Gelsenkirchen - Retter Raul soll's richten. Der spanische Weltstar trägt bei Schalke 04 wieder die meisten Hoffnungen - auf einen neuen Festtag zum Europapokal-Jubiläum und weitere Millionen-Einnahmen.

"Es wäre ein toller Erfolg, unter die besten Acht in Europa zu kommen", sagte der 33-Jährige vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League am Mittwoch gegen den FC Valencia (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker). Der Spanier, der die "Königsblauen" mit seinem Kopfballtor in München ins Pokalfinale führte, ist so etwas wie Felix Magaths Lebensversicherung: Sieben der letzten 13 Schalker Treffer erzielte der Stürmerstar. "Er ist ein außergewöhnlicher Spieler", sagte Magath, "natürlich haben wir die Hoffnung, dass er wieder trifft."

"Valencia gefährlicher als im Hinspiel"

Mit dem Ausgleich zum 1:1 im Hinspiel krönte Raul nicht nur seine Rückkehr nach Spanien, sondern schuf den Gelsenkirchenern auch eine gute Ausgangsposition. Bereits ein 0:0 würde reichen, um ins Viertelfinale einzuziehen. "Es wäre aber zu gefährlich, auf ein 0:0 zu spielen", fordert Magath Offensivgeist: "Ein unachtsamer Moment in der Schlussphase, und alles wäre dahin."

Und auch Raul warnt. "Ich erwarte Valencia noch gefährlicher als im Hinspiel", so der Spanier, "wir haben einen kleinen Vorteil. Aber sie haben die Fähigkeit, den Spieß noch umzudrehen." Für den Europapokal-Rekordtorschützen ist auch das 138. Spiel in der "Königsklasse" noch etwas Besonderes: "Immer, wenn ich die Hymne der Champions League höre, bekomme ich ein ganz merkwürdiges Gefühl - eine Gänsehaut."

69 seiner 71 Europacup-Treffer erzielte er in diesem Wettbewerb, "die besondere Beziehung zwischen Raul und der Champions League wird immer bleiben", sagt er, "egal, was passiert." Denn diese Beziehung könnte auch schnell enden: "Man weiß nie, es könnte ja auch mein letztes Spiel in der Champions League sein." In der nächsten Saison bliebe dem Weltstar mit Schalke nur die Europa League, wenn er am 21. Mai in Berlin den ersten nationalen Pokal seiner grandiosen Karriere gewinnt und seinen Vertrag bis 2012 erfüllt.

"Nicht auf Teufel komm raus stürmen"

Doch zunächst mal denken die Schalker nur an das Achtelfinal-Rückspiel - und da bewertet auch Peer Kluge die Ausgangslage als positiv: "Es ist schon wichtig, dass wir ein Auswärtstor erzielt haben", erklärt der Mittelfeldspieler, "deswegen müssen wir nicht auf Teufel komm raus stürmen."

Darüber hinaus wertet der Mittelfeldspieler es als Vorteil, dass das erste Achtelfinal-Spiel in Spanien stattgefunden hat. "Beim Rückspiel in der Arena haben wir den großen Vorteil, die eigenen Fans im Rücken zu haben", ist er zuversichtlich. "So gesehen spricht vieles für uns, aber so ein Spiel muss erstmal gespielt werden." Auch Trainer Magath sieht die "Fans als wichtigen Faktor". "Die Mannschaft braucht die Unterstützung, das hilft ihr ungemein. Zudem können wir den Gegner mit einer stimmungsvollen Kulisse beeindrucken", so der 57-Jährige.

Ohne Huntelaar, Schmitz und Annan

Zuversichtlich sollte die "Königsblauen" außerdem stimmen, dass sie ihre bislang stärksten Saisonleistungen regelmäßig auf der internationalen Bühne gebracht haben. In der heimischen Arena feierten sie Fußball-Feste: 2:0 gegen Benfica Lissabon, 3:1 gegen Hapoel Tel Aviv und 3:0 gegen Olympique Lyon.

Verzichten müssen sie gegen Valencia, den aktuellen Tabellendritten der Primera Division, der beflügelt von einem 2:1-Auswärtssieg beim RCD Mallorca anreist, allerdings auf den gesperrten Linksverteidiger Lukas Schmitz, den nicht spielberechtigten Neuzugang Anthony Annan und den verletzten Klaas-Jan Huntelaar. Der 27-jährige Angreifer macht nach seiner Innenbanddehnung im rechten Knie zwar Fortschritte, spielfähig ist er aber noch nicht. "Es hat leider nicht gereicht", erklärte Magath.


Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Schalke: Neuer - Uchida, Höwedes, Metzelder, Sarpei (Escudero) - Kluge, Matip - Farfan, Jurado - Raul, Gavranovic (Edu)

Valencia: Guaita - Bruno, Ricardo Costa, Navarro, Mathieu - Tino Costa, Banega - Joaquin, Mata, Pablo Hernandez - Soldado

Schiedsrichter: Jonas Eriksson (Schweden)