Köln - Portugals Nationalelf hadert mit der Pleite im Härtetest gegen die Türkei. In den Niederlanden sorgt eine Personalentscheidung für Wirbel. Bei den Dänen hofft ein ehemaliger Bundesliga-Legionär auf die Startelf. Der Überblick über die Nachrichtenlage bei den deutschen EM-Gruppengegnern.

PORTUGAL: Das 1:3 gegen die Türkei hat in Portugal vielen die Illusion genommen, sich auf Augenhöhe mit Deutschland und den Niederlanden messen zu können. "Das Ergebnis ist total unfair", behauptete allerdings Trainer Paulo Bento nach der misslungenen Generalprobe: "Wenn man verliert, hat man den Eindruck, alles falsch gemacht zu haben, aber das stimmt nicht."

Nicht alles lief falsch, aber vieles stimmte beim deutschen Auftaktgegner noch nicht. Trotz einer phasenweise drückenden Überlegenheit gelang dem hochgelobten Offensiv-Ensemble um Superstar Cristiano Ronaldo nur der Anschlusstreffer zum zwischenzeitlichen 1:2 durch Nani.

Zu allem Überfluss versagten Ronaldo, dem die Hoffnungen schwer auf den Schultern lasten, vom Elfmeterpunkt die Nerven: Er scheiterte an Torwart Volkan Demirel - es wäre das 2:2 gewesen. Ronaldo steht mehr denn je in der Pflicht, endlich ein überragendes Turnier für Portugal zu spielen. Ansonsten könnte dem Angreifer von Real Madrid ähnlich wie dem argentinischen Weltfußballer Lionel Messi vom FC Barcelona wohl ewig der Ruf anhaften, nur im Verein seine wahre Stärke zu zeigen.


NIEDERLANDE: Bondscoach Bert van Marwijk hat seine Entscheidung gegen den Bundesliga-Torschützenkönig Klaas-Jan Huntelaar gerechtfertigt, sieht diese aber noch nicht für die gesamte EM als gültig an. "In einigen Dingen bin ich bestätigt worden. Wir beginnen gegen Dänemark mit Robin van Persie", sagte der frühere Dortmunder nach dem 6:0 bei der Generalprobe gegen Nordirland mit Blick auf den EM-Auftakt.

Gegen Nordirland hatte der englische Torschützenkönig van Persie vom FC Arsenal in 57 Minuten zwei Tore und zwei Vorlagen beigesteuert, Huntelaar blieb in 33 Minuten ohne Scorerpunkt. "Das heißt aber nicht, dass Huntelaar während des gesamten Turniers Ersatzstürmer ist und nie in der Startelf stehen wird", sagte der Bondscoach und machte dem Schalker wenigstens noch etwas Hoffnung.

Doch diese ist sehr gering, das ist Huntelaar bewusst. In Amsterdam am Samstag wollte er nicht mit den Journalisten sprechen. Huntelaar sei "im Moment nicht in der Stimmung für Interviews", ließ der Pressesprecher ausrichten.


DÄNEMARK: Das 2:0 gegen Australien war ein Arbeitssieg - nicht mehr, allerdings auch nicht weniger. In Dänemark keimt Hoffnung, in der Gruppe der Hochkaräter eine gute Rolle zu spielen, obwohl die Niederlande, erster Gegner der Dänen, vollauf überzeugten. Die Unruhen im Oranje-Team wegen der Ausbootung des Schalker Bundesliga-Torschützenkönigs Klaas-Jan Huntelaar und des verbalen Rundumschlags von Kapitän Mark van Bommel sind jedoch ein Mutmacher für "Danish Dynamite".

Trainer Morten Olsen hat nach dem letzten Test noch Fragen zu klären, beispielsweise ist in der Innenverteidigung neben dem gesetzten Daniel Agger der zweite Platz noch nicht abschließend vergeben. Simon Kjaer, vom VfL Wolfsburg an AS Rom ausgeliehen, darf sich wohl die besten Chancen ausrechnen