So soll es sein: Die deutsche Nationalmannschaft ist ihrer Favoritenrolle gegen Aserbaidschan gerecht geworden und hat das zweite EM-Qualifikationsspiel deutlich mit 6:1 gewonnen (der Spielbericht zum Sieg).

Die Gäste waren gegen eine stark aufspielende DFB-Elf völlig überfordert. Dennoch war die Leistung der deutschen Kicker überzeugend. bundesliga.de nimmt die 14 in Köln eingesetzten Spieler unter die Lupe - die Einzelkritik (Was sagt Bundestrainer Joachim Löw zum Spiel?).

Manuel Neuer: Eigentlich hatte der Schalker Torhüter einen ruhigen Abend. Und eigentlich wäre es schwer geworden, ihn mangels Arbeit zu bewerten. Durch seinen Fehlgriff beim 1:4 liegt aber ein kleiner Schleier über der Leistung von Neuer.

Sascha Riether: Der Wolfsburger rückte durch die Verletzung von Jansen überraschend in die Startformation. Auf der rechten Seite absolvierte er einen starken zweiten Auftritt im Dress mit dem Adler auf der Brust. Lediglich seinen Flanken fehlte die nötige Präzision.

Per Mertesacker: Mertesacker im Pech. Bereits nach elf Minuten musste der Bremer nach einem Ellenbogencheck mit einer Risswunde unterm Auge raus.

Holger Badstuber: Ein perfekter Abend für Holger Badstuber. 113 Ballkontakte, er gewann all seine fünf Zweikämpfe und 88 von 93 Pässen fanden einen deutschen Abnehmer. Als i-Tüpfelchen schoss er mit dem 5:1 sein erstes Länderspieltor (Wie haben Badstubers internationale Kollegen und andere Bundesliga-Stars gespielt?).

Philipp Lahm: Musste mal wieder auf der linken Abwehrseite ran. Agierte gewohnt souverän, ohne Schwächen in der Defensive. Dazu aber mit vereinzelten Vorstößen im Angriff.

Sami Khedira: Der Spanien-Legionär von Real Madrid konnte wie schon gegen Belgien nicht an seine starke WM-Form anknüpfen. Spielte in der zweiten Halbzeit etwas besser, ohne dabei aber zu überzeugen.

Bastian Schweinsteiger: 117 Ballkontakte, 2 Torschüsse, 3 Torschussvorlagen - und das alles in 78 Minuten. Weltklasse. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Thomas Müller: Der WM-Torschützenkönig machte wenig Fehler, strahlte aber nicht ganz die Dominanz der letzten Spiele aus. Wirkte ein wenig müde und wurde in der 61. Minute für Marko Marin ausgewechselt.

Mesut Özil: Licht und Schatten wechselten sich ab, wie bei einem Stroboskop. Mal taucht Özil unter, um dann blitzschnell wieder mit einem genialen Pass für eine entscheidende Szene zu sorgen. Özil fehlt einfach Konstanz.

Lukas Podolski: In Belgien noch eher pfui, gegen Aserbaidschan hui. Vor heimischer Kulisse trumpfte Podolski groß auf. Immer wieder suchte er das Eins-gegen-eins, schoss aus allen lagen, traf und legte mustergültig für Klose auf.

Miroslav Klose: Wenn Klose das DFB-Trikot an hat, dann ist Gefahr im Verzug. Gegen Aserbaidschan netzte der Bayern-Stürmer in seinem 103. Länderspiel zum 54. und 55. Mal ein. Unverzichtbar im Team von Bundestrainer Löw.

Heiko Westermann: Bei vielen von Beginn an erwartet, nahm er erst einmal auf der Bank platz. Ersetzte in der 11. Minute den verletzten Mertesacker. Westermann hatte in der Defensive einen ruhigen Abend, schaltete sich deshalb oft in der Offensive mit ein und traf zum wichtigen 1:0.

Marko Marin: Der Bremer wirbelte in seinem 13. Länderspiel gleich nach seiner Einwechslung die Abwehr der Gäste mehrfach gehörig durcheinander.

Cacau: Kam in der 78. Minute für Schweinsteiger, hatte in der Schlussphase noch eine Torchance.