Die Bundesliga-Stiftung besuchte im Rahmen der Weltmeisterschaft in Südafrika mit einer Delegation um Liga-Präsident Dr. Reinhard Rauball das von ihr geförderte Projekt "Kick it - Choose life", das Kinder im Township Soshanguve in der Nähe von Pretoria über die Gefahren von Gewalt, Aids und Drogen aufklärt.

"Wir wollen den Kindern die Gewissheit geben, dass sich jemand für ihr Schicksal interessiert", sagte Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball nach einem bewegenden Besuch.

Dramatische Lage

Gemeinsam mit Fecht-Olympiasiegerin Britta Heidemann und Uwe Seeler konnte sich Rauball am Montag ein Bild von der bislang erfolgreichen Arbeit der Bundesliga-Stiftung am Kap der guten Hoffnung machen. "Es ist wirklich nicht einfach, diese Eindrücke zu verarbeiten. Aber wir haben bestätigt bekommen, wie wichtig es ist, den Kindern eine Hand zu reichen und ihnen Hoffnung zu geben", sagte Rauball nach zwei Stunden im Township.

Bereits auf der Hinfahrt bekam die Delegation um Rauball und Stiftungs-Geschäftsführer Kurt Gaugler einen Eindruck davon, wie dramatisch die Lage vor Ort tatsächlich ist. In Soshanguve leben rund eine Millionen Menschen auf engstem Raum in Wellblechhütten, die Strom und Wasserversorgung ist mangelhaft. Auf den Friedhöfen liegen Tausende Aids-Tote, Menschen zwischen 25 und 40 Jahren sind in dem Township deshalb kaum noch zu finden. Die Kinder wachsen zumeist ohne Eltern auf, deshalb übernehmen sogenannte "Coaches" bei der Aids-, Gewalt- und Drogenprävention als Ersatz-Eltern die Persönlichkeitsbildung.

Die "Coaches" kommen direkt aus dem Township. Aus den Händen von Rauball, Seeler, Gaugler und Liga-Vize Peter Peters erhielten sie nagelneue Trainingsanzüge. Bereits im vergangenen Jahr brachte die Stiftung den Kindern Trikots, T-Shirts und Bälle mit. Damals war Kaiser Franz Beckenbauer mit der Stiftung nach Soshanguve gereist.

"Wir versuchen, den Kindern die Gefahren zu vermitteln"

"Projekte wie 'Kick it - Choose Life' können dazu beitragen, langfristig etwas zu verändern. Kinder kann man noch leiten, man kann sie noch auf den richtigen Weg bringen und ihnen helfen. Und wir werden gerne helfen", sagte Gaugler. Projekt-Trainerin Porfia Mafokwane erklärte: "Wir versuchen, den Kindern die Gefahren, die das Aufwachsen in den Armenvierteln mit sich bringt, zu vermitteln. Das ist sehr wichtig."

Vermittelt werden akute Gefahren wie das Thema HIV/Aids über Spielformen auf dem Fußballplatz. Dabei ist der Ball stets das Kondom. Die Kinder spielen fangen, wer abgeklatscht wird, ist mit dem Virus infiziert und versucht, andere Spielgefährten zu fangen. Sicher ist nur, wer den Ball in der Hand hat. Der Ball als Symbol für das überlebenswichtige Kondom. "Wichtig ist, dass sich das langfristig in den Köpfen der Kinder festsetzt", sagte Degen-Olympiasiegerin Heidemann, die als Repräsentantin der Bundesliga-Stiftung fünf Tage in Südafrika verbringt.

Heidemann ist für die Bundesliga-Stiftung ohnehin Gold wert. Ohne Berührungsängste nahm die 27-Jährige an allen Spielformen teil, die Kinder waren begeistert vom großen Engagement der aktuell besten Degenfechterin der Welt. "Es war einfach Wahnsinn, wie glücklich die Kinder bei den Spielen rumgetollt sind. Ich hoffe, dass sich das Thema Prävention langfristig in den Köpfen der Kinder festsetzt. Es darf nicht nur eine vorübergehende Sache sein", sagte Heidemann, die Mitte Juli bei der Fecht-EM in Leipzig als Favoritin an den Start geht.