München - Die erste Chance, vorzeitig Deutscher Meister zu werden, hat Borussia Dortmund am vergangenen Spieltag verpasst. Nicht nur, weil Bayer Leverkusen gegen Hoffenheim einen "Dreier" einfuhr, auch weil der BVB selbst eine Niederlage in Gladbach kassierte.

Doch die zweite Chance folgt sogleich - während der Samstagskonferenz am 32. Spieltag (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). Allerdings sind die Borussen auch diesmal auf Schützenhilfe angewiesen. Im Tabellenkeller wollen Borussia Mönchengladbach und der VfB Stuttgart wichtige "Dreier" einfahren.

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Borussia Dortmund - 1. FC Nürnberg

Dortmund kann die Meisterschaft feiern, wenn die Mannschaft gegen Nürnberg gewinnt und Bayer gegen Köln kein Sieg gelingt. Sollte Leverkusen im rheinischen Derby verlieren, stünde die Meisterschaft für den BVB auch bei einem Remis gegen den "Club" quasi schon fest. Denn Bayer müsste nicht nur sechs Punkte in zwei Spielen aufholen, sondern auch etwa 20 Tore.

Beim BVB nahmen die angeschlagenen Lucas Barrios und Kevin Großkreutz am Freitag am Abschlusstraining teil und stehen damit gegen den 1. FC Nürnberg zur Verfügung. Die Entscheidung, ob die beiden auflaufen, fällt allerdings erst kurz vor Spielbeginn. Barrios plagten Oberschenkel-Probleme, Großkreutz Beschwerden am Knie.

Der "Club" aus Nürnberg hätte nichts dagegen, die Meisterfeier der Borussia zu verschieben, denn das Team von Trainer Dieter Hecking steckt noch mittendrin im Kampf um Platz 5. Zwei Punkte Abstand sind es nur auf den 1. FSV Mainz 05, der zeitgleich im Derby gegen Eintracht Frankfurt ran muss. "Gegen Mainz waren sechs, sieben Spieler unter Normalform. Einige müssen sich am Riemen reißen", mahnte Hecking und wollte "nicht ausschließen, dass es Veränderungen geben wird". Timothy Chandler wird den Franken aller Voraussicht nach fehlen. Der Abwehrspieler erlitt beim Training am Donnerstagvormittag eine Risswunde auf dem Fußspann und musste genäht werden. Sollte der US-Amerikaner nicht auflaufen können, wird höchstwahrscheinlich Juri Judt in die Anfangsformation rücken.




Hannover 96 - Borussia Mönchengladbach

Hannover kann wie am vergangenen Wochenende gegenüber dem FC Bayern München vorlegen. Momentan beträgt der Abstand zum Rekordmeister einen Zähler, selbst bei einem Sieg der Niedersachsen sowie einer Niederlage der Bayern gegen Schalke hätte man die Champions-League-Qualifikation noch nicht sicher. Eines steht aber auf jeden fall fest - durch den Sieg in Freiburg ist 96 in der kommenden Saison international dabei. "Der Sieg gibt Selbstvertrauen, denn die Europa League haben wir jetzt geschafft, mit der Option auf mehr", freute sich 96-Präsident Martin Kind.

Trainer Mirko Slomka will die Bayern nicht mehr vorbeiziehen lassen. "Wenn wir drei Mal gewinnen, ist es egal, wie Bayern spielt", sagte der 43-Jährige. Mit der Qualifikation für die Europa League sei 96 nicht zufrieden. "Die Mannschaft will mehr", sagte Slomka. Der Coach kann wieder auf die zuletzt gesperrten Didier Ya Konan und Sergio Pinto zurückgreifen. Dagegen fehlt Mittelfeldspieler Carlitos aufgrund einer Kniereizung.

Borussia Mönchengladbach hat am vergangenen Spieltag die "Rote Laterne" abgegeben. Drei Punkte fehlen den "Fohlen" auf den Relegationsplatz, fünf Zähler auf Rang 15. Doch auf die Konkurrenz wollen die Gladbacher gar nicht erst schauen. "Noch zwei Siege aus drei Spielen", ließ Trainer Lucien Favre nach dem Sieg gegen Dortmund verlauten. Mit dieser Punkteausbeute hoffen die Gladbacher den Abstieg doch noch zu verhindern. Favre kann gegen 96 wieder auf Mike Hanke zurückgreifen, der gegen Dortmund gesperrt fehlte. Der ehemalige Hannoveraner hat sich gegen seinen Ex-Club viel vorgenommen: "Ich habe aus dem Hinspiel noch was gut zu machen, schließlich habe ich gegen die Borussia getroffen. Das möchte ich diesmal sehr gerne ändern und dazu beitragen, dass es diesmal andersherum läuft." Igor de Camargo und Dante fallen dagegen aus.




