Dortmund - So wie Marco Reus erging es auch Borussia Dortmund: Beim 0:0 gegen den 1. FC Köln versuchten die Dortmunder alles, aber ein Tor wollte ihnen einfach nicht gelingen. Nach dem Abpfiff zeigte sich Reus trotzdem nicht unzufrieden mit dem Remis.

Der 27-Jährige stellt im Interview die positiven Aspekte heraus, ordnet seinen eigenen Leistungsstand nach der langen Verletzungspause ein und blickt voraus auf die nächste Partie, wenn der BVB die TSG 1899 Hoffenheim zum Showdown um die Champions-League-Plätze zu Gast hat.

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Frage: Marco Reus, wie sind dieses 0:0 gegen Köln und dieser eine Punkt am Ende einzuordnen?

Marco Reus: Ich denke, man kann uns eine Sache vorwerfen – dass wir die Tore nicht gemacht haben. Wir haben uns viele Chancen herausgespielt, hatten viele Möglichkeiten. Aber wir haben eben die Tore nicht gemacht. Darum müssen wir am Ende auch mit diesem einen Punkt leben.

Frage: Sie selbst haben mit allein fünf Torschüssen den Bestwert des Spiels aufgestellt. Woran hat es bei Ihnen gelegen, dass der Ball nicht im Tor gelandet ist?

Reus: Kraft und Präzision – das war der ausschlaggebende Punkt. Aber so ist es halt manchmal. Wir sind uns eigentlich alle einig, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben. Köln hatte in der ersten Halbzeit ein, zwei gute Möglichkeiten. Sonst haben wir dieses Spiel klar dominiert. Wir sind nach dem schweren Spiel in München auch gut reingekommen in die Partie. Am Ende fehlten halt nur die Tore.

Frage: Macht sich insgesamt jetzt in der Mannschaft ein Kräfteverschleiß bemerkbar? Das Spiel gegen Köln war für den BVB schon die neunte Partie im April.

Reus: Man hat hinten heraus schon gesehen, dass die letzten Wochen viel Kraft gekostet haben. Viele sind auch aus Verletzungen wieder zurückgekommen. Mit den vielen wichtigen Spielen, auch gegen richtig gute Gegner, haben wir das dann schon gemerkt. Ich finde, wir haben gegen Köln im Großen und Ganzen trotzdem ein gutes Spiel gezeigt.

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Frage: Der Trainer hat die Mannschaft nach dem Spiel noch einmal in der Kabine zusammengeholt. Was hat er Ihnen mit auf den Weg gegeben?

Reus: Er hat auch noch einmal betont, dass wir uns nichts vorzuwerfen haben außer der Tatsache, das Tor nicht gemacht zu haben. Wir hatten viel Ballbesitz, haben die meisten Zweikämpfe gewonnen und hatten viele Chancen.

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Frage: Haben Sie mit diesem Trainerlob nach einer Nullnummer gerechnet? Thomas Tuchel gilt eher als ehrgeizig.

Reus: Wenn man das Spiel analysiert und wenn man sich die Statistiken anschaut, dann haben wir uns wirklich nichts vorzuwerfen. Das hat der Trainer auch gesehen. Natürlich hätten wir uns alle gewünscht, die drei Punkte zu holen und den Abstand auf Hoffenheim auf Rang vier im Idealfall sogar zu vergrößern. Das ist uns zwar nicht gelungen. Aber so haben wir jetzt am nächsten Wochenende das absolute Endspiel um Platz drei. Dafür müssen wir dann noch einmal alle unsere Kräfte mobilisieren.

Frage: Wie haben Sie den Empfang der Dortmunder Fans für Kölns Neven Subotic empfunden, der nach dem Abpfiff minutenlang gefeiert wurde?

Reus: Neven hat sich genau das verdient. Er hat jahrelang seine Knochen hingehalten für die Borussia und hat hervorragende Spiele für uns gemacht. Der Applaus der Fans für ihn war nur recht. Uns hat es auch alle sehr gefreut.

"Ich glaube, ich bin gut im Soll"

Frage: Wie schätzen Sie Ihren eigenen Leistungsstand nach der langen Verletzungszeit und den letzten Spielen zurzeit ein?

Reus: Ich glaube, ich bin gut im Soll nach der langen Verletzungspause. Ich habe jetzt einige Spiele gemacht, auch über 90 Minuten. Das hat schon Kraft gekostet. Da tut es ganz gut, jetzt mal keine englische Woche zu haben und auch mal ein bisschen regenerieren zu können.

Frage: Der Bundestrainer hat wissen lassen, dass er Sie im Sommer ganz gerne beim Confed Cup dabei hätte. Wie sehen Ihre Pläne aus?

Reus: Das muss man mal sehen. Ich werde sicher vorher nochmal mit dem Bundestrainer sprechen und gemeinsam überlegen, was am sinnvollsten ist. Und dann werden wir eine Entscheidung treffen.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte