München - Am 5. Spieltag war die Welt für den 1. FC Nürnberg noch in Ordnung. Nach dem gegen Köln befanden sich die Nürnberger auf Platz 7 der Tabelle. Der "Club" hatte nur drei Punkte Rückstand auf Tabellenführer Bayern und beruhigende sieben Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge.

Inzwischen sind weitere elf Spieltage vergangen, in denen der FCN nur ein einziges Spiel gewinnen konnte. Bittere Folge: Aktuell steht der 1. FC Nürnberg steht auf Relegationsplatz 16. Und das nur einen Punkt vor dem FC Augsburg, der im Moment auf einem Abstiegsplatz steht. Der Rückstand auf Tabellenführer Bayern ist von drei auf 19 Punkte angewachsen, aber an den Bayern orientieren sich die Nürnberger ohnehin nicht.

"Abstiegskampf angenommen"

"Wir haben den Abstiegskampf mittlerweile mehr als angenommen", erklärte Nürnbergs Verteidiger Philipp Wollscheid zuletzt. Doch was sind die Gründe für diesen Abwärtstrend? Zunächst ist vor allem die schwache Offensive der Nürnberger auffällig. Nur 14 Tore haben sie in den bisherigen 16 Bundesligaspielen erzielt. Im Durchschnitt also nicht mal ein Tor pro Spiel.

Das ist der zweitschlechteste Wert in der gesamten Bundesliga - damit kann der "Club" natürlich nur schwer Spiele gewinnen. Denn auch die Abwehr des FCN ist mit 28 zugelassenen Gegentreffern alles andere als sattelfest. Nur drei Teams haben mehr Gegentore kassiert als der FCN.

Stürmer treffen zu selten

Dennoch erscheint die Offensivschwäche der Nürnberger noch eklatanter als die Probleme in der Defensive, weil vor allem die Stürmer Sorgen bereiten. Von den 14 Toren, wurden nur vier von Stürmern erzielt. Und generell gibt es in Nürnberg aktuell keinen Spieler, der in dieser Saison mehr als drei Tore auf seinem Trefferkonto hat.

Außerdem geht nur jeder 15. Torschuss ins Tor, was die zweitschlechteste Quote der Liga bedeutet. Diese alarmierenden Werte zeigen, dass es dem "Club" vor allem an Torjägerqualitäten mangelt.

Probleme im Aufbauspiel

Trotzdem ist die negative Entwicklung nicht nur an den Stürmern festzumachen. Denn ein weiteres Problem ist die höchste Fehlpassquote der gesamten Bundesliga mit 23,5 Prozent, die auch den niedrigen Ballbesitzanteil von nur 48 Prozent erklärt.

Es ist offensichtlich, dass die Fehler im Aufbauspiel zu wenigen strukturierten Angriffen führen, was letztlich auch die Stürmer schlecht aussehen lässt. Damit sind die beiden Hauptprobleme des Nürnberger Spiels in den vergangegen elf Partien benannt: Zu wenig strukturierte Angriffe und zu wenig erfolgreiche Torabschlüsse von den durchaus vorhandenen Chancen.

Wenn der "Club" die Anzahl seine Fehlpässe nicht reduziert und keine größere Torgefahr entwickelt, droht die bisherige Entwicklung weiterzugehen. Das könnte am Ende zum Abstieg führen. Und damit hätte am 5. Spieltag wohl niemand gerechnet.

Daniel Knoke