1899 Hoffenheim - VfB Stuttgart

Die Hoffenheimer stecken im Niemandsland der Tabelle, eigentlich geht es für die Spieler um nichts mehr, außer die Saison positiv zu beenden und sich für die kommende Saison unter dem neuen Cheftrainer Holger Stanislawski zu empfehlen. Und was wäre da besser, als einen Sieg im Nachbarschaftsduell mit dem VfB einzufahren.

"Rechnerisch sind sie noch nicht durch. Aber sie haben sich durch den 3:0-Erfolg gegen Hamburg Luft verschafft und wollen mit einem Sieg einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt machen", warnt 1899-Kapitän Andreas Beck, der einst beim VfB den Sprung zum Profi schaffte: "Wir sind heiß auf dieses Spiel, wollen an die gute erste Hälfte in Leverkusen anknüpfen und die drei Punkte unbedingt hier behalten." Trainer Marco Pezzaiuoli steht gegen Stuttgart wieder ein 18-köpfiger Kader zur Verfügung. Andreas Ibertsberger konnte voll trainieren und ist eine Option für die erste Elf. Auch Matthias Jaissle hat sich zurückgemeldet.

Mit einem "Dreier" können die Stuttgarter ihr Punktekonto auf 39 Zähler schrauben, allerdings wird gegen Hoffenheim Cristian Molinaro nach einem Muskelfaserriss im Adduktorenbereich ausfallen. "Wir sind absolut fokussiert auf dieses Spiel, so wie zuletzt immer. Wir haben uns die Situation erarbeitet, dass wir nicht nach den anderen Mannschaften schauen müssen, sondern es selbst in der Hand haben, die Klasse zu halten", erklärt Coach Bruno Labbadia. Fraglich ist auch der Einsatz von Topscorer Martin Harnik, der über Rückenprbleme klagt.




Hamburger SV - SC Freiburg

Rechnerisch wäre für beide Clubs zwar noch Platz 5 möglich, aber die Wahrscheinlichkeit ist bei sechs (Hamburg) sowie acht (Freiburg) Zählern Rückstand auf Mainz sehr gering. Die Hamburger haben seit vier Spielen nicht mehr gewonnen, zuhause gab es zuletzt nur zwei Remis. So plant man auch schon weiter für die kommende Saison. Trainer Michael Oenning unterschrieb am Donnerstag nun seinen neuen Vertrag bis 2013.

Trotzdem will der HSV auch dieses Jahr noch positiv beenden - angefangen mit einem Sieg gegen Freiburg. "Das Spiel soll nicht nebenbei laufen. Alle sollten es als Chance begreifen, weiter Werbung in eigener Sache zu machen", erklärte Oenning. Dabei spricht er vor allem Paolo Guerrero an, der für den verletzten Mladen Petric (Adduktorenzerrung) im Sturm beginnen wird. Sturmpartner des Peruaners wird voraussichtlich Heung-Min Son sein. Die Einsätze von Marcell Jansen und Gojko Kacar sind dagegen fraglich.

Nach der starken Hinrunde mit zwischenzeitlich Platz 4 hat es sich der SC Freiburg mittlerweile auf Platz 8 bequem gemacht, doch die Breisgauer wollen ihr Punktekonto (41) noch etwas aufbessern. "Wir haben in der Hinrunde gegen Hamburg, Gladbach und Leverkusen insgesamt sieben Punkte geholt. Warum sollte das jetzt fürs Saisonfinale kein Ziel sein?", gibt Jan Rosenthal das Ziel für die kommenden Wochen aus. Trainer Robin Dutt ergänzt: "Wir wollen vor Hoffenheim und auch vor Schalke bleiben, und wir können den HSV überholen. Das ist unsere Tabelle." Innenverteidiger Oliver Barth steht dem SCF wieder zur Verfügung, für Felix Bastians kommt das HSV-Spiel noch zu früh.



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