Gelsenkirchen - Ralf Rangnick gibt die Verantwortung als Chef-Trainer des FC Schalke 04 mit sofortiger Wirkung und schweren Herzens ab. Aufgrund eines Erschöpfungssyndroms ist der 53-Jährige momentan nicht in der Lage, die Kraft und Energie aufzubringen, um dem Team des aktuellen DFB-Pokalsiegers die notwendigen Impulse zur Weiterentwicklung zu geben.

"Nach langer und reiflicher Überlegung bin ich zum Entschluss gekommen, dass ich eine Pause brauche. Die Entscheidung so zu treffen, ist mir unheimlich schwer gefallen. Doch mein derzeitiger Energielevel reicht nicht aus, um erfolgreich zu sein und insbesondere die Mannschaft und den Verein in ihrer sportlichen Entwicklung voranzubringen", erklärt Rangnick. "Diesen Schritt gehe ich daher auch im Sinne meines Teams, denen ich für den weiteren Saisonverlauf den größtmöglichen Erfolg wünsche."

Intensive Gespräche mit den Verantwortlichen

Bereits nach seiner sehr ereignisreichen Amtszeit bei 1899 Hoffenheim, die zu Beginn des Jahres endete, hatte Rangnick immer wieder betont, zunächst eine längere Pause bis zum 1. Juli 2011 einlegen zu wollen, um die Akkus wieder voll aufzuladen.

Doch nach intensiven Gesprächen mit den Verantwortlichen des FC Schalke 04 entschied sich der gebürtige Backnanger, die Aufgabe bereits Ende März und damit deutlich früher als ursprünglich geplant anzutreten und dem Verein in seiner damaligen Situation zu helfen.

Alle gesteckten Ziele erreicht

Am Ende wurden mit dem Erreichen des Halbfinales in der Champions League, dem Klassenerhalt in der Bundesliga sowie dem Gewinn des DFB-Pokals alle gesteckten Ziele erreicht. Zudem konnte sich Rangnick aufgrund seines vorzeitigen Amtsantrittes ein sehr genaues Bild von der Mannschaft machen und zusammen mit Horst Heldt die notwendigen Entscheidungen im Hinblick auf die sportliche Neuausrichtung im Sommer treffen.

In dieser Saison qualifizierte sich der FC Schalke 04 für die Gruppenphase der Europa League, nachdem die "Knappen" in den Play-Off-Spielen den finnischen Meister HJK Helsinki ausgeschaltet hatten.

"Entscheidung verdient höchste Achtung"

"Die Entscheidung von Ralf Rangnick verdient höchste Achtung. Wir sind ebenso der Auffassung, dass die Gesundheit in jedem Fall Vorrang vor allen beruflichen Zielen und Herausforderungen haben sollte", erklärte Schalkes Manager Heldt.

Clemens Tönnies, S04-Aufsichtsratsvorsitzender, schlägt in die gleiche Kerbe: "Wir sind außerordentlich froh und sehen es als mutigen Schritt und als Vertrauensbeweis an, dass Ralf Rangnick sich uns offenbart hat. Für den FC Schalke 04 ist das eine bittere Entwicklung, da wir uns in einer Phase befinden, in der alle im Klub an einem Strang ziehen und es Schritt für Schritt in die richtige Richtung geht. Jetzt aber hat die Gesundheit von Ralf Rangnick absolute Priorität und er bekommt von uns jede Rückendeckung und jede gewünschte Unterstützung. Wir wünschen ihm alles erdenklich Gute, vor allem aber eine baldige und vollständige Genesung. Über die Frage, wer künftig das Amt des Chef-Trainers übernehmen wird, werden wir in aller Ruhe beraten und entscheiden."

Bis auf Weiteres wird sich Rangnick nun vorerst vollständig zurückziehen, um die notwendig gewordene Auszeit bestmöglich nutzen zu können." Beim Heimspiel gegen den SC Freiburg am kommenden Samstag (24.9.) betreut Seppo Eichkorn die Mannschaft als Interimstrainer.