Hamburg – Nach der Auftaktniederlage auf Schalke läuft es beim Vizemeister RB Leipzig schon wieder ganz gut. Am Freitagabend besiegte die Elf von Trainer Ralph Hasenhüttl den bis dato unbesiegten Hamburger SV mit 2:0. Die Leipziger zeigten beim Erfolg in Hamburg, dass sie als Mannschaft weiter gereift sind. Jetzt freut sich RBL auf das Champions League-Debüt gegen Monaco.

Am späten Freitagabend war es am Ende die individuelle Klasse eines Naby Keita und eines überragenden Timo Werner, die den Auswärtssieg in Hamburg bescherte. Dennoch zeigten die Sachsen, dass sie nicht nur spielerisch weiter gereift sind, sondern auch geduldig agieren können. Gegen die defensiv eingestellten und auf Konter lauernden Hamburger waren die Leipziger über die gesamte Spieldauer die bestimmende Mannschaft.

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Keita und Werner mit Traumtoren

Die Tore durch den Distanzschuss von Keita (67.) und den Sololauf von Werner fielen erst nach über einer Stunde Spieldauer. Geduldig legten sich die Gäste den immer müder werdenden Bundesliga-Dino zurecht. „Wir hatten schon in der ersten Hälfte eine Menge guter Möglichkeiten, es hat lediglich das Tor gefehlt. In der Pause haben wir uns dann auf unsere Stärken fokussiert und wussten, dass wir uns noch belohnen werden“, erklärte Trainer Hasenhüttl sein Spielkonzept. Das Volksparkstadion scheint den Leipzigern zu liegen. Schon in der vergangenen Saison gewann der damalige Aufsteiger in Hamburg am dritten Spieltag mit sogar 4:0.

Leipziger Reifeprozess

Vor fast genau einem Jahr überrumpelten die Leipziger den HSV mit erfrischendem Offensiv-Fußball. Am Freitagabend wirkten die Leipziger schon wie eine reife, sehr erfahrene Bundesliga-Mannschaft. Das Durchschnittsalter der Startelf war jedoch sogar für RB-Verhältnisse sehr jung (23,3 Jahre im Durchschnitt). Die Sachsen konnten sogar den krankheitsbedingten Ausfall ihres Topscorers Emil Forsberg verkraften, der gar nicht erst mit in die Hansestadt gereist war. „Wir haben großes Vertrauen in unsere Fähigkeiten und sind topfit. Wir haben geduldig gespielt und wussten, dass der HSV irgendwann müde wird. Man hat gesehen, dass wir noch einmal reifer geworden sind“, stellte Kapitän Willi Orban fest. Auch Linksverteidiger Marcel Halstenberg wusste, dass „wir den HSV irgendwann knacken werden.“ Und genauso kam es.

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In der zweiten Halbzeit erhöhten die Gäste den Druck und drängten die Hamburger weit in die eigene Hälfte zurück. Die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol schaffte es kaum noch für Entlastung zu sorgen. „Wir haben als Auswärtsmannschaft sehr viel Dominanz ausgeübt und am Ende auch verdient mit 2:0 gewonnen“, stellte Hasenhüttl fest. Den HSV-Riegel knackte Naby Keita mit einem Sonntagsschuss am Freitagabend. Nach der Führung hatte der HSV nichts mehr entgegenzusetzen. Eine Viertelstunde vor Schluss krönte dann Timo Werner seine sehr erfolgreiche Woche mit einem Solo aus der eigenen Hälfte. Er ließ die Hamburger Dennis Diekmeier und Gotoku Sakai wie Slalomstangen stehen und blieb auch alleine vor HSV-Keeper Christian Mathenia eiskalt. „Das waren überragende Aktionen von Keita und Werner“, lobte der eingewechselte Yussuf Poulsen.

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Mit Selbstvertrauen gegen Monaco

Nach dem zweiten Sieg in Folge können die Sachsen jetzt mit großem Selbstvertrauen das Abenteuer Champions League angehen. Am Mittwochabend empfangen die Leipziger den AS Monaco. „Das wird für fast alle von uns ein unvergessliches Erlebnis. Es wird ein Gänsehaut-Moment für uns, wenn die Hymne ertönt. Wir spielen gegen den Halbfinalisten der vergangenen Saison, aber besonders zuhause rechnen wir uns Einiges aus“, so Orban und fügte an, „wir sind eine junge Mannschaft und können schnell regenieren.“ Er spielte auf den vollgepackten Terminkalender der Leipziger im September an. In etwas mehr als drei Wochen müssen die Sachsen insgesamt sieben Spiele absolvieren (5x Bundesliga, 2x Champions League). „Es wird ein wahnsinniger September, aber wir freuen uns sehr darauf“, erklärte Marcel Halstenberg. In der aktuellen Form müssen sich die Leipziger auch vor dem AS Monaco nicht verstecken. In der Bundesliga sieht es sowieso eher andersherum aus. Gegen das spielstarke und individuell hochklassige Hasenhüttl-Team spielt keine Mannschaft gerne.

Alexander Barklage