Manchmal ist ein Aufstieg ein Abstieg. Und manchmal ist ein Abstieg auch ein Aufstieg. Was seltsam und unlogisch klingen mag, war für Raphael Schäfer Realität. Denn erst der Schritt zurück brachte ihn wieder nach vorne.

Dabei hätte der Torhüter am Ende der Saison 2006/07 nicht glücklicher sein können. Mit 48 Punkten beendete der 1. FC Nürnberg die Spielzeit auf einem sensationellen 6. Platz. Schäfer selbst war Rückhalt der besten Abwehr der Bundesliga. Nur 32 Gegentore kassierten die Franken, bei denen der Keeper seit 2001 zwischen den Pfosten stand.

Berg- und Talfahrt

Und es kam noch besser, viel besser. Im Finale des DFB-Pokals setzte sich Nürnberg überraschend gegen den frisch gekürten Meister aus Stuttgart in der Verlängerung mit 3:2 durch. Als "Club"-Kapitän durfte Schäfer die Trophäe entgegennehmen.

Anschließend wechselte der Keeper ausgerechnet nach Stuttgart. Doch was als Aufstieg in seiner jungen Karriere gewertet wurde, endete mit einer bitteren Saison. Was mit Auftritten in der Champions League begonnen hatte, endete mit einem Stammplatz auf der Stuttgarter Ersatzbank.

Katastrophenjahr

"Es war ein schweres Jahr. Ich habe mich am Ende ja kaum mehr auf die Straße getraut", sagte der gebürtige Oberschlesier in einem Interview rückblickend. "Es kam einiges zusammen. Dann sind mir Dinge passiert, die ich von mir gar nicht kannte. Ich fragte mich: Was hast du da gemacht?"

Dies fragte man sich auch beim "Club". Die Nürnberger, die mit großen Ambitionen in die Saison 2007/08 gestartet waren, erlebten einen ähnlichen Absturz wie ihr Ex-Torwart und stiegen am Ende sogar in die 2. Bundesliga ab.

Gemeinsam stark

Kaum war der Schlusspfiff für die Saison ertönt, setzten sich beide Seiten wieder zusammen. Man hätte sich nie trennen dürfen, lautete der Tenor beider Parteien und so fand man nach nur einem Jahr Trennung wieder zueinander. In der 2. Bundesliga. Und aus dem Abstieg wurde ein Aufstieg.

Schäfer war wie ausgewechselt. Er zeigte die Leistungen, die ihn zwei Jahre zuvor so unverzichtbar gemacht hatten und reifte zum Führungsspieler. Und nach 51 Gegentoren im Abstiegsjahr ohne Schäfer folgte die Aufstiegssaison mit nur 29 Gegentreffern mit Schäfer.

"Es ist etwas Besonderes, beim ‚Club‘ zu spielen", erklärte der Torhüter stolz. Es scheint, als habe die "Trennung auf Zeit" beide Seiten nur noch näher zusammengebracht.

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