Dortmunds Vorsitzender der Geschäftsführung Hans-Joachim Watzke
Dortmunds Vorsitzender der Geschäftsführung Hans-Joachim Watzke
Bundesliga

Reaktionen sind kontraproduktiv

18 Punkte nach elf Spieltagen. Platz sechs. Die beste Bilanz seit fünf Jahren. Und dennoch gab es erstmals in dieser Saison Pfiffe für den BVB nach dem 1:1 am Sonntag gegen den VfL Bochum.

Denn die Hoffnungen auf den zweiten Heimsieg der Saison hatten sich nicht erfüllt. Bvb.de sprach mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, Hans-Joachim Watzke, über die aktuelle Situation bei Borussia Dortmund.

Frage: Fünf Unentschieden und nur ein Sieg nach sechs Heimspielen: Auf der Pressekonferenz wurde am Sonntag Abend die Frage gestellt, ob Borussia Dortmund von einem "Heimkomplex" geplagt sei?

Hans-Joachim Watzke: Das kann man so nicht sagen, auch wenn es auf den ersten Blick so wirken mag. Wenn man es genauer betrachtet, hatten wir mit Bayern München und Schalke 04 zwei Clubs zu Gast, gegen die man zu Hause durchaus unentschieden spielen darf. Gegen die Bayern waren wir in der ersten Halbzeit klar auf Siegkurs, gegen Schalke haben wir eine spektakuläre Aufholjagd gefeiert. Darüber hinaus wurde im Heimspiel gegen Hannover 96 ein klares Tor nicht anerkannt, das das frühe 2:0 und damit womöglich die Vorentscheidung zu unseren Gunsten bedeutet hätte. Vielleicht wäre das Spiel ähnlich gelaufen wie beim 3:0 gegen Stuttgart, wo uns jeder für unsere tolle Leistung vor eigenem Publikum gelobt hat. Wir dürfen uns keinen Heimkomplex einreden lassen!

Frage: Bleiben die Spiele gegen Berlin und Bochum.

Watzke: Hier haben wir sicherlich Punkte liegen gelassen. Und wenn die Zuschauer mit der Leistung gegen Bochum nicht zufrieden waren, kann ich das gut nachvollziehen. Ich war es, besonders in der ersten Halbzeit, auch nicht.

Frage: Warum lief es im "B1-Derby" nicht rund?

Watzke: Unter anderem auch dadurch, dass man es der Mannschaft nicht leicht macht, wenn einige Spieler zum Ziel der Kritik werden, so wie es in der letzten Saison bei Nelson Valdez und zu Saisonbeginn bei Mohamed Zidan der Fall gewesen ist. Ich beobachte mit großer Skepsis, dass nun Roman Weidenfeller in den Fokus einiger Zuschauer geraten ist, und sich dies im Publikum verbreitet. Diese Reaktion ist zum einen unangebracht, zum anderen kontraproduktiv. Der Trainer und die Mitspieler stehen voll hinter Roman, und ich würde mir wünschen, unsere eigenen Fans würden dies auch tun. Fairness ist das oberste Gebot. Ich appelliere an alle Fans, das ungeschriebene Gesetz zu achten, dass wir Borussen nicht einzelne Spieler heraus picken und an den Pranger stellen. Wir gewinnen gemeinsam, und wir verlieren gemeinsam.