Der neue Rekordcoach Christoph Daum will am Sonntag den ersten Schritt Richtung Klassenerhalt des 1. FC Köln machen.

"Ziel ist es, das Stadion in eine Festung zu verwandeln, die eine Basis für viele Punkte liefert", sagte der 54-jährige Daum vor dem Heimauftakt des Bundesliga-Rückkehrers gegen Eintracht Frankfurt mit dem Kölner Ex-Coach Friedhelm Funkel am Sonntag (ab 16:30 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio).

In Köln herrscht wie gewohnt vor Heimspielen der Ausnahmezustand. Natürlich ist das RheinEnergie Stadion mit 50.000 Zuschauern ausverkauft. Schließlich will man den portugiesischen EM-Star Petit und Daum jubeln sehen.

Sieg Nummer 66?

Daum steht gegen Frankfurt zum 131. Mal für den FC an der Seitenlinie in der Bundesliga, einmal mehr als die Legende Hennes Weisweiler. Mit 65 Siegen hat er auch einen mehr als "Don Hennes", Nummer 66 soll eine Woche nach dem 1:2 in Wolfsburg nun hinzukommen.

"Wir müssen die Aufbruchsstimmung, die hier herrscht, mit in das Spiel nehmen. Die Anspannung ist da, aber das ist positiv. Das ist ein Vorstartzustand, der sich, wenn es losgeht, entlädt. Wenn wir 92, 93 Minuten Leidenschaft und Einsatzwillen hochhalten, werden wir das Spiel gewinnen", erklärte Daum am Freitag vor dem ersten Bundesliga-Heimspiel mit dem FC seit 1990.

Funkel an alter Wirkumgsstätte

Für Frankfurts Coach Friedhelm Funkel ist es ein Wiedersehen mit seinem alten Klub, den er 2003 in die Bundesliga zurückgeführt hatte und noch im gleichen Jahr verlassen musste.

"Der Rauswurf in Köln hatte mir wehgetan. Ich war mit Leib und Seele FC-Trainer, wir hatten eine tolle Mannschaft. Ich hatte lange mit dem FC im Kopf nicht abgeschlossen", sagte Funkel vor seiner Rückkehr dem "Express".

Caio noch nicht soweit

In Köln, wo die Eintracht in den letzten fünf Spielen nur einen Punkt holen konnte, wird Funkel in der Startformation wohl wieder auf Rekordeinkauf Caio verzichten. Der Brasilianer hat noch immer Nachholbedarf.

"Er war in einem schlimmen körperlichen Zustand, als er im Sommer zu uns kam, hatte sechs Kilo Übergewicht. Er muss jetzt den Willen zeigen. Großes Potenzial hat er", erklärte Funkel.

Freier in der Startelf

VfL Bochums Coach Marcel Koller setzt seinerseits im Spiel gegen den VfL Wolfsburg erstmals auf Rückkehrer Paul Freier, der von Beginn an spielt.

"Er hat gut trainiert und die Freiheiten genutzt, die er in Leverkusen nicht hatte. Ich hoffe, dass er sich austobt", sagte der Eidgenosse über den einstigen Nationalspieler, der nach vier überwiegend frustrierenden Jahren bei Bayer Leverkusen wieder in die Heimat zurückkehrte.

Magath ohne Grafite

Kollers Gegenüber Felix Magath muss auf den gesperrten Brasilianer Grafite verzichten. Doch weniger diese Personalie, sondern vielmehr die Einstellung seiner Mannschaft bereitete dem einstigen Münchner Meistercoach vor dem Gastspiel beim VfL, gegen den die "Wölfe" letzte Saison beide Spiele verloren (3:5 und 0:1), Kopfzerbrechen.

"Unser Ziel ist es, nach dem Auftaktsieg gegen Köln nun auch in Bochum zu gewinnen. Ich hoffe, dass wir im Vergleich zur letzten Saison noch stabiler sind und auch nach Rückschlägen zurückkommen können. Das zeichnet Mannschaften auf hohem Niveau aus."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

VfL Bochum - VfL Wolfsburg

Bochum:
Fernandes - Pfertzel, Maltritz, Yahia, Christian Fuchs - Imhof - Freier, Dabrowski - Ono - Sestak, Hashemian.

Wolfsburg: Benaglio - Zaccardo, Costa, Barzagli, Schäfer - Josue - Riether, Gentner - Misimovic - Dejagah, Dzeko.

Schiedsrichter: Michael Kempter (Sauldorf)


1. FC Köln - Eintracht Frankfurt (beide Sonntag 17.00 Uhr)

Köln:
Mondragon - Ümit Özat, Geromel, Mohamad, Brecko - Vucicevic, Petit, Antar, Broich - Radu, Novakovic.

Frankfurt: Nikolov - Ochs, Russ, Bellaid, Spycher - Chris, Fink - Steinhöfer, Toski - Liberopoulos, Amanatidis.

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)