Zusammenfassung

  • RB Leipzig hat die letzten vier Spiele nicht gewonnen

  • Den zweiten Platz hat die Hasenhüttl-Elf weiter fest im Blick

  • Alles Teams vor RBL müssen noch in Leipzig antreten

Leipzig – Nach vier sieglosen Ligaspielen kommt die Winterpause für RB Leipzig nicht ungelegen. In der zweiten Saisonhälfte ist noch (fast) alles möglich.

Nein, so hatten sie sich bei RB Leipzig den Abschluss der Hinrunde nicht vorgestellt. Anstatt, wie vor Jahresfrist, wieder als Tabellenzweiter hinter dem FC Bayern München in die Winterpause zu gehen, reichte es diesmal lediglich zu Rang fünf. Dabei wäre mit einem Sieg gegen Hertha BSC die Vize-Herbstmeisterschaft trotz der zuletzt negativen Serie noch drin gewesen. Den Abschluss der Champions-League-Gruppenphase mit eingerechnet, lagen vier sieglose Pflichtspiele hinter dem Team von Ralph Hasenhüttl.

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Doch auch gegen die Gäste aus Berlin reichte es nicht zu einem Dreier, obwohl die knapp 85 Minuten zu zehnt spielen mussten. "Wir sind viel zu spät ins Spiel gekommen und waren nicht in der Lage, die Unterzahl clever für uns zu nutzen", räumte Hasenhüttl nach der Partie ein. In der Tat wussten die Hausherren mit ihren 75 Prozent Ballbesitz wenig anzufangen. Hinzu kam die Galligkeit der kampfstarken Berliner, mit der die ausgelaugt wirkenden Leipziger ebenfalls nicht gut zurecht kamen.

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"Wir hätten zum Jahresabschluss gern gewonnen und unseren Fans einen Sieg geschenkt", meinte Kapitän Willi Orban, der noch einer der besseren Leipziger war und seine Leistung mit dem Tor zum 1:3 krönte, das seinem Team noch einmal Hoffnung gab. "Wir waren vom Kopf her einfach nicht frisch genug", suchte Orban nach Erklärungen. Fehlende mentale Frische hatten aber auch die Berliner in den vergangenen Wochen beklagt – ihnen gelang es offenbar schneller, den Schalter nochmal umzulegen. Die Sachsen dagegen konnten damit zum ersten Mal in ihrer noch jungen Bundesligageschichte vier Spiele in Folge nicht gewinnen.

Angriff auf Platz zwei

Dennoch gibt es keinen Grund, sich als Anhänger von RB Leipzig ernsthaft zu grämen. Das Team hat im Sommer eine tolle erste Saison im Oberhaus als Vizemeister abgeschlossen, sich in der neuen Spielzeit als Novize in der Champions League achtbar aus der Affäre gezogen und, sieht man vom irreparablen Pokalaus gegen die Bayern ab, noch alle Möglichkeiten, auch die zweite Bundesligasaison erfolgreich abzuschließen. Im Februar steht der Euro-League-Knaller gegen den Tabellenführer der Serie A, den SSC Neapel, ins Haus. Und in der Bundesliga geht es bereits am 13. Januar weiter – ebenfalls mit einem Topspiel: Der FC Schalke 04 gastiert im Leipziger WM-Stadion. Es wird die erste Gelegenheit für das Team von Ralph Hasenhüttl, sich Platz zwei zurückzuholen.

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Willi Orban trifft zum 1:3 gegen Berlin. Für eine Wende kam der Treffer zu spät
Willi Orban trifft zum 1:3 gegen Berlin. Für eine Wende kam der Treffer zu spät © imago / Karina Hessland

Der Österreicher verweist darauf, dass alle Teams, die vor RBL stehen, noch in Leipzig antreten müssen – neben Schalke auch Bayern, Borussia Dortmund und Bayer 04 Leverkusen. "Da müssen wir natürlich anders auftreten" als am Sonntag gegen Hertha, räumt Hasenhüttl ein und fügt an: "Das ist uns klar." Derweil bastelt Sportdirektor Ralf Rangnick weiter am künftigen Team. Die Ausweitung des Kontrakts mit Keeper Peter Gulacsi bis 2022 wurde schon vor dem Hertha-Spiel verkündet. "Ich bin sehr glücklich über meine Vertragsverlängerung. Ich fühle mich hier einfach unglaublich wohl und freue mich auf all die spannenden Aufgaben, die auf uns warten", sagte der Ungar, der eine großartige Hinrunde gespielt hat. Auch weitere Leistungsträger sollen gehalten werden.

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Die kurze Winterpause wird das Team in heimischen Gefilden verbringen. Hasenhüttl will die wenigen Tage nicht noch durch Reisezeiten verringern, sondern im Leipziger Trainingszentrum verbringen. "Wir werden die kommenden Wochen nutzen, um ordentlich zu regenerieren und zu reflektieren, um dann besser in die Rückrunde zu starten", so Hasenhüttl. Vorher gibt es allerdings noch zwei Wochen Weihnachtsurlaub, ehe am 2. Januar am Cottaweg die Rückrundenvorbereitung beginnt.

Aus Leipzig berichtet André Anchuelo