Köln - Die Vorbereitung ist vorbei, "jetzt wird