Bremen - Spannender könnten die Vorzeichen nicht sein als vor der Partie zwischen Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach. Purer Abstiegskampf ist angesagt, wenn der Tabellenvierzehnte den Tabellenletzten zu Gast hat. Es geht ums Überleben in der Bundesliga (ab 18 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Der SV Werder könnte sich mit einem Sieg etwas von den Abstiegsplätzen absetzen. Ein weiterer Sieg, vor Wochenfrist gewann die Truppe von Thomas Schaaf beim SC Freiburg 3:1, wäre Balsam für die geschundene Werder-Seele. So viel steht aber fest: Die "Grün-Weißen" haben im Saisonfinale alles selbst in der Hand, in den verbleibenden neun Spielen treffen die Bremer auf sieben direkte Konkurrenten im Abstiegskampf.

"In unserem Spiel war wieder mehr Überzeugung"

Aus dem jüngsten Erfolgserlebnis im Breisgau schöpfen die Bremer Zuversicht. "In unserem Spiel war wieder mehr Überzeugung, wir haben uns stärker und gefährlicher gezeigt als in den letzten Wochen", stellte Schaaf fest: "Ich hoffe sehr, dass diese Tendenz auch weiterhin Bestand hat."

Auseinandersetzen muss sich seine Mannschaft nunmehr mit einem Gegner, "der nicht total offensiv agieren wird", wittert der 49-Jährige, um aus einer gesicherten Defensive heraus "über ihre schnellen Angriffsspieler in Kontersituationen zu gehen". Daraus ergibt sich zwangsläufig die Konstellation, "dass wir das Spiel machen müssen - was wir allerdings ja auch von uns erwarten".

Personell gab es bei Werder eine gute Nachricht zu vermelden: Wesley steht nach langer Verletzungspause vor seinem Comeback, auch Clemens Fritz kehrt nach abgesessener Gelbsperre ins Team zurück. Anders als Tim Borowski, der angeschlagen war, wird Aaron Hunt wegen Adduktorenproblemen definitiv nicht mitwirken können.

Duell der schlechtesten Defensivreihen

Mit Werder und Borussia treffen die beiden Schießbuden der Bundesliga aufeinander. Bremen kassierte bislang 51 Gegentreffer, Gladbach sogar schon 59. Dagegen können sich beide Mannschaften auf ihre Offensivreihen verlassen: Werder schoss 33, die Borussia 37 Tore, das sind nach Stuttgart (43) die zweitmeisten Tore von allen Teams in der unteren Tabellenhälfte. Besonders werden die Werderaner auf Claudio Pizarro hoffen. Der peruanischen Torjäger traf im Werder-Trikot bislang in jedem seiner fünf Bundesliga-Spiele gegen die "Fohlen", insgesamt sogar sechs Mal.

Als Lucien Favre Mitte Februar sein Amt bei den Borussen antrat, war die Situation bei den "Fohlen", die bereits sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz hatten, beinahe aussichtslos. Doch nach zwei Siegen aus den vergangenen drei Partien haben die Borussen wieder Hoffnung geschöpft. Kurzfristige positive Wirkungen seit Favres Verpflichtung sind wie gewünscht eingetreten: Selbstvertrauen, Mut und Wille erhielten eine Regeneration.

Klassenerhalt noch realisierbar

Symbolhaft dafür steht sicherlich Innenverteidiger Dante. Der Brasilianer richtete seine im Spiel gegen 1899 Hoffenheim gebrochene Nase gleich selbst und verließ erst kurz vor Abpfiff, als die drei Punkte gesichert waren, blutüberströmt das Feld. Zwar stehen die Gäste aktuell noch immer auf Platz 18, aber nach den beiden Heimsiegen unter der Verantwortung Favres scheint der Klassenerhalt wieder realisierbar.

Um den Ligaverbleib zu schaffen, fordert Sportdirektor Max Eberl Konstanz, die der Borussia im bisherigen Saisonverlauf immer fehlte: "Wir müssen versuchen, die Schwankungen in unserem Spiel in den Griff zu bekommen. Dann werden wir auch am kommenden Spieltag in Bremen etwas mitnehmen."