Mailand/Bremen - Stark ersatzgeschwächt ist Werder Bremen in der Champions League beim Gastspiel am Mittwoch (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) beim Pokalverteidiger Inter Mailand nur krasser Außenseiter. "Wir müssen über uns hinauswachsen", fordert daher Geschäfsführer Klaus Allofs.

Kapitän Torsten Frings operiert, Torjäger Claudio Pizarro erneut verletzt, Nationalspieler Clemens Fritz nicht einsatzbereit - ausgerechnet vor der wohl größten Herausforderung in der diesjährigen Gruppenphase der Champions League ist die Personalnot bei Werder Bremen riesengroß.

"Zweikampfstärke und Laufbereitschaft"

"Inter Mailand ist der Titelverteidiger, mehr muss man wohl nicht sagen. Wir müssen schon über uns hinauswachsen", sagte Geschäftsführer Klaus Allofs vor dem Gastspiel in Italien.

Mit spielerischen Mitteln wird man den Gastgebern kaum beikommen können, so setzt man an der Weser notgedrungen auf andere Tugenden. Abwehrchef Per Mertesacker: "Es wird ganz wichtig sein, Dinge wie Zweikampfstärke und Laufbereitschaft in die Waagschale zu werfen." Unter diesen Vorzeichen hatten die Hanseaten am Samstag das Nordderby gegen den Hamburger SV mit 3:2 für sich entschieden.

"Natürlich muss man Respekt vor dem Gegner haben, aber wenn ich Angst hätte, dann wäre ich zuhause geblieben, das wäre völlig falsch", erklärte Daniel Jensen, der glaubt, dass "wir auch trotz der Ausfälle noch einen guten Kader haben. Wir müssen an unsere Qualitäten glauben und das machen wir auch."

Ex-Inter-Profi Arnautovic gibt Tipps

Auch Werder-Trainer Thomas Schaaf erwartet eine extrem schwere Aufgabe. "Natürlich ist Inter der ganz klare Favorit. Es ist schon beeindruckend, was sie personell aufbieten können", erklärte der Coach, der zumindest für die Defensive noch eine Alternative aufbieten könnte. Routinier Petri Pasanen reiste am Dienstag trotz einer noch nicht völlig auskurierten Innenbanddehnung im Knie mit in die lombardische Metropole.

"Inter ist sicher der Favorit, schließlich haben sie in der vergangenen Saison den Titel geholt. Wir werden aber versuchen unsere Qualität einzubringen und die Dinge, die uns stark machen, umzusetzen. Wenn uns das gelingt, dann ist uns auch dort einiges zuzutrauen", erklärt Schaaf.

Auch Marko Arnautovic verbreitete auf dem Flug von Bremen von Mailand vorsichtigen Optimismus. "Wenn man Inter unter Druck setzt, dann kommen auch die Fehler", verkündete der Österreicher, der in der vergangenen Saison zwar zum Inter-Kader gehörte, aber nur zu drei Einsätzen in der Serie A kam. Man wisse in Mailand schon, dass auch Werder eine gute Mannschaft habe.

Inter noch nicht in Topform

Ähnlich wie beim Bundesliga-Zwölften von der Weser lief es in der Tat beim Team von Rafael Benitez zumindest auf der internationalen Bühne sportlich nicht so rund wie gewohnt. In der "Königsklasse" kam man zum Auftakt beim niederländischen Meister Twente Enschede über ein 2:2 nicht hinaus, auch in der Serie A kassierte Inter bei AS Rom die erste Saisonniederlage (0:1).

Dennoch: Alles andere als ein Sieg über die ersatzgeschwächten Bremer wäre für Inter eine Riesenenttäuschung. "Im Spiel nach vorne allerdings müssen wir uns steigern", forderte Benitez. Und meinte damit auch Torjäger Diego Milito, dem Argentinier fehlt noch die Explosivität der vergangenen Spielzeit, als er 30 Tore erzielen konnte und von den gegnerischen Abwehrreihen kaum zu halten war. Derzeit ist es wieder einmal Samuel Eto'o, der die Italiener mit seinen Toren an der Tabellenspitze hält.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Mailand: Julio Cesar - Maicon, Lucio, Cordoba (Samuel), Chivu (Zanetti) - Cambiasso, Motta (Stankovic) - Eto'o, Sneijder, Pandev - Milito. - Trainer: Benitez

Bremen: Wiese - Wesley, Prödl, Mertesacker, Silvestre - Jensen, Bargfrede - Hunt, Arnautovic, Marin - Almeida. - Trainer: Schaaf

Schiedsrichter: Alberto Mallenco (Spanien)