Stuttgart - 1:2 beim VfB verloren und auf den 17. Platz der Tabelle abgerutscht: Der Hamburger SV erlebt einen bitteren 33. Spieltag. Torhüter René Adler spricht über die bedrohliche Lage im Abstiegskampf, den Zustand der Mannschaft und das kommende Endspiel gegen Schalke 04. 

bundesliga.de: René Adler, wie groß ist die Enttäuschung nach dem bitteren 1:2 in Stuttgart?

René Adler: Natürlich sehr groß. Aber man muss ganz klar sagen, dass der VfB Stuttgart in fast allen Belangen die bessere Mannschaft war.

bundesliga.de: Und das, obwohl der HSV den wichtigen Führungstreffer erzielt hatte...

Adler: Wir haben nach dem Tor einfach zu wenig gemacht. Wir sind nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen und haben das Spielfeld nicht eng gemacht. Das werden wir jetzt mit dem Trainer aufarbeiten und danach hoffentlich gegen Schalke besser machen.

"Mit Herz und Leidenschaft agieren"

bundesliga.de: Im letzten Spiel geht es jetzt um alles für den HSV.

Adler: Wir haben es nicht mehr in der eigenen Hand, das fühlt sich beschissen an. Wir müssen jetzt unseren Job gegen Schalke mit einem Sieg erledigen und einfach hoffen, dass die anderen für uns spielen.

bundesliga.de: Wie sah die Taktik des HSV in Stuttgart aus?

Adler: Wir hatten eine ganz klare Marschroute, haben die dann aber verlassen und waren letztlich einfach nicht flexibel genug.

bundesliga.de: Auch eine Frage der Einstellung?

Adler: Man kann keinem Spieler absprechen, dass er nicht will. Der Druck ist jetzt natürlich groß, aber ich kann die Hand für die Mannschaft ins Feuer legen, dass wir mit Herz und Leidenschaft agieren.

"Wir können es noch schaffen"

bundesliga.de: Was sagen Sie zur Bayern-Niederlage in Freiburg. Schon überraschend, oder?

Adler: Bei den Bayern lief in den letzten Wochen einfach auch nicht alles rund, aber die Niederlage ist für uns natürlich ärgerlich. Aber wir hatten lange genug Zeit, die Punkte zu holen und das ist uns leider nicht gelungen. Die Mannschaften, die jetzt unten stehen, stehen da zu Recht.

bundesliga.de: Der Hamburger SV ist jetzt nur noch einen Schritt vom Abstieg entfernt.

Adler: Wir können auch die Tabelle lesen. Die Situation ist prekär, aber wir können es noch schaffen. Da bringt es jetzt nichts, alles in Schutt und Asche zu reden. Ich glaube einfach, dass wir gegen Schalke gewinnen.

Aus Stuttgart berichtet Jens Fischer