Köln - Wie können die Rahmenbedingungen der Fanbetreuung im Fußball verbessert und die wachsenden Anforderungen der kommenden Jahre gemeistert werden? Das waren die zentralen Fragen der jährlichen Vollversammlung der Fanbeauftragten der Bundesliga, der 2. Bundesliga und 3. Liga. Die zweitägige Veranstaltung in Kaiserslautern wurde erstmals gemeinsam von der DFL Deutsche Fußball Liga und vom Deutschen-Fußball-Bund (DFB) ausgerichtet und mit den Fanbeauftragten der höchsten drei Spielklassen durchgeführt.

Benjamin Kandler, stellvertretender Leiter Fanangelegenheiten der DFL, und Bülent Aksen von der DFB-Fananlaufstelle führten durch die Veranstaltung. Das Grußwort übernahm die FCK-Legende Stefan Kuntz. Der Vorstandsvorsitzende des Gastgebers sprach den rund 80 Teilnehmern seinen Respekt aus und betonte die Wichtigkeit der Arbeit der Fanbeauftragten: "Der Fußball kann auf diese Art und Weise nur existieren, weil Sie diesen Idealismus leben." Kuntz holt von den Fanbeauftragten des FCK regelmäßig ein Stimmungsbild der Fanszene ein.

Arbeitskreis leistete sehr gute Vorarbeit

Anschließend  rückte schnell die Arbeit in vier Workshops in den Vordergrund. Die Themen hatte der "Arbeitskreis Vollversammlung" im Vorfeld ausgearbeitet. Neben vier Fanbeauftragten gehören diesem Gremium auch Benjamin Kandler, Sabrina Lehmann und Eric Roda Gracia (alle DFL) sowie Bülent Aksen (DFB) an. Komplettiert wurde der Arbeitskreis durch Referenten der Universität Kassel, die als Workshop-Moderatoren auch bei der Vollversammlung eine wichtige Rolle einnahmen.

Wie gut die Workshop-Themen Standardisierung von Informationen, Arbeitsbedingungen der Fanbeauftragten, Fanbeauftragter 2020 und Radikalisierung der Fanszene? gewählt waren, machte schon die relativ gleichmäßige Größe der einzelnen Gruppen deutlich. Jeder Teilnehmer konnte sich frei für einen der Workshops entscheiden. Die vier Gruppen hatten durch das Format genügend Zeit, konkrete Ergebnisse und Handlungsempfehlungen zu erarbeiten.

"Die Zusammenarbeit ist gestärkt worden"

Die Fanbeauftragten entwickelten klare Vorstellungen, wie der wichtige Informationsaustausch im Vorfeld einer Partie vereinfacht werden kann. Darüber hinaus wurden konkrete Mindestanforderungen für ihre Arbeitsbedingungen formuliert. "Diese Rahmenbedingungen zu gewährleisten und weiter zu verbessern wird in den kommenden Wochen und Monaten eine unser vorrangigen Aufgaben sein", erklärte Benjamin Kandler. Er war mit der ersten gemeinsamen Vollversammlung äußerst zufrieden: "Das Konzept ist sehr gut aufgegangen." Dementsprechend sollen die kommenden Veranstaltungen ebenfalls wieder mit den Fanbeauftragten der Bundesliga, der 2. Bundesliga und 3. Liga durchgeführt werden. Auch Bülent Aksen zog ein positives Fazit: "Die weitere enge Zusammenarbeit zwischen den Verbänden und den Fanbeauftragten ist gestärkt worden."

Ein Schlüssel für die gelungene Tagung war die gute Vorbereitung. Ben Praße, Fanbeauftragter des 1. FSV Mainz 05, sprach für sich und die weiteren Clubvertreter im Arbeitskreis Vollversammlung: "Wir sind sehr zufrieden mit der Veranstaltung und hoffen, bei der nächsten Vollversammlung wieder ein gutes Programm auf die Beine zu stellen.“ Die Messlatte liegt nach der erfolgreichen Veranstaltung in Kaiserslautern ziemlich hoch.

Florian Reinecke