Leverkusen, Dortmund und Stuttgart wollen Werder Bremen noch vom Champions-League-Platz 3 verdrängen. Am 33. Spieltag (alle Partien Sa., ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio!) kommt es zum Fernduell. In Frankfurt geht es nur noch um die B-Note.

Bayer 04 Leverkusen - Hertha BSC

Während Bayer 04 Leverkusen das Saisonziel erreicht hat und von der Champions League träumt, könnten alle Hoffnungen der Hertha am Samstagnachmittag schon ein Ende haben. Gewinnen die Berliner in Leverkusen nicht, stehen sie schon vor dem 34. Spieltag als Absteiger fest.

Für die Hertha wäre es der fünfte Abstieg aus der Bundesliga nach 1965, 1980, 1983 und 1991, trotz der schier aussichtslosen Lage (fünf Punkte Rückstand aufs rettende Ufer, das letzte Saisonspiel gegen den FC Bayern) wollen die Hauptstädter aber noch nicht aufgeben. "Wir müssen die letzten beiden Partien mit vollem Elan und Risiko angehen. Wir müssen uns zerreißen und bis an unser Limit gehen", fordert Urgestein Pal Dardai.

Die Hürde bei der "Werkself" scheint aber kaum überwindbar. "Leverkusen wird offensiv aufgestellt und ausgerichtet sein, wodurch sich für uns Räume ergeben, die es zu nutzen gilt. Auch wir müssen mutig nach vorne spielen und dürfen uns nicht verstecken", erklärt Hertha-Trainer Friedhelm Funkel trotzdem. Bis auf seine Langzeitverletzten muss er lediglich auf den Gelb-gesperrten Levan Kobiashvili verzichten. Der Linksverteidiger wird durch Marc Stein ersetzt.

Adler vor Blitzcomeback

Bei Bayer ist die Stimmung nach dem 3:0 gegen Hannover am 32. Spieltag wieder deutlich besser als in den Wochen zuvor. Nur zwei Tore liegen die Gastgeber noch hinter dem derzeit Drittplatzierten Werder Bremen. Zudem ist die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb fix. Für Trainer Jupp Heynckes ist das schon "ein Superergebnis und alles andere wäre das Sahnehäubchen".

Der Coach, für den ein Erfolg gegen die Hertha der 250. seiner Karriere als Bundesligatrainer wäre, macht aber klar, dass sein Team das Sahnehäubchen Champions League unbedingt auf der Saisontorte haben möchte: "Die Mannschaft hat in dieser Woche wieder sehr akribisch und konzentriert gearbeitet und ich glaube, dass sie wieder attraktiver und beschwingter spielen wird."

Vor allem von der Personalfront gibt es für die Leverkusener nur gute Nachrichten. Gonzalo Castro (Oberschenkelverletzung) und Tranquillo Barnetta (zuletzt gesperrt) kehren in die Startelf zurück, auch Daniel Schwaab (Rot-Sperre) und Lars Bender stehen als Alternativen zur Verfügung. Noch erstaunlicher: Sogar Rene Adler (Rippenbruch) könnte nach nur einem Spiel Pause zwischen die Pfosten zurückkehren. "Das ist absolut super, wie er arbeitet, trainiert und auch den einen oder anderen Schmerz wegsteckt. Das sind die Spieler, mit denen man Erfolg haben kann", lobt Heynckes den Nationaltorhüter.

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Borussia Dortmund - VfL Wolfsburg

Im Gegensatz zum BVB hat der amtierende Meister aus Wolfsburg die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb in dieser Saison definitiv verpasst. Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hat vor dem letzten Heimspiel der Saison trotzdem einen Heidenrespekt vor dem Gegner. Die "Wölfe" hätten "nach wie vor die beste Offensive in Deutschland", stellt Klopp fest, und propagiert deshalb vor allem eine gute Arbeit gegen den Ball.

Die Antwort auf die Frage, wer die nach Sven Benders Saison-Aus (Faserriss im Hüftbeuger) vakante Mittelfeldposition übernehmen wird, könnte für Klopp zum Bekenntnis werden. Lässt er wie zuletzt in Nürnberg Nuri Sahin und Tamas Hajnal auflaufen, spricht das für volles Offensivrisiko. "Wir können die ersten drei von sechs möglichen Punkten holen. Sollte das gelingen, schauen wir mal, was die anderen gemacht haben", sagt Klopp, der mit seinem Team das Saisonziel Europa League erreicht hat und bei einem Punkt Rückstand auf Platz 3 noch von der Champions League träumt.

Alle für Dzeko

Aus der "Königsklasse" muss sich der VfL Wolfsburg nach einem Jahr Teilnahme vorerst wieder verabschieden. Beim BVB - der nur eines seiner letzten zwölf Heimspiele verlor - geht es für die Niedersachsen vor allem darum, einen guten letzten Eindruck in dieser Saison zu hinterlassen. "Wenn jeder Spieler bereit ist, etwas zu investieren und anders als in der ersten Halbzeit in Freiburg auch einen Schritt mehr zu machen, dann können wir erfolgreich sein", versichert Trainer Lorenz-Günther Köstner.

Kleinere Ziele blieben seinen Spielern schließlich noch. Mit dem siebten Auswärtssieg der Saison würde man den Vereinsrekord einstellen. Und zudem könnte die Mannschaft Stürmer Edin Dzeko dabei helfen, vielleicht doch noch die Torjägerkanone zu gewinnen. Dzeko ist schon jetzt der erste Bundesliga-Spieler seit Dimitar Berbatov, der in zwei aufeinander folgenden Spielzeiten mindestens 20 Tore erzielte. Sicher fehlen wird Josue (Gelb-Sperre), für den Sascha Riether oder Jonathan Santana als Ersatz in Frage kommen.

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VfB Stuttgart - 1. FSV Mainz 05

Für VfB-Trainer Christian Gross schließt sich gegen den 1. FSV Mainz 05 ein Kreis, schließlich saß er in der Hinrunde in Mainz erstmals in der Bundesliga auf der Stuttgarter Bank. Seither ist er als Trainer der besten Rückrundenmannschaft auch der Bundesliga-Coach mit dem besten Punkteschnitt aller Zeiten (2,41). Den würde er mit einem weiteren Sieg noch verbessern - zudem wäre ein "Dreier" auch die Versicherung für den Eintrittt in den internationalen Wettbewerb.

"Das hätte im Januar keiner für möglich gehalten", sagt Gross, der aber davor warnt, dass die Gäste aus Mainz unbeschwert aufspielen können. Deshalb fordert der Schweizer: "Wir müssen dominant und frisch sein, in die Tiefe gehen und zum Abschluss kommen. Ich denke, dass wir mindestens zwei Tore brauchen, um das Spiel für uns zu entscheiden." Wer die Tore schießen soll, hat Gross noch nicht entschieden. Cacau ist für die Startelf gesetzt, ob aber Ciprian Marica oder Pavel Pogrebnyak (zuletzt Gelb-gesperrt) neben ihm anfangen dürfen, ließ Gross ebenso offen wie die Besetzung der Positionen rechts in der Viererkette und links im Mittelfeld.

Letztes Heimspiel für Lehmann

Die Partie gegen die Mainzer ist nicht nur besonders wichtig für den VfB, der den siebten Sieg in Folge feiern könnte, sie ist gleichzeitig auch das letzte Heimspiel in der bewegten und erfolgreichen Karriere von Torhüter Jens Lehmann. Der hatte beim 1:1 in der Hinrunde ja eine ganz besondere Begegnung mit FSV-Stürmer Aristide Bance. Auf den Mann aus Burkina Faso sollte die schwäbische Abwehr auch diesmal einen besonderen Blick haben. Denn Bance ist in Top-Form, erzielte sechs der letzten neun Mainzer Tore.

Dass seine Nullfünfer den VfB überrennen könnten, davon geht Mainz-Coach Thomas Tuchel aber beileibe nicht aus. Der Erfolgstrainer, selbst fünf Jahre lang als Jugendtrainer in Stuttgart beschäftigt, weiß: "Neben Bayern München ist der VfB Stuttgart gerade die Mannschaft in überragender Form. Das ist schon eine sehr hohe Hürde, daher glaube ich nicht, dass wir sehr hoch gewinnen."

Sein Team müsse "dem Druck der Stuttgarter standhalten, kompakt stehen und unsere Konterchancen sauber ausführen", dann könne man auch in der Mercedes-Benz-Arena punkten, erklärt Tuchel, der einst beim heutigen VfB-Trainer Christian Gross hospitierte.

Verzichten muss der junge Trainer auf Torhüter Heinz Müller. Der Torwart hat sich im Training einen Bluterguss im Knie zugezogen. Für ihn wird aller Voraussicht nach Christian Wetklo zwischen den Pfosten stehen

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Eintracht Frankfurt - 1899 Hoffenheim

Während in Leverkusen, Dortmund und Stuttgart der Kampf um die europäischen Startplätze noch tobt, treffen sich Eintracht Frankfurt und 1899 Hoffenheim zum lauen Sommerkick, so sagt es zumindest die Tabellensituation. Für beide Teams geht weder nach oben noch nach unten noch viel, doch mit halber Kraft werden sie kaum agieren.

Das wird schon die prächtige Kulisse in der Commerzbank Arena gewährleisten - und Eintracht-Trainer Michael Skibbe. "Ich wünsche mir eine gute Leistung von Hoffenheim und eine noch bessere von uns, auch wenn es theoretisch in der Tabelle um nichts mehr geht", sagt der und fordert: "Ich möchte, dass die Zuschauer mit einem guten Gefühl aus dem Stadion und in die Sommerpause gehen." Fehlen wird der Eintracht Marco Russ (Kapseleinriss im Knie), Maik Franz und Selim Teber sind wieder fit.

Mit einem guten Gefühl wollen auch die Gäste nach einer turbulenten Saison in die Sommerpause gehen. "Wir wollen Spaß haben in den letzten beiden Spielen", sagt Angreifer Vedad Ibisevic, der beim 5:1 am vergangenen Sonntag gegen den HSV schon wieder viel Spielfreude versprühte. Um ähnlich stark aufzutrumpfen wie gegen die Hamburger, gibt Trainer Ralf Rangnick eine klare Marschroute vor: "Wir dürfen diese spielstarke Mannschaft nicht spielen lassen und müssen die Konterchancen nutzen."

Verzichten muss er in Frankfurt auf Kapitän Per Nilsson, Torhüter Timo Hildebrand sowie Verteidiger Andreas Ibertsberger. Vor der Rückkehr in den Kader steht nach seinem Innenbandriss Isaac Vorsah.

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