder zur Verfügung steht. "Er ist eine Option für die linke Defensivposition anstelle von Lorenzo Davids." Nando Rafael, der von 2002 bis 2006 bei Hertha spielte, wird nach seiner Verletzungspause womöglich zumindest wieder zum Kader gehören.