Trotz zahlreicher Möglichkeiten trennten sich die Rothosen mit 0:0 von Juventus Turin. Ze Roberto musste mit einer Knöchelverletzung vom Feld getragen werden. Eine genaue Diagnose soll am Montag folgen.

Trainer Armin Veh setzte gegen die Italiener wieder auf das in den ersten Begegnungen fabrizierte 4-2-3-1-System. Diesmal musste er allerdings auf Ruud van Nistelrooy verzichten, der genau wie Jaroslav Drobny vorsorglich zu einem individuellen Training in Hamburg geblieben war. In vorderster Spitze kam Mladen Petric zum Einsatz. Dennis Diekmeier feierte auf der rechten Abwehrseite sein Debüt im HSV-Dress.

Guerrero sorgt für Gefahr

Auf der anderen Seite wartete Veh mit einer Überraschung auf: Ze Roberto durfte als Kapitän hinten links in der Viererkette auflaufen. Das hatte er zuletzt zu Leverkusener Zeiten gespielt.

Im Stadion an der Lübecker Lohmühle entwickelte sich vor 9.000 Zuschauern bei sommerlichen Temperaturen von Anfang an ein munterer Kick. Beide Teams verzeichneten im ersten Durchgang zahlreiche Möglichkeiten. Auf Hamburger Seite setzte sich dabei vor allem Paolo Guerrero in Szene. In der 8. Minute scheiterte er nach einem Alleingang am Pfosten, im weiteren Spielverlauf fand er zweimal in Keeper Marco Motta (18./23.) seinen Meister.

Auch bei der besten Chance des ersten Durchgangs stand der Peruaner im Mittelpunkt. Zunächst schoss er völlig frei vor dem Tor den italienischen Schlussmann an den Körper, im zweiten Versuch legte er quer auf Mladen Petric, der am langen Pfosten aus acht Metern mit der Seite vorbei schob (30.). Bei den Turinern sorgte besonders der Ex-Bremer Diego für Belebung, der in Tomas Rincon einen ständigen Bewacher an seiner Seite hatte. Die beiden besten Möglichkeiten verzeichnete aber der Franzose David Trezeguet, der eine zu kurze Rückgabe von Diekmeier (17.) und einen Kopfball (40.) aber ebenfalls nicht im Tor unterbringen konnte.

Schlag aufs Sprunggelenk - genaue Diagnose am Montag

Im Vergleich zu den bisherigen Testspielen wechselte Armin Veh in der Halbzeit nicht komplett durch, sondern veränderte seine Elf nur auf zwei Positionen. Für Besic und Rincon kamen Tesche und Benjamin in die Partie, die mit einem Petric-Schuss, den Torwart Motta zur Ecke lenkte, begann (49.).

Kurz darauf gab es eine Schrecksekunde für den HSV. Nach einem Foul von Lanzafame kurz hinter der Mittellinie blieb Ze Roberto in der 52. Minute mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen und musste nach kurzer Behandlung mit der Trage vom Feld gebracht werden. "Er hat einen Schlag auf sein operiertes Sprunggelenk bekommen. Es sieht nach aktuellem Stand aber zum Glück nicht schlimmer aus", gab der Trainer nach der Partie bekannt. Am Montag folgt eine genaue Diagnose.

Eingewechselter Berg belebt die Offensive

Nach dem Schock um die Verletzung von Ze Roberto stockte bei beiden Mannschaften zunächst das Offensivspiel. Bis zur Einwechslung von Marcus Berg. Der Schwede stand nur wenige Sekunden auf dem Feld, da verpasste er das Gehäuse nur knapp mit einem Kopfball (59.). Auch die folgenden Möglichkeiten verzeichnete allesamt der eingewechselte Stürmer. In der 75. verhinderte ein Abwehrbein der Italiener aus zwei Metern das sichere 1:0, ehe der Pfosten dem Angreifer bei seinem 20-Meter-Schuss im Weg stand (80.).

In der Schlussphase mussten beide Mannschaften den zahlreichen Wechseln Tribut zollen. Der Spielfluss war dahin, gute Torchancen konnten die Zuschauer nicht mehr bewundern. Leider gab es auch kein Elfmeterschießen um den Holsten Cup, da Juventus Turin schnell zum Flughafen musste. "Wir haben teilweise sehr ansehnlich kombiniert und müssen dieses Spiel eigentlich aufgrund der zahlreichen guten Torchancen für uns entscheiden", analysierte Sportchef Bastian Reinhardt nach dem Schlusspfiff.

HSV: Rost - Diekmeier, Besic (46. Benjamin) , Rozehnal, Zé Roberto (52. Sowah) - Jarolim (81. Tavares) , Rincón (46. Tesche) - Son, Guerrero, Pitroipa - Petric (68. Berg)

Juventus: Storari - Motta (74.Grygera), Legrottaglie, Ferrero, de Ceglie - Ekdal (56. Marrone) , Sissoko (81. Buchel) - Martinez (46. Grosso), Lanzafame - Diego (46. Del Piero) - Trezeguet (46. De Oliveira)