Kaiserslautern - Die Voraussetzungen für das abschließende Duell des 6. Spieltags zwischen Kaiserslautern und Hannover (ab 17 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) könnten unterschiedlicher nicht sein. Während die Gastgeber am vergangenen Mittwoch beim 0:5 bei Borussia Dortmund einen ersten Dämpfer in der noch jungen Saison hinnehmen mussten, tankten die 96er beim 4:1-Erfolg gegen Werder Bremen mächtig Selbstvertrauen.

Die "Roten" stehen nach drei Siegen und einem Remis in fünf Partien mit zehn Punkten auf dem 4. Tabellenplatz - einen ebenso guten Start konnten die Hannoveraner letztmals vor 41 Jahren in der Saison 1969/70 verbuchen.Die Begegnung auf dem Betzenberg ist zudem das 750. Bundesligaspiel der Niedersachsen. Die 96-Fans träumen schon vom Europapokal. "Auf die Tabelle zu gucken, dafür ist es viel zu früh", wiegelte Kapitän Steven Cherundolo jedoch ab und warnte: "Erst wenn wir 40 Punkte haben, können wir weiterreden."

Kuntz glaubt an "richtige Reaktion"

Die Lauterer lecken derweil nach der 0:5-Lehrstunde bei Borussia Dortmund ihre Wunden. FCK-Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz ist sich aber sicher, dass der Aufsteiger keinen psychologischen Knacks erlitten hat und gegen Hannover wieder an die zuvor überzeugenden Auftritte anknüpfen kann: "Am Sonntag wird die richtige Reaktion kommen, so gut kenne ich unsere Mannschaft."

Gegen Hannover soll die Mannschaft jetzt wieder das Gesicht der beiden bisherigen Heimspiele zeigen, als man Bayern München und 1899 Hoffenheim erfolgreich Paroli bieten konnte. Man habe die Partie beim BVB kritisch verarbeitet, erklärte FCK-Coach Marco Kurz: Gegen die 96er werde man die passende Antwort geben.

Auch Tobias Sippel blickt der Partie positiv entgegen. "Wir müssen mit einer hohen Aggressivität zu Werke gehen, mit breiter Brust auftreten und an die eigene Stärke glauben, wie gegen Bayern und Hoffenheim. Hannover spielt im Moment guten Fußball, aber wir müssen unsere Heimspiele gewinnen", erläutert die Nummer eins des FCK. Personell wird sich im Kader der Lautrer im Vergleich zum Dortmund-Spiel nicht viel tun. Alle Akteure, die für die Begegnung im Ruhrpott zur Verfügung standen, sind auch für das Spiel am Sonntag eine Option.

Fromlowitz kehrt an alte Wirkungsstätte zurück

96-Trainer Mirko Slomka schätzt das Team aus der Pfalz, das zunächst furios in die Saison startete, als starken Kontrahenten ein: "Dass Lautern die letzte Partie mir 0:5 verloren hat, ist für uns unerheblich, weil das Team dennoch eine starke Systematik und Physis besitzt. Für uns ist entscheidend, dass wir auf dem Platz und auch gegen die Fans des FCK dagegen halten und uns Respekt verschaffen."

Dass es für Auswärtsteams in Kaiserslautern unangenehm werden kann, weiß Florian Fromlowitz bestens: Der 96-Torhüter spielte von 1992 bis 2006 im Trikot der "Roten Teufel" und denkt gerne an die Atmosphäre im Fritz-Walter-Stadion zurück: "Insbesondere durch die Fans in der Westkurve herrscht eine aufgeheizte Stimmung. Die Anhänger können deshalb ohne weiteres zum zwölften Mann werden."

Slomka kann wohlauf seine Erfolgself setzen kann. Nur hinter Karim Haggui steht derzeit noch ein Fragzeichen. Der Tunesier hat gegen Bremen einen Pferdekuss bekommen und musste am Freitag eine Trainingspause einlegen. Gleiches gilt für Constant Djakpa, der aufgrund eines geschwollenen Knies nur Fahrrad fahren konnte.