Zusammenfassung

  • Dortmunds Spieler haben zusammen schon 123 Revierderbys bestritten.

  • Auf Schalker Seite haben bisher nur zwei Spieler ein Tor erzielt.

  • Derby-"Methusalix" Weidenfeller kommt wohl nicht zum Einsatz.

Köln - Alle Jahre wieder... - geht es im Ruhrpott so richtig rund! Derby-Time im Revier! Die großen Zwei aus Westfalen treffen sich zum ultimativen Kräftemessen. Borussia Dortmund gegen den FC Schalke 04 steht am Samstag (15.30 Uhr) wieder an. Das Revierderby ist für die Fans der beiden Clubs das wichtigste Spiel des Jahres - und weit mehr als nur der Kampf um drei Punkte.

Schalkes Keeper Ralf Fährmann kennt sich aus im "Spiel der Spiele" an der Ruhr. Immerhin hat der Torwart schon sieben Bundesliga-Duelle und ein Supercup-Match gegen den unliebsamen Nachbarn bestritten. "Das ist kein normales Fußballspiel", sagt Fährmann, der bereits seit 2003 das königsblaue Trikot trägt und es auch in der Jugend häufig mit dem BVB zu tun bekommen hat. Bei den Knappen ist der gebürtige Chemnitzer mittlerweile gemeinsam mit Max Meyer der erfahrenste Derby-Spieler, hat schon so manche Schlacht geschlagen. Und muss nun seinen Kollegen erklären, was Revierderby wirklich bedeutet.

Video: Mythos Revierderby

Denn das Gros der Jungs im aktuellen Schalker Kader betritt am Samstag Neuland. Gleich zehn Spieler haben noch kein einziges Revierderby gespielt, für weitere sieben ist es erst das zweite. Und gerade einmal vier Knappen - neben Fährmann und Meyer noch die zuletzt verletzten Leon Goretzka (4) und Matija Nastasic (3) - haben mehr als zwei Matches gegen den BVB bestritten. Insgesamt kommt der gesamte Schalker Kader auf gerade einmal 36 Revierderbys.

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Mit dieser Zahl kann Roman Weidenfeller schon fast alleine mithalten. 23 Mal hütete der Dortmunder Keeper allein in der Bundesliga das BVB-Tor in Spielen gegen Schalke. Auch wenn der Derby-"Methusalix" der Schwarz-Gelben am Samstag voraussichtlich nur auf der Bank sitzen wird, so kann er seinen Kollegen doch einige Tipps mit auf den Weg geben. Braucht er aber eigentlich nicht. Denn die meisten seiner Mitspieler kennen sich auch so schon gut genug im Nachbarschaftsstreit aus. Immerhin kommt der BVB-Kader auf 123 Bundesliga-Partien gegen Schalke. Mit Nuri Sahin (14), Marcel Schmelzer (12), Neven Subotic (10) und Lukas Piszczek (10) kommen noch vier weitere Spieler auf zweistellige Werte.

BVB-Kader führt deutlich bei Derbysiegen

Spielen werden von dem Quintett allerdings wohl maximal Schmelzer und Sahin. Subotic und Weidenfeller sind nur noch Ergänzungsspieler, Piszczek aktuell verletzt. Dafür springen Stars wie Pierre-Emerick Aubameyang (8), Shinji Kagawa (9), Sokratis (6) oder Mario Götze (5) in die Bresche. Vom Gesamtkader haben schon 14 Spieler mehr als zwei Derbys auf dem Buckel. Jedoch sind mit Dan-Axel Zagadou, Mahmoud Dahoud, Maximilian Philipp, Andrey Yarmolenko und Ömer Toprak auch fünf Stammspieler dabei, die ihre Derby-Premiere feiern.

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Deutlich vorne liegt der BVB auch bei den Derbysiegen. 14 Spieler haben Schalke schon besiegt, sieben durften sogar schon mehr als zwei Erfolge gegen die Knappen feiern. Allen voran natürlich Weidenfeller mit sieben Dreiern. Aber auch Schmelzer (6), Kagawa (5) und Sahin (4) liegen gut im Rennen. Auf Schalker Seite hingegen kennen nur Fährmann und Meyer das Gefühl, den BVB zu schlagen. Gemeinsam feierten sie im September 2014 mit 2:1 ihren einzigen Bundesliga-Sieg gegen Schwarz-Gelb - an Fährmanns 26. Geburtstag. Bei allen anderen Schalkern steht auf der Habenseite noch die Null.

Bosz und Tedesco sind Derbyneulinge

Ähnlich düster sieht es für S04 auch bei den Toren aus. Nur zwei aktuelle Spieler - Max Meyer und Thilo Kehrer - haben gegen die Borussia schon einmal ins Schwarze getroffen und das auch jeweils nur ein Mal. Darüber kann Aubameyang nur schmunzeln. Der Goalgetter netzte gegen Königsblau bereits fünf Mal ein. Kagawa bringt es auf vier Derbytreffer. Torverhältnis der aktuellen Kader: 14:2 für den BVB.

Auf einer Position treffen sich Dortmund und Schalke indes komplett auf Augenhöhe: Sowohl Peter Bosz als auch Domenico Tedesco stehen erstmals in einem Revierderby als Trainer an der Seitenlinie. Historischer Rekordtrainer ist hier Huub Stevens, der Schalke bei 15 Revierderbys in der Bundesliga coachte, gefolgt von Jürgen Klopp mit 14 auf Dortmunder Seite. Bis dahin haben Bosz und Tedesco noch einen weiten Weg vor sich. Doch mit einem Sieg im ersten Match könnten sie sich gleich bei ihren Fans verewigen.

Tobias Schild und Tobias Anding