Die Weltmeisterschaft in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) bietet neben dem Sport jede Menge Randgeschichten. bundesliga.de präsentiert diese täglich in den WM-Splittern:

++++ Der portugiesische Nationaltrainer Carlos Queiroz hat einen Rücktritt nach dem WM-Achtelfinalaus gegen Spanien ausgeschlossen. "Das steht überhaupt nicht zur Diskussion. Wenn ein Nationaltrainer zurücktreten soll, weil er 0:1 gegen Spanien verloren hat, dann ist irgendetwas falsch", sagte der 57 Jahre alte Coach, "Spanien gehört zu den großen Favoriten. Wir haben unser Ziel nicht erreicht. Beim nächsten Mal wollen wir es besser machen." ++++

++++ Nach dem Debakel bei der WM erlebt der ehemalige italienische Nationaltrainer Marcello Lippi offenbar selbst in seinem Urlaub einen wahren Spießrutenlauf. Nach Angaben der italienischen Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" wurde der 62-Jährige mit Hohn und Spott überschüttet, als er am Mittwoch mit seiner 15 Meter lange Jacht auf der Insel Giglio vor der Küste der Toskana in den Hafen einfuhr. Dasselbe widerfuhr Lippi, als er wenige Stunden später auf der Insel Elba vor Anker ging.

Lippi hatte Italien 2006 in Deutschland zum WM-Titel geführt und hatte danach sein Amt zur Verfügung gestellt. Nach dem Vorrunden-Aus bei der EURO 2008 kehrte er zurück, scheiterte mit der "Squadra Azzurra" in Südafrika aber ebenfalls schon in der Gruppenphase. Cesare Prandelli, der schon vor WM-Beginn auserkoren wurde, wurde am Donnerstag als sein Nachfolger vorgestellt. ++++

++++ Der deutsche Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus ist als neuer Auswahltrainer von Kamerun im Gespräch und hat Verhandlungen mit dem Verband des viermaligen Afrika-Cup-Siegers bestätigt. "Wir stehen in Kontakt. Mal sehen, was die nächsten Gespräche bringen. Aber das ist eine sehr interessanten Aufgabe", sagte Matthäus am Donnerstag. Der Weltmeister von 1990 arbeitet derzeit bei der WM in Südafrika als Experte für den arabischen Sender al-Dschasira.

Matthäus, der als Nationaltrainer bereits Ungarn von 2004 bis 2005 betreut hat, würde den Franzosen Paul Le Guen beerben, der nach dem Vorrundenaus von Kamerun bei der WM abgetreten war. "Ich kenne mich sehr gut im Weltfußball aus und damit auch im afrikanischen Fußball. Ich war schon oft in Afrika und habe viele Spiele gesehen. Der afrikanische Fußball ist im Aufwind und wird auch durch die WM noch einmal einen Schwung bekommen. Von daher würde mich eine solche Aufgabe schon reizen", sagte Matthäus, der als Coach zuletzt für den israelischen Erstligisten Maccabi Netanya tätig war. ++++

++++ Dem langjährigen Assistenten Pitso Mosimane wird vom südafrikanischen Fußball-Verband SAFA die Cheftrainerrolle und die Nachfolge des Brasilianers Carlos Alberto Parreira angeboten. Allerdings haben noch keine Verhandlungen stattgefunden. Dies erklärte SAFA-Präsident Kirsten Nematandani auf einer Pressekonferenz in Johannesburg.

Parreira hatte nach dem WM-Vorrunden-K.o. von "Bafana Bafana" aufgehört. Erste Vertragsgespräche sollen in den kommenden Wochen mit Mosimane aufgenommen werden. Der 45-Jährige ist der einzige Kandidat auf den Posten. Er soll die südafrikanische Auswahl in der Qualifikation für den Afrika-Cup 2012 und der WM-Qualifikation für 2014 in Brasilien betreuen. ++++

++++ Spielmacher Shunsuke Nakamura hat seine Karriere in der japanischen Nationalmannschaft nach dem WM-Aus beendet. Er werde nie wieder für Japan antreten, erklärte der Mittelfeldspieler der Yokohama Marinos bei der Ankunft des Teams in Osaka. Der 32-Jährige hat 98 Länderspiele bestritten, seine beste Zeit hatte er von 2005 bis 2009 bei Celtic Glasgow. Japan war im Achtelfinale mit 3:5 im Elfmeterschießen an Paraguay gescheitert. ++++

++++ Die WM in Südafrika hat Brasiliens Einzelhändlern Umsatzeinbußen beschert. Während der Spiele der "Selecao" seien die Geschäfte wie ausgestorben, sagten Ladenbesitzer. In der Metropole Rio de Janeiro gehen die Umsätze um 50 Prozent zurück, wenn die brasilianische Nationalmannschaft im Einsatz ist. Spielt der fünfmalige Weltmeister an Wochenenden, sind die Einbußen sogar noch größer.

Seit Beginn der WM am 11. Juni hat der Einzelhandel in Rio 55 Millionen Dollar Verlust gemacht. "Wenn Brasilien ins Finale kommt, werden sich die Umsatzeinbußen im gesamten Land auf 550 Millionen Dollar belaufen", sagte Daniel Pla, Vorsitzender des Handelsverbandes von Rio. ++++

++++ Spaniens berühmtester Fan wird die Nationalmannschaft in ihrem Viertelfinale gegen Paraguay am Samstag nicht unterstützen können. "Manolo el del bombo" musste mitsamt seiner Trommel die Heimreise antreten. Der 61-Jährige, der mit bürgerlichen Namen Manolo Caceres heißt, ist an Grippe erkrankt. Sollte die "Furia Roja" allerdings das Finale erreichen, will Manolo auf jeden Fall dabei sein. "Ich werde definitiv zurückkommen. Auch, wenn es mich das Leben kostet." ++++