München - Cedric Makiadi gilt beim SC Freiburg als "Mister Zuverlässig". Seit er in den Breisgau wechselte, kam der Deutsch-Kongolese bislang in allen Vorrundenspielen zum Einsatz und auch in der Vorsaison verpasste er wegen einer Gelb-Sperre nur eine Partie.

Warum Makiadi beim Sport-Club als unverzichtbar gilt, wie er den VfL Wolfsburg vor dem Abstieg rettete und hinter welches Lenkrad er sich gerne setzen würde, erfahren Sie hier. Zehn Dinge über Cedric Makiadi, die Sie (vielleicht) noch nicht wussten...

Anfänge

Makiadi erblickte am 23. Februar 1984 in der Demokratischen Republik Kongo das Licht der Welt. Seine fußballerischen Anfänge nahm er jedoch schon in Deutschland: Vom VfB Post SV Lübeck ging es über den Eichholzer SV zum VfB Lübeck. 2002 wechselte Makiadi zum VfL Wolfsburg, wo er seinen ersten Profivertrag unterschrieb und bis 2008 blieb. "An diese Zeit habe ich überwiend positive Erinnerungen. Ich bin dort zum Bundesligaspieler geworden, sogar zum Stammspieler."

Retter

In der Saison 2005/2006 verdankt der VfL Wolfsburg Makiadi den Klassenerhalt. Der damalige Stürmer wurde im letzten Spiel der Saison gegen Kaiserslautern beim Stande von 0:1 eingewechselt, als sich die Schlinge um den Hals der "Wölfe" schon zuzog. Makiadi rettete den VfL mit einem Treffer und einer Torvorlage - und statt der Niedersachsen mussten die "Roten Teufel" dran glauben. Der Lohn: Im Jahr darauf war er Stammspieler in Wolfsburg und kam in 30 der 34 Bundesligapartien zum Einsatz.

Torschützenkönig

In seiner einzigen Zweitligasaison (2008/09) traf er für den MSV Duisburg gleich 16 Mal und wurde zusammen mit Benjamin Auer und Marek Mintal Torschützenkönig im "Unterhaus". Dabei gelang ihm am 5. Spieltag gegen Alemannia Aachen (3:2) in der 1. Hälfte ein lupenreiner Hattrick. Am Ende dieser Spielzeit verpasste er dennoch mit den "Zebras" den erhofften Aufstieg und schloss sich anschließend dem SC Freiburg an.

Verwandlungskünstler

Die Statistik der letzten Saison wirft die Frage auf, wie viele Makiadis der SC eigentlich im Kader hat.: "Hydra" Makiadi wechselte er fast wöchentlich die Rolle - vom Stürmer über den offensiven Mittelfeldspieler, vom Mann vor der Abwehrkette über den Rechtsverteidiger. "In der vergangenen Saison war das nicht so einfach, da bin ich auf verschiedenen Positionen zum Einsatz gekommen. Aber inzwischen fühle ich mich im zentralen Mittelfeld sehr wohl", sagt er selbst.

Spielender Arbeiter

Top-Torschütze Papiss Demba Cisse ist zwar in aller Munde - doch Freiburgs Cheftrainer Robin Dutt hält ebenso viel seinem Mittelfeldmann. "Zusammen mit Yacine Abdessadki hält Makiadi den Laden zusammen", schwärmt der Coach: "Sie sind Gold wert." Dutt spricht beim Deutsch-Kongolesen und dessen Mittelfeldpartner von "spielenden Arbeitern". Die beiden sind so etwas wie die Prototypen des Freiburger Fußball-Stils: Mit läuferischen Aufwand schließen sie viele Lücken, sind stets anspielbar und schalten nach Ballverlusten umgehend auf Abwehrarbeit um.

Fußballbegeisterte Familie

Auch die beiden Brüder von Cedric Makiadi jagen dem runden Leder hinterher. Matondo, mit 22 Jahren der jüngste Sprössling, steht bei beim luxemburgischen Erstligisten Swift Hesperange unter Vertrag, nachdem er in der Saison davor noch bei Eintracht Trier kickte (Foto) und dort Rheinlandpokalsieger wurde. Wegen seines Studiums in Koblenz vollzog der 22-Jährige den Wechsel ins Großherzogtum. Der ein Jahr ältere Fabrice spielte bis zum Ende der vergangenen Spielzeit beim SSV Reutlingen.

Autofan

Auch abseits des Fußballplatzes liebt Makiadi den Rausch der Geschwindigkeit. Nicht weniger als 420 PS hatte er in seinem fahrbarenm Untersatz - einem Audi RS4. "Ich liebe es sportlich zu fahren, aber ich übertreibe es nicht", sagt er. Neben dem Fußball interessiert sich Makiadi deshalb vor allem für den Motorsport - mit einem eindeutigen Favoriten: "In der Formel 1 finde ich das Team Ferrari spitze. Sein großer Traum? "Einmal in einem Aston Martin auf die Rennstrecke zu fahren..."

Daddeln

Nicht ohne meine Playstation - das ist das Motto von Makiadi. Der 26-Jährige hat die Spielekonsole immer dabei, wenn er auf Reisen geht. Nur bei seinem Wechsel von Wolfsburg nach Duisburg war die Playstation für einige Tage in Niedersachsen geblieben - sehr zum Missmut Makiadis, als er mit den "Zebras" im Trainingslager war. "Sie steht noch in Wolfsburg und die Jungs haben ihre vergessen", jammerte er. Wenn Makiadi sein Lieblingsgerät jedoch dabei hat, "nehme ich immer Barcelona, das ist das stärkste Team."

Nationalmannschaft

Deutschland oder Kongo? Nach reiflicher Überlegung entschloss sich Makiadi im Jahr 2007, für sein Geburtsland zu spielen. Das erstes Länderspiel bestritt er am 2. Juni 2007 in der Qualifikation zum Afrika-Cup in Addis Abeba gegen Äthiopien. Bei der 0:1-Niederlage wurde er in der 64. Minute ausgewechselt. Den Zwiespalt und gleichsam die Verbundenheit zu Deutschland unterstrich er bei einem Fotoshooting im Jahr 2009: Makiadi "kombinierte" das DFB-Trikot mit der Hose des zentralafrikanischen Staates.

Arbeitstier

Dass Makiadi ein Kämpfer vor dem Hern ist, belegen die Daten aus der bisherigen Spielzeit: der 26-Jährige ist 2010/11 der meistgefoulte Freiburger in der Bundesliga (32 Mal). Nur neun Bundesligaspieler bestritten in dieser Saison mehr Zweikämpfe als der Deutsch-Kongolese (204, davon 43 Prozent erfolgreich). Offensiv hat Makiadi allerdings noch Luft nach oben: Er verlor ligaweit die meisten Offensivduelle am Boden.