Bremen - Den Sonntag verbrachte der Rekordmann vor dem heimischen Fernseher. Mit seinen Kindern schaute sich Claudio Pizarro die DVD mit seinen 134 Toren in der Bundesliga an.

"Die jubeln bei jedem Tor noch einmal", sagte der Peruaner über den Nachwuchs. Besonders ausgelassen wahrscheinlich bei dem 4:1 für Werder Bremen bei Borussia Mönchengladbach: Der Treffer ließ Pizarro endgültig zum erfolgreichsten ausländischen Torjäger der Bundesliga-Geschichte aufsteigen.

Schaaf schwärmt

Aber nicht nur im Hause Pizarro war die Freude riesig. "Auch meine Freunde in Peru haben auf diesen Augenblick gewartet", sagte der 32-Jährige. Er hat nun ein Tor mehr erzielt als der Brasilianer Giovane Elber, mit dem sich Pizarro die Ehre bis zu diesem Samstag teilen musste.

Eigentlich wollte Claudio Miguel Pizarro aus der Stadt Callao seinen Rekordtreffer schon früher feiern. Tor Nummer 133 hatte der 32-Jährige schon am 8. Mai erzielt. Doch dann machte ihm das Verletzungspech einen Strich durch die Rechnung. Nun hat der Torjäger sein Ziel erreicht und bekam dafür ein Sonderlob von seinem Trainer Thomas Schaaf. "Er ist ein herausragender Spieler mit fantastischen Fähigkeiten. Es war nur eine Frage der Zeit, wann der Treffer fällt", sagte Schaaf.

Weitere Tore sollen an der Weser folgen. "Ich hoffe, er spielt noch sehr lange hier", meinte Schaaf. Mit Pizarro soll Werder in einer bisher mäßig verlaufenen Saison einen deutlichen Aufwärtstrend bekommen. Mit Claudio sei die ganze Mannschaft stärker, an seiner Seite würden auch die anderen Spieler wachsen, sagte der Bremer Geschäftsführer Klaus Allofs. Am Dienstag im Pokalhit bei Titelverteidiger Bayern München hat der Torjäger die nächste Chance, dies unter Beweis zu stellen.

Erfolgsgarant

Wie bereits in der vergangenen Spielzeit. Der Bremer Erfolg hing maßgeblich von seinem Mitwirken und seinen 16 Toren ab. 53 Punkte in 24 Spielen mit Pizarro standen am Ende zu Buche, dem stehen nur acht Zähler in zehn Spielen gegenüber, in denen der Südamerikaner gar nicht oder nur als Joker zur Verfügung stand.

Dass er nach dem Bremer Sieg in Gladbach gleich die Meisterschaft als Ziel ausgab, dürfte dem eher zurückhaltenden Schaaf zwar weniger schmecken. Doch wenn Pizarro weiter so treffsicher ist, dann dürfte der Coach ihm auch solche großspurigen Ankündigungen verzeihen.