Ottmar Hitzfeld holt zum finalen Schlag aus, Otto Rehhagel dagegen will den Sturz vermeiden: Im Kampf um die begehrten WM-Tickets gehen die beiden deutschen Trainer-Koryphäen am Samstag mit höchst unterschiedlichen Voraussetzungen in den vorletzten Qualifikationsspieltag der Gruppe 2.

Während sich die von Hitzfeld trainierte Schweiz für die 1:2-Heimblamage gegen Luxemburg revanchieren und durch einen Sieg im Großherzogtum bei Schützenhilfe von Lettland schon den Sack zumachen könnte, steht Rehhagels Griechen das Wasser bis zum Hals.

"Alles hängt von uns ab"

Gegen die punktgleichen Letten muss gewonnen werden, ansonsten droht "Hellas" sogar Platz zwei und damit die Play-off-Spiele zu verpassen. Obwohl die Formkurve der Griechen mit nur einem Sieg aus den vergangenen acht Länderspielen eindeutig nach unten zeigt, ist Rehhagel optimistisch: "Die Wahrheit ist, dass wir qualitativ besser besetzt sind. Wir spielen zu Hause mit dem Publikum im Rücken. Alles hängt von uns ab."

Ein Scheitern in der WM-Qualifikation könnte nach acht Jahren das Aus für die Ehe Rehhagel/Griechenland bedeuten. Der Vertrag zwischen dem Nationaltrainer und dem Verband läuft mit der Qualifikationsrunde aus, die Gespräche über eine weitere Zusammenarbeit wurden auf Eis gelegt. "Erst spielen wir die Quali zu Ende, dann reden wir", sagte der frühere Bundesliga-Coach, der die Griechen 2004 zum sensationellen EM-Titel geführt hatte.

Seitaridis wohl in der Startelf

Rehhagel, der Griechenland zur zweiten WM-Teilnahme nach 1994 führen will, geriet zuletzt wieder in die Kritik. Seine eigenwillige Personalpolitik stößt weiter auf Unverständnis.

Zuletzt sorgte die Nominierung von Giourkas Seitaridis für Wirbel. Der bis vor kurzem noch vereinslose Verteidiger wird gegen Lettland wohl in der Startelf beginnen, obwohl er bei seinem neuen Klub Panathinaikos Athen noch keine einzige Minute gespielt hat.

Revanche für das Hinspiel

Fest im Sattel sitzt dagegen Hitzfeld, der die Vorstellung, das WM-Ticket ausgerechnet in Luxemburg lösen zu können, "speziell" nennt.

Auch bei den Spielern ist die Schmach vom Hinspiel, als man die einzige Quali-Niederlage kassierte und sich bis auf die Knochen blamierte, noch im Hinterkopf. "Einfach wird es nicht. Bei mir persönlich ist das Hinspiel noch sehr präsent", sagte Torhüter Diego Benaglio vom Deutschen Meister VfL Wolfsburg.

Neben den Revanche-Gelüsten und der Aussicht auf die vorzeitige WM-Qualifikation gibt es einen weiteren Anreiz für die Eidgenossen: Angesichts von bislang erzielten 996 Toren wird der Jubiläumsschütze des 1000. Treffers für die Schweizer Nationalmannschaft gesucht.