München - Der 1.FC Heidenheim und Dynamo Dresden haben für die nächsten Paukenschläge der 1. Pokalrunde gesorgt. Nachdem am Freitag bereits Bundesligist Wolfsburg die Segel streichen musste, erwischte es am Samstag Werder Bremen und Bayer Leverkusen. bundesliga.de hat die Pokalpartien der Bundesligavertreter am Nachmittag in der Übersicht.

SG Dynamo Dresden - Bayer 04 Leverkusen 4:3 n.V.

Vize-Meister Bayer Leverkusen ist im DFB-Pokal trotz einer 3:0-Führung sensationell beim Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden ausgeschieden. Die Werkself schien beim Pflichtspiel-Debüt des neuen Trainers Robin Dutt nach Treffern von Eren Derdiyok (6.), Sidney Sam (12.) und Andre Schürrle (49.) auf dem Weg zu einem sicheren Sieg, war jedoch dann völlig von der Rolle und verlor noch 3:4 (3:3, 2:0) nach Verlängerung. Sebastian Schuppan (67.), Robert Koch (70./86) und der eingewechselte Alexander Schnetzler (117.) mit einem Traum-Lupfer drehten das Spiel und blamierten Bayer.

Die Gäste hatten äußerst engagiert begonnen. Dutt war anzumerken, dass er seinen Einstand auf keinen Fall vergeigen wollte. Dresden wurde in der eigenen Hälfte eingeschnürt. Mit dem wuchtigen Kopfball von Derdiyok war die Abwehrwand erstmals durchbrochen, beim 2:0 durch Sams Heber nach Pass von Simon Rolfes sah Dynamos neuer Keeper Dennis Eilhoff nicht gut aus.

Mit dem 2:0 im Rücken ließen es Dutts Schützlinge etwas ruhiger angehen. Dresden konnte die sich bietenden Räume aber nicht nutzen. Die Sachsen wirkten vor allem in der Defensive verunsichert und luden die Gäste durch Fehlpässe im Spielaufbau immer wieder zu Gegenstößen ein. Nach dem Wechsel war zunächst ein kleines Aufbäumen bei den Gastgebern auszumachen, doch spätestens Schürrles Treffer sorgte für neue Ernüchterung. In gewohnter Manier zog der Jung-Nationalspieler von links in Richtung Mitte und schlenzte den Ball ins lange Eck. Spannend wurde es dann unverhofft doch noch, Dresden bäumte sich auf, als niemand mehr damit gerechnet hatte. Im Leverkusener Strafraum brannte es an allen Ecken und Enden. Erst in der Verlängerung machten die Gäste wieder Druck, liefen jedoch nach einem Eckball in einen Konter, den Schnetzler herrlich zum Siegtor abschloss. Im Dresdner Stadion war die Hölle los.


1. FC Heidenheim - SV Werder Bremen 2:1

Geführt, einen Elfmeter verschossen und dann noch verloren: Bundesligist SV Werder Bremen ist in der ersten Runde des DFB-Pokals gescheitert. Der sechsmalige Titelträger, der die Trophäe zuletzt 2009 gewonnen hatte, unterlag dem frechen Drittligisten 1. FC Heidenheim verdient mit 1:2 (1:0).

Dabei hatte Markus Rosenberg (33.) die Hanseaten sogar noch in Führung gebracht. Nach einem vergebenen Handelfmeter von Marko Marin (51.) drehten die wesentlich aggressiveren Gastgeber dann aber innerhalb von 60 Sekunden durch Christian Sauter (58.) und Marc Schnatterer (59.) das Spiel. Die von Verletzungen geplagte Mannschaft von Thomas Schaaf offenbarte Probleme in allen Mannschaftsteilen. Torhüter Tim Wiese verhinderte anschließend sogar eine noch höhere Niederlage der Bremer.

"Das, was den Pokal so interessant macht, ist heute passiert", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf nach der Partie. "Wir haben die Chance verpasst, das Spiel etwas ruhiger zu machen. Dieser Elfmeter hat uns wehgetan, danach waren wir zu sehr mit uns selbst beschäftigt. Wir haben gehadert, das hat der Gegner genutzt."


Arminia Bielefeld - 1. FC Nürnberg 1:5

Mit einem Hattrick hat Markus Feulner den Bundesligisten 1. FC Nürnberg in die zweite Runde des DFB-Pokals geschossen. Der überragende Neuzugang erzielte beim 5:1 (3:1) der Franken beim Drittligisten Arminia Bielefeld drei Traumtore (26./35./39.) und sicherte dem viermaligen Pokalsieger somit quasi im Alleingang das Weiterkommen. Robert Mak (64.) und Tomas Pekhart (71.) machten in der zweiten Hälfte endgültig alles klar.

In der 15. Minute erzielte Tim Jerat die Führung für Bielefeld: Nach einem missglückten Befreiungsschlag der Nürnberger Abwehr zog der 29-Jährige aus 20 Metern ab und ließ dem etwas unglücklich aussehenden Torhüter Raphael Schäfer keine Chance (15.). Der Jubel der Bielefelder Zuschauer währte aber nicht lange. Zu schnell erholten sich die Nürnberger, allen voran Feulner. Sein Schuss aus 25 Metern ins lange Eck machte dem Bielefelder Vorsatz mitzuspielen, ein Ende. Das Team des neuen Trainers Markus von Ahlen zeigte sich verunsichert. Ein unnötiges Foul von Tom Schütz am Nürnberger Routinier Javier Pinola und der daraus folgende Freistoß brachte Feulner dann zum zweiten Genie-Streich.

Der dritte folgte gegen die abermals viel zu passive Arminen-Abwehr vier Minuten später. Der Club beschränkte sich nach Feulners Toren zwar vor allem darauf, die Führung vor den rund 1.500 mitgereisten Fans zu verwalten - den vierten und fünften Treffer ließen sich Mak aus kurzer Distanz und Pekhart per Kopf aber trotzdem nicht nehmen.


Berliner FC Dynamo - 1. FC Kaiserslautern 0:3

Der 1. FC Kaiserslautern hat die erste Hürde im DFB-Pokal locker genommen. Die Pfälzer gewannen beim Berliner Oberligisten BFC Dynamo mit 3:0 (2:0). Vor 10. 104 Zuschauern im Jahn-Sportpark schossen Ivo Ilicevic (18.), der neue Kapitän Christian Tiffert (23.) und Thanos Petsos (50.) den Favoriten in die nächste Runde. Die Gäste waren von Beginn an das dominierende Team und stellten den früheren Serienmeister der DDR vor große Probleme. Es dauerte aber knapp 20 Minuten, ehe die "Roten Teufel" ihre Überlegenheit auch in ein Tor ummünzen konnten.

Nach perfektem Zusammenspiel der Neuzugänge Itay Shechter und Olcay Sahan wurde Ilicevic glänzend in Szene gesetzt. Der Kroate vollstreckte eiskalt. Fünf Minuten später war Tiffert zur Stelle, der nach präziser Hereingabe von Leon Jessen den Ball direkt aus der Luft nahm. Torwart Daniel Rothe sah in dieser Szene allerdings nicht gut aus.

Auch nach dem Seitenwechsel behielten die Lauterer bei strömenden Regen das Heft in der Hand. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff sorgte Petsos mit einem Kopfball nach einer Ecke von Tiffert für die Vorentscheidung. Die Hausherren waren zwar bemüht, bekamen aber kein Bein auf den Boden. Der FCK war bis zum Schluss drückend überlegen und hätte bei besserer Chancenverwertung deutlich höher gewinnen können.


VfB Oldenburg - Hamburger SV 1:2

Mit einem Kraftakt hat der Hamburger SV beim fünftklassigen VfB Oldenburg die 2. Runde erreicht. Der HSV setzte sich beim Oberligisten am Samstag dank eines späten Tores von Mladen Petric (73.) mit 2:1 (1: 1) durch, zeigte dabei jedoch noch nicht, dass sein neues Gesicht attraktiver ist als das alte. Heiko Westermann (26.) brachte den HSV in Führung, aber nur acht Minuten lang sah es nach einer standesgemäßen Angelegenheit aus, dann traf Sebastian Ferrulli zum Ausgleich für den Außenseiter. Petric nutzte eine der zahlreichen Chancen in der zweiten Halbzeit zum 2:1.

Trainer Michael Oenning vertraute im Stadion Am Marschweg nur auf zwei der vielen Neuzugänge: Michael Mancienne spielte in der Innenverteidigung, Gökhan Töre rechts im Mittelfeld. Der HSV hatte das Spiel von Beginn an im Griff, Oldenburg versteckte sich aber nicht und setzte ab und an Nadelstiche. Einer dieser Gegenangriffe führte zum 1:1 - Ferrulli schüttelte den gestandenen Nationalspieler Westermann im Zweikampf ab und schob den Ball am herausstürmenden HSV-Torhüter Jaroslav Drobny vorbei. Acht Minuten zuvor hatte Westermann nach einem Freistoß per Kopf für die Hamburger getroffen.

Auch in der zweiten Halbzeit bot Oldenburg dem großen HSV einen harten Pokalfight, die VfB-Spieler warfen sich leidenschaftlich in jeden Zweikampf, was den Gästen überhaupt nicht schmeckte. Mehmet-Ali Fidan hätte in der 61. Minute sogar das 2:1 erzielen müssen, köpfte aber aus kurzer Distanz wenige Zentimeter am Tor vorbei.