Eine lange Verletztenliste und ein schweres Restprogramm: Für den abstiegsbedrohten VfL Bochum kommt es im Saisonendspurt knüppeldick. Drei Auswärtsspiele, darunter bei den Titelaspiranten Hertha BSC und Hamburger SV, und nur noch ein Heimspiel stehen für die Westfalen nach ihrem ersten "Endspiel" gegen Hannover 96 am (Freitag, ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) auf dem Spielplan.

Noch kann es die Mannschaft von Trainer Marcel Koller angesichts von drei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 aus eigener Kraft schaffen.

Kein "Spiel des Jahres"

"Wir müssen jetzt eine Körpersprache haben, die den Abstiegskampf manifestiert", sagte Koller und forderte nach dem Spiel in Bremen, wo seine Mannschaft nach 2:0-Führung noch 2:3 verlor, von seinen Akteuren: "Wir müssen jetzt 90 Minuten Gas geben, nicht nur eine Hälfte."

Von einem "Spiel des Jahres", wie einige die Partie gegen Hannover nannten, will der Schweizer Trainer aber nichts wissen: "Wir sind noch nicht gerettet, wenn wir Hannover schlagen, aber auch noch nicht abgestiegen, wenn wir verlieren sollten."

Einsatz von Sestak fraglich

Doch ausgerechnet jetzt müssen die Bochumer um den Einsatz ihres Top-Torjägers Stanislav Sestak bangen. Der Slowake, der in den letzten drei Partien fünf Mal traf, laboriert seit Wochen an Adduktorenproblemen und konnte in dieser Woche keine Trainingseinheit komplett absolvieren. Am Mittwoch musste er das Training sogar abbrechen.

"Ich werde bei Stani nicht darauf pochen, dass er voll trainiert. Wichtiger ist sein Einsatz am Freitag", sagte Koller und hofft natürlich trotz der Verletzung auf grünes Licht von seinem Hoffnungsträger.

Keine Hoffnungen auf einen Einsatz gibt es bei Sestaks Sturmpartner Diego Klimowicz (Adduktorenanriss) und beim österreichischen Nationalspieler Christian Fuchs (Knorpelprellung im Knie). Für Shinji Ono (Innenbandriss) und Oliver Schröder (Verknöcherung im Oberschenkel) ist die Saison sogar bereits beendet.

Hannover hofft auf ersten Auswärtssieg

Während der VfL am vergangenen Wochenende einen Rückschlag verkraften musste, feierten die Hannoveraner den 2:1-Heimsieg gegen Köln schon wie den Klassenerhalt. "Wir sind noch nicht einhundertprozentig durch, aber ich bin mir sicher, dass die Mannschaft die nötigen Punkte holen wird", sagte Trainer Dieter Hecking: "Wenn wir den Schwung und die Spielfreude mitnehmen, können wir sehr zuversichtlich sein, in Bochum zu punkten."

Ein Sieg im Ruhrgebiet wäre allerdings eine Premiere in dieser Saison. Denn mit zwei Punkten ist Hannover das einzige Team der Liga ohne Auswärtssieg. Im Vergleich zum Spiel gegen Köln stehen kaum personelle Veränderungen an. Einzig Jacek Krzynowek dürfte nach seinen Knieproblemen wieder in den Kader rücken und könnte Gaëtan Krebs aus der Startelf verdrängen.

Die Langzeitverletzten Ismaël, Yankov und Cherundolo fallen ebenso aus wie Vinicius, der nach hartnäckigen Rückenproblemen endlich wieder "erste Gehversuche" unternimmt und bereits in der nächsten Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen soll. Auch Jan Rosenthal wird aufgrund eines Muskelfaserrisses definitiv nicht mit nach Bochum fahren.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Bochum: Fernandes - Concha, Maltritz, Mavraj, Yahia - Imhof - Dabrowski - Freier, Pfertzel, Bönig - Sestak. - Trainer: Koller

Hannover: Enke - Pinto, Eggimann, C. Schulz, Rausch - Balitsch, Andreasen - Stajner, Bruggink, Krebs (Krzynowek) - Hanke. - Trainer: Hecking

Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)