Dortmund - Zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 hat es in der Bundesliga-Historie bereits viele denkwürdige Aufeinandertreffen gegeben. Niemand spielte mehr Derbys als Schalke-Idol Klaus Fichtel und Dortmund-Routinier Roman Weidenfeller (je 24), keiner gewann mehr als der heutige BVB-Sportdirektor Michael Zorc (zehn). In Erinnerungen bleiben aber nicht nur Statistiken, sondern vor allem Geschichten.

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Die Vier-Tore-Aufholjagd

25. November 2017: BVB - S04 4:4

0:4 steht es aus königsblauer Sicht nach nur 25 Minuten. Trainer Domenico Tedesco sagt seiner Mannschaft, er wolle nur noch die zweite Halbzeit gewinnen. Der BVB bricht nach dem ersten Gegentor in der 61. Minute aber ein, Naldo köpft in der Nachspielzeit den Ausgleich und krönt das größte Comeback der Derbygeschichte.

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Das Nebelderby

12. November 1966: BVB - S04 6:2

Gerd Henning hatte eine Taktik. "Immer, wenn der Ball in den Nebel geschossen wurde, bin ich hinterhergelaufen. Das war anstrengend, aber okay", berichtet der Schiedsrichter. Denn im Stadion Rote Erde sehen selbst die Spieler kaum die Hand vor Augen. "Wir mussten uns gegenseitig über den Spielstand informieren", sagt Knappe Fichtel. Die Königsblauen verlieren 2:6, drei Tore erzielt Lothar Emmerich. Der sagt später: "Wenn wir etwas gesehen hätten, hätten wir noch höher gewonnen."

Schwarz-gelb gegen Königsblau 1966 - Grau bestimmt das Geschehen © imago

Der Hundebiss

6. September 1969: BVB - S04 1:1

Friedel Rausch liegt bäuchlings auf dem Rasen, einige Männer sitzen und stehen recht ratlos drumherum. "Die Narbe ist ein Andenken für immer", berichtete Rausch, der in der vergangenen Woche mit 77 verstarb, stets. Schäferhund "Rex" hatte herzhaft zugebissen, als Hunderte Schalker im Jubel über das 1:0 durch Hansi Pirkner den Platz stürmten.

Das erste Bundesliga-Derby

7. September 1963: S04 - BVB 3:1

Reinhold Wosab erzielt in der sechsten Minute das erste Revierderby-Tor in der Bundesliga - für den anfangs überlegenen BVB. Dann wird Dortmund schwächer, Schalke trifft dreimal innerhalb von 14 Minuten. In der Rückrunde revanchiert sich die Borussia mit einem 3:0, S04 bleibt erstmals in einem Bundesliga-Spiel torlos.

Lehmanns Tor

19. Dezember 1997: BVB - S04 2:2

Eckball in der Nachspielzeit: Der mit nach vorne gestürmte S04-Torhüter trifft per Kopf zum Ausgleich. Jens Lehmanns Tor ist das erste eines Schlussmanns in der Bundesliga aus dem Spiel heraus.

Fichtels Abschied

22. April 1986: BVB - S04 1:1

Fichtel ist eigentlich als Co-Trainer zu den Gelsenkirchenern zurückgekehrt, spielt aber dann doch wieder - auch in seinem 24. Derby. Er ist damit in der Bundesliga-Ära Rekordhalter vor Zorc - wie nun auch Weidenfeller. Das Spiel endet durch einen spätes Zorc-Treffer per Elfmeter 1:1, sonst wäre Fichtel auch der Mann mit den meisten Siegen im Duell. So hat er neun - und Zorc zehn.

Die verspielte Meisterschaft

12. Mai 2007: BVB - S04 2:0

Dortmund hat eine schwache Saison hinter sich, wird es nicht in den Europapokal schaffen, Schalke spielt um die Meisterschaft. Das Stadion kocht beim Einlaufen der Mannschaften. Und tatsächlich: Der Tabellenführer stolpert, Alex Frei und Ebi Smolarek treffen für die Westfalen. "Gejammert wird erst, wenn alles vorbei ist", sagt Fabian Ernst noch kämpferisch. Das ist es eine Woche später - Meister wird Stuttgart.

Alex Frei und der BVB ärgern S04 © gettyimages / Lars Baron

Möllers Rückkehr

23. September 2000: BVB - S04 0:4

Andreas Möller ist im Sommer vom BVB zum Rivalen gewechselt, macht ein Riesenspiel, feiert vor der Kurve der Knappen. Die Fans singen: "Ohne Möller habt ihr keine Chance!" Am Ende wird er mit Königsblau DFB-Pokalsieger.

Die Drei-Tore-Aufholjagd

13. September 2008: BVB - S04 3:3

Nach einer 3:0-Führung gleitet S04 das Spiel aus der Hand. Jefferson Farfan, Rafinha und Heiko Westermann hatten die Knappen in Front gebracht, Neven Subotic und ein doppelter Frei bescheren dem BVB doch noch den Punktgewinn.

SID