München - Viel Zeit, um sich auf die erste Pflichtaufgabe vorzubereiten, hat Frank Schaefer nicht gehabt. Wenn der 1. FC Köln am Dienstagabend im DFB-Pokalspiel 1860 München empfängt (vier Partien ab 18:45 Uhr im Live-Ticker), dann ist der FC-Coach gerade mal zwei Tage im Amt. Trotzdem zählt nach dem Trainerwechsel nur der Erfolg.

"Seitdem es klar ist, dass ich die Mannschaft übernehmen werde, beschäftige ich mich rund um die Uhr mit der Spielvorbereitung für die Partie gegen 1860 am Dienstag", sagt Schaefer, der die Nachfolge von Zvonimir Soldo antritt.

Das Spiel aktiv gestalten

Gegen 1860 will Köln zurück in die Erfolgsspur, denn seit sechs Spielen haben die "Geißböcke" keinen Sieg mehr eingefahren. Schaefer will deshalb mit seiner Mannschaft "mutig und entschlossen" auftreten. Unterstützt wird Schaefer an der Seitenlinie dabei von Co-Trainer Dirk Lottner. Trotz der kurzen Eingewöhnungszeit steht die Taktik für die Partie bereits fest. "Auf dem Platz gibt es nur aktiv oder passiv. Wir möchten aktiven Fußball spielen und in jeder Spielsituation, egal ob in der Defensive oder in der Offensive, aktiv sein", erklärte Schaefer.

Sein Gegenüber, 1860-Coach Reiner Maurer, mag den Pokal, die Atmosphäre und die Abwechslung vom Liga-Alltag: "Zudem spielen wir gegen einen Bundesligisten. In der Vorbereitung haben wir bei den Unentschieden gegen Dortmund und den HSV gezeigt, dass wir gegen gute Mannschaften bestehen können."

Der "Löwen"-Coach geht davon aus, dass die beiden Stars der Kölner, Lukas Podolski und Milivoje Novakovic, von Beginn an auflaufen werden: "Das ist normal, dass ein neuer Trainer seine besten Spieler aufbietet." Gerade bei den "guten Individualisten" der Rheinländer sei besondere Vorsicht geboten. "Einem Podolski darf man nicht die Chance geben, aus 20 Metern mit links abzuziehen", warnt Maurer vor der Klasse des Nationalspielers. Ansonsten rechnet er damit, dass Köln versucht, das Spiel zu kontrollieren: "Dadurch werden wir mehr Platz haben. Diesen müssen wir dann nutzen."


SpVgg Greuther Fürth - FC Augsburg

Ein bayerisches Derby gibt am am Dienstag in Fürth, wenn die Spielvereinigung den FC Augsburg empfängt. Insbesondere der FCA will mit einem Sieg an den Erfolg gegen den 1. FC Union Berlin in der 2. Bundesliga anknüpfen. "Wir haben die Möglichkeit, uns weiter zu stabilisieren und noch mehr Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben zu sammeln", sagt FCA-Trainer Jos Luhukay. "Dass wir in Fürth gewinnen können, haben wir in der letzten Saison gezeigt", erinnert sich Luhukay an den 5:4-Erfolg seiner Mannschaft: "Ich hätte nichts dagegen, wenn sich dieses Ergebnis wiederholen würde. Fest steht: Wir wollen in Fürth eine Runde weiterkommen."

Nach dem Spiel gegen Union Berlin sind allerdings noch zwei Fragezeichen im Kader offen. So sind nämlich Ibrahima Traore und Marcel de Jong angeschlagen. Ihr Einsatz entscheidet sich nach dem Abschlusstraining.

Auch für "Kleeblatt"-Trainer Mike Büskens geht es darum, eine Runde weiterzukommen: "Das ist so ein 'Friss-oder-stirb-Spiel' gegen eine Mannschaft, die sich mit uns auf Augenhöhe befindet." Büskens hat bis auf Christopher Nöthe und Stefan Vogler wohl alle Profis an Bord. Auch die zuletzt angeschlagenen Bernd Nehrig, Stefan Schröck und Tayfun Pektürk meldeten sich zurück. Kapitän Thomas Kleine beißt trotz Handbruch und Platzwunde auf die Zähne.


TuS Koblenz - Hertha BSC

Dass der Pokal bekanntlich seine eigenen Gesetze, weiß auch Herthas Trainer Markus Babbel: "Das Pokal-Feeling ist unbeschreiblich. Es geht immer um alles. Lässt du dich auch nur ein Mal hängen, bist du raus."

Trotzdem geht die Hertha gegen den Drittligisten aus Koblenz als Favorit ins Spiel. "Ich bin sicher, dass wir Koblenz schlagen werden und ins Achtelfinale einziehen. Aber wenn wir sie auf die leichte Schulter nehmen, kann der Schuss schnell nach hinten losgehen", sagt Abwehrspieler Christian Lell.

Die TuS will dem Tabellenführer der 2. Bundesliga Paroli bieten. "Wenn man sich nur hinten reinstellt, dann nimmt eine Mannschaft wie die Hertha einen irgendwann auseinander", meint Trainer Petrik Sander: "Über 90 Minuten hat man aber gegen jede Mannschaft eine Chance, und bei dieser Chance müssen wir zupacken, wenn sie kommt."


SC Victoria Hamburg - VfL Wolfsburg

Für den VfL Wolfsburg ist ein Weiterkommen gegen den Oberligisten aus Hamburg nach zuletzt drei Spielen ohne Sieg Pflicht. "Die einzige Lösung für unsere Probleme sind Siege, sie sind die Antwort auf alles", meint deshalb auch Coach Steve McClaren. Der Trainer fordert von seinen Spielern eine "positive Reaktion und die richtige Einstellung. Wir müssen unsere individuellen Fehler abstellen und wir müssen als Mannschaft auftreten, denn anders kannst du keine Spiele gewinnen."

Die Hamburger sehen durchaus Außenseiterchancen gegen den Bundesligisten. Trainer Bert Ehm gibt seiner Mannschaft, die zum vierten Mal in Folge Meister in der Oberliga Hamburg wurde, eine "20-prozentige Chance".