Freiburg - Beim 3:0 von Borussia Dortmund in Freiburg zeigen vor allem die beiden Stürmer eine überragende Leistung. Pierre-Emerick Aubameyang überholt durch einen Doppelpack im Breisgau in der ewigen Dortmunder Bestenliste Andreas Möller.

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Das größte Lob für die beiden besten Spieler auf dem Platz kam am Samstag vom Gegner. „Man hatte heute einfach immer das Gefühl, gleich zwei Gegenspieler gegen sich zu haben“, sagte Freiburgs Linksverteidiger Christian Günter und sprach damit für die gesamte Viererkette. Was er damit meinte, war das Gefühl, als Teil einer guten Bundesligamannschaft gegen eine der besten Bundesligamannschaften verloren zu haben. Dortmund wies an diesem Samstag von der ersten bis zur letzten Spielminute nach, dass es das Zeug dazu hat, auch in der kommenden Saison in der Champions League zu spielen – allen Unkenrufen der letzten Wochen zum Trotz.

Dortmunder Offensivwucht

Es war aber auch das Gefühl, das ein Abwehrspieler haben muss, wenn er gegen zwei der herausragenden Angreifer der Liga an einem Tag spielt, an dem die beiden in Bestform auftreten. Immer wieder hatte auch Günter sich auf dem linken Flügel überlaufen und austricksen lassen müssen – vom starken Ousmane Dembélé, von Pierre-Emerick Aubameyang. Oder auch mal von Marco Reus, dem besten Spieler auf dem Platz, der allerdings meist über den linken Flügel in die Mitte zog und so oft Freiburgs rechten Verteidiger Lukas Kübler zum Wahnsinn trieb. Für die Freiburger Defensive, die vier Wochen zuvor gegen die Bayern noch so sattelfest gewirkt hatte, war allerdings die gesamte BVB-Offensivwucht am Samstag nicht zu kontrollieren. „Wir haben über 90 Minuten das Tempo hochgehalten“, freute sich Reus nach dem Spiel in der Freiburger Interviewzone. „Ich glaube, das war heute insgesamt ein sehr starkes Spiel von uns.“

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Unter den Augen von Nationaltrainer Joachim Löw zeigte Reus von Anpfiff an eine brillante Leistung. Der Mann mit der Rückennummer 11 war immer da, wo kurz darauf Gefahr entstand und spielte seine ganze Schnelligkeit, Technik und Spielfreude aus. Ein Treffer blieb dem Blondschopf dabei trotz zweier guter Möglichkeiten, versagt. Doch dafür sicherte er sich einen Assist beim ersten Treffer von Aubameyang (55.), mit dem er das gesamte Spiel über geradezu traumwandlerisch sicher harmonierte.

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Mehr als fünf Spiele lang hatte der Gabuner zuvor in der Liga nicht mehr getroffen. Das fiel allerdings nicht ganz so ins Gewicht, weil er zuvor sage und schreibe 17 Treffer erzielt hatte und alleine an der Spitze der Torjägerliste stand. Die Position muss er nun trotz seiner zwei Treffer teilen – mit Robert Lewandowski, der am Samstag zeitgleich sogar drei Mal gegen den HSV traf. Mit seinen Saisontreffern 18 und 19 schraubte „Auba“ die Zahl seiner Bundesliga-Tore auf 73 und überholte damit Andreas Möller in der ewigen Dortmunder Bestenliste. Er belegt dort nun Rang sechs – pikanterweise hinter einem gewissen Robert Lewandowski, dessen 74 Treffer er aber in dieser Saison mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit übertreffen wird.

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"Erleichterter" Tuchel

Dortmunds Trainer Thomas Tuchel zeigte sich nach dem Spiel dann auch „erleichtert“ über den Doppelpack von Aubameyang: „Du brauchst alles, nur keinen Mittelstürmer, der anfängt nachzudenken. Es ist das Beste für uns alle, wenn Aubanicht mehr nachdenkt, wenn er sich auf die kommenden Aufgaben freut“, zitiert die Dortmunder Homepage den Trainer. Schon am kommenden Dienstag geht es für den BVB weiter. In Lotte wartet ein ambitionierter Drittligist im DFB-Pokal.

Aus Freiburg berichtet Christoph Ruf