Zusammenfassung

  • Naby Keita steht vor seinem letzten halben Jahr in der Bundesliga

  • Im nächsten Sommer wechselt er nach England zum FC Liverpool

  • Vorher hat er mit RB Leipzig noch einiges vor, verrät er im Interview

Leipzig - Nach einer sehr intensiven Hinrunde wird Naby Keita die zweiwöchige Pause mit seiner Familie in Leipzig verbringen. Im Exklusiv-Interview mit bundesliga.de spricht der offensive Mittelfeldspieler aus Guinea über die Bilanz dieser ersten Saison-Hälfte mit RB Leipzig, die Entwicklung seines Klubs und seine Ziele.

bundesliga.de: Naby Keita, welche Bilanz ziehen Sie aus dieser Hinrunde?

Naby Keita: Wir haben zwischendurch ein paar kleine Probleme mit Verletzungen gehabt, aber im Grunde genommen sind wir mit unserem Platz in der Tabelle sehr zufrieden. Auch in den vielleicht schwierigeren Momenten haben wir die Ruhe bewahrt. Wir sind positiv geblieben und haben es sehr gut gemacht. Seit dem Start waren wir immer unter den ersten Fünf, was auch für unsere positive Entwicklung spricht. Auch wenn es uns bewusst ist, dass es alles andere als einfach wird, wollen wir die Saison wenn möglich mit der Qualifikation für den internationalen Wettbewerb abschließen. Wir haben einen starken Charakter und wenn wir weiter hart an uns arbeiten, traue ich uns das auch zu.

bundesliga.de: Leipzigs Konkurrenten heißen in dieser Saison unter anderem Borussia Dortmund, FC Schalke 04 und Bayer 04 Leverkusen. Von welchem dieser Teams sind Sie am meisten überrascht worden?

Keita: Schalke 04 spielt eine sehr konstante Saison. Diese Mannschaft wird immer besser, aber auch wir sind nah an diesem Team dran. Wir werden nicht nachlassen und alles versuchen, nach 34 Spieltagen vor S04 zu landen.

Video: Die Wurzeln von Naby Keita

bundesliga.de: Spüren Sie die Müdigkeit nach so vielen Spielen und der neuen Belastung?

Keita: Klar, denn alle drei Tage ran zu müssen, war für uns alle eine neue Erfahrung. Im Endeffekt sind wir mit dem Spielplan und dieser Herausforderung gut umgegangen. Nun werden wir den wohlverdienten Urlaub genießen und dann 2018 wieder neu angreifen.

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bundesliga.de: Ist Leipzig weiter in seiner Entwicklung als vor einem Jahr?

Keita: Absolut. Wir sind stärker und reifer geworden. In der vergangenen Saison haben wir völlig unbekümmert gespielt, aber in dieser Saison war es mit der neuen Belastung durch die Champions League nicht immer ganz einfach, aber das gehört nun mal dazu und wir haben das bislang alles super angenommen. Wir sind jung, hungrig und wir wollen uns weiter verbessern.

"Mittlerweile sind wir nicht mehr unbekannt oder vielleicht unterschätzt. Dementsprechend müssen wir noch mehr Gas geben, um die Gegner zu bezwingen"

bundesliga.de: Spüren Sie bei Ihren Gegnern mehr Respekt als in der vergangenen Saison?

Keita: Ja, wir werden anders betrachtet. Mittlerweile sind wir nicht mehr unbekannt oder vielleicht unterschätzt. Dementsprechend müssen wir noch mehr Gas geben, um die Gegner zu bezwingen.

bundesliga.de: Mit Kevin Kampl scheint das Zusammenspiel gut zu funktionieren. Ist es einfach mit ihm zu spielen?

Keita: Ja, vor allem durch die Tatsache, dass wir bereits in Salzburg zusammengespielt hatten. Wir kannten uns bereits, was dafür gesorgt hat, dass unsere Automatismen auf dem Platz sofort gegriffen haben. Auch technisch ist Kevin stark und er ist ein sehr intelligenter Spieler.

bundesliga.de: Das erste Bundesliga-Spiel im Jahr 2018 ist das Heimspiel gegen Schalke 04 am 13. Januar. Sind Sie schon heiß auf diese Spitzenpartie?

Keita: Ja, das wird ein Spitzenspiel zwischen zwei Mannschaften, die in der kommenden Saison am liebsten europäisch spielen möchten. Wir wollen eine kleine Revanche, nachdem wir auf Schalke am ersten Spieltag 0:2 verloren hatten. Es ist immer wichtig, mit einem Sieg zu starten um Selbstvertrauen zu tanken.

bundesliga.de: In den letzten Monaten sind Sie mehrfach vom Platz geflogen. Haben Sie nun das Gefühl, reifer geworden zu sein und aus Ihren Fehlern gelernt zu haben?

Keita: Ich denke schon. Und ich habe bei jeder meiner Roten oder Gelb-Roten Karten das Vertrauen meiner Mitspieler und des Trainerstabs weiterhin jederzeit gespürt, was dafür gesorgt hat, dass ich schnell wieder Fuß fassen konnte. Diese Unterstützung war mir sehr wichtig. Frühzeitig vom Platz gehen zu müssen, ist jedes Mal eine schlechte Erinnerung für jeden Spieler.

"Es ist immer schön, gegen große Teams zu gewinnen."

bundesliga.de: Was war die schönste Erinnerung in diesem Jahr 2017?

Keita: Mein Treffer zum 1:0 beim Hamburger SV im September, als ich nach einem schnell ausgeführten Freistoß den Ball nach einem super Schuss ins Tor gezirkelt habe. Das war eine tolle Erfahrung.

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bundesliga.de: Und die Schmerzhafteste?

Keita: Mein Platzverweis gegen den FC Bayern München im DFB-Pokal. Ich fühlte mich sehr gut und spielte auch gut. Diese Rote Karte hat mir weh getan. Bevor ich Leipzig im kommenden Sommer verlassen werde, würde ich gern einmal gegen den FC Bayern gewinnen. Das ist eines meiner Ziele. Es ist immer schön, gegen große Teams zu gewinnen.

Das Interview führte Alexis Menuge