Porto Cervo/Italien - Bundestrainer Joachim Löw will Shootingstar Marco Reus als Mittelstürmer ausprobieren und sieht darin eine weitere Alternative für die EM in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli). "Ich würde ihn gerne ganz, ganz vorne sehen, im Sturm", hatte Löw auf einer Pressekonferenz am Mittwoch gesagt. "Er hat das zwar noch nicht gespielt, aber bei mir ist das eine Überlegung wert. Ich bin sicher, dass er das gut spielen könnte. Wir müssen das mal im Training probieren."

Reus reagierte am Donnerstag nicht überrascht auf die Idee des Bundestrainers. "Wenn er das testen will, bin ich für alles offen. Wir können es gerne ausprobieren", sagte er dem SID: "Ich habe die Option im Verein praktisch schon gespielt, weil ich mich immer mit Mike Hanke abgewechselt habe. Deshalb denke ich nicht, dass das ein Problem wäre."

Viel Lob vom Bundestrainer



Löw erklärte dies mit der Spielweise des Mönchengladbachers, der nach der EM zum Meister Borussia Dortmund wechselt: "Wenn es eng wird, ist er in der letzten Linie anspielbar, er ist wendig, beweglich und abschlussstark." In Gladbach spielte Reus als hängende Spitze oder auf der offensiven Außenbahn. "Ich freue mich, wenn es nun noch eine weitere Option geben sollte", sagte er.

Der 22-Jährige hatte sein Debüt verletzungsbedingt mehrfach absagen müssen und bringt es so erst auf vier Länderspiele ohne Tor. "In der Nationalmannschaft ist er noch dabei, sich seine ersten Sporen zu verdienen. Aber in der Bundesliga war er sicher einer der Spieler der Saison", sagte Löw.

Die Gedankenspiele um Reus erklären sich vielleicht auch dadurch, dass Löw außer Miroslav Klose, Mario Gomez und dem formschwachen Cacau keinen Stürmer ins vorläufige Aufgebot berufen hat. Hoffnungen hatten sich unter anderem Patrick Helmes, Mike Hanke und Stefan Kießling gemacht.