Marcel Sabitzer will Leipzig ins Halbfinale der Champions League führen - © KH via www.imago-images.de/imago images/Karina Hessland
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Fünf Gründe, warum RB Leipzig gegen Atletico Madrid gewinnt

Am 13. August tritt RB Leipzig im Viertelfinale der Champions League gegen Atletico Madrid an. Trotz des Abgangs von Topstürmer Timo Werner will das sich Team von Julian Nagelsmann keinesfalls verstecken und hat die Trümpfe in der K.o.-Phase selbst in der Hand.

In Lissabon findet das Finalturnier statt, und jedes Duell wird in nur einem Spiel entschieden. bundesliga.de nennt fünf Gründe, warum Leipzig gegen die "Los Rojiblancos" gewinnt.

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1) Starke Defensive, hohe Torgefahr

Zum zweiten Mal in Folge sicherte sich RB Leipzig den 3. Platz in der Bundesliga und qualifizierte sich dadurch auch in der nächsten Saison für die Champions League. Einen großen Anteil an dieser konstanten Leistung der letzten Jahre hatte klar die Leipziger Defensive. Nur der FC Bayern München kassierte in der letzten Saison weniger Gegentore (32) als die Sachsen, die 37 Tore zuließen. Gepaart mit den drittmeisten Treffern (81) hinter Bayern (100) und Borussia Dortmund (84) zeigte Leipzig ein starkes Komplettpaket, mit dem sie dem kommenden Gegner aus Madrid definitiv Paroli bieten können.

Timo Werner schoss in der letzten Saison 28 Tore und wurde nur von Robert Lewandowski übertroffen. Dass die Fähigkeiten des Stürmers nach seinem Wechsel zum FC Chelsea in der Offensive fehlen werden, steht außer Frage. Nach der Corona-Pause bewiesen aber auch Spieler wie Christopher Nkunku, Marcel Sabitzer und Patrik Schick ihre Qualitäten, die im Duell mit Atletico wichtig werden könnten. Die Offensive muss gegen das Team von Diego Simeone besonders gut in Form sein: Atletico Madrid gilt als Bollwerk, hat die zweitstärkste Abwehr der Liga und kassierte in acht Champions-League-Spielen nur sieben Tore – eins weniger als Leipzig. Trotz des namhaften Angriffs mit Diego Costa, Joao Felix und Alvaro Morata schoss Madrid nur 47 Ligatore. Sollte die Abwehr von Julian Nagelsmann im Viertelfinale sicher stehen, wird sich die Atletico-Offensive die Zähne an ihr ausbeißen.

2) Spielmacher Sabitzer

"Der Hauptgrund, warum er derzeit anders wahrgenommen wird, ist, dass er mehr Tore schießt und vorbereitet. Er macht das sehr gut." Das waren die Worte von Julian Nagelsmann über Marcel Sabitzer, der sich im Laufe dieser Saison als Vertreter von Kapitän Willi Orban zu einem echten Führungsspieler entwickelte. Vor allem in den internationalen Spielen drehte der Österreicher auf: Kein Leipziger erzielte in dieser Saison mehr Champions-League-Tore (vier) und gab mehr Vorlagen (zwei) als Sabitzer. Vor allem im Achtelfinale gegen Tottenham Hotspur war der Österreicher Dreh- und Angelpunkt und bewies seine Führungsqualitäten.

"Ich habe mir immer mehr Torgefahr aus dem Mittelfeld gewünscht. Marcel setzt das perfekt um und ist dadurch für uns ein wichtiger Spieler", sagte Nagelsmann über Sabitzer, der noch nie ein europäisches Spiel verlor (fünf Siege, zwei Remis). Gegen Atletico hat er die Chance, seinen persönlichen Rekord weiter auszubauen.

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3) Spanier in den eigenen Reihen

Das spanische Duo bestehend aus Angelino und Dani Olmo wurde im Laufe der letzten Saison ein wichtiger Teil des Leipziger Teams. Mit den beiden Akteuren konnte Julian Nagelsmann in entscheidenden Spielen auf eine offensivere 3-4-2-1-Formation umstellen. Die Spanier integrierten sich schnell ins Team, was Nagelsmann lobte: "Ich habe noch nie jemanden gesehen, der sich hier so schnell eingelebt hat wie Angel. Dani entwickelte sich sehr gut als Spieler. Er ist schnell, hat ein hohes Spielverständnis und will immer gewinnen."

Ohne Fans im Stadion wird es für die beiden Spanier leicht, die Taktik und Kommunikation von Atletico zu verstehen. Dadurch könnten sie direkt im Spiel reagieren und bei Bedarf das Trainerteam informieren – ein Pluspunkt für Leipzig.

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Das spanische Duo von RB Leipzig: Dani Olmo und Angelino mit ihrem Dolmetscher Mauricio Sanchez in der Mitte - Roger Petzsche via www.imago-images.de/imago images/Picture Point LE

4) Leistungsträger sind zurück

Durch die Corona-Pause geht die Saison 2019/20, zumindest international, in den dritten Monat der Verlängerung – sehr zum Vorteil für RB Leipzig. Über die letzten Wochen durfte Julian Nagelsmann einige Langzeitverletzte wieder begrüßen. Willi Orban, Tyler Adams, Emil Forsberg, Kevin Kampl und Yussuf Poulsen stehen der Mannschaft wieder zur Verfügung. In der Offensive sorgen Forsberg, der bisher vier Tore und eine Vorlage auf seinem Champions-League-Konto hat, und Poulsen als Allzweckwaffe für mehr Breite.

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5) Der Nagelsmann-Faktor

Wenn RB Leipzig auf Atletico Madrid trifft, ist es auch ein Duell zwischen Julian Nagelsmann und Diego Simeone. Der Trainer der Spanier ist mit 50 Jahren 17 Jahre älter als Nagelsmann, hat bereits 478 Spiele Erfahrung als Atletico-Trainer und gewann sieben Titel. Die nötige Erfahrung bringt der Argentinier für ein Champions-League-Viertelfinale definitiv mit. Vor Leipzig hat Simeone dennoch Respekt: "Im Viertelfinale trifft man immer auf sehr gute Mannschaften und das ist auch diesmal der Fall. Leipzig spielt eine starke Saison und ich bin mir sicher, dass es ein umkämpftes Spiel werden wird."

In seiner noch jungen Zeit als Trainer der TSG Hoffenheim musste sich Nagelsmann bereits gegen Pep Guardiola und Jürgen Klopp, zwei Weltklasse-Trainer, geschlagen geben. Der Triumph mit RB Leipzig gegen Tottenham im Achtelfinale war auch ein Sieg gegen Jose Mourinho, der ebenfalls zu den großen Trainern zählt. Wenn er es taktisch richtig angeht, wird der 33-Jährige ein weiteres Stück Geschichte für RB Leipzig schreiben. In der Vergangenheit bewies er schon oft, dass er das richtige Händchen dafür hat.

Emil Forsberg könnte für Julian Nagelsmann eine entscheidende Rolle spielen - imago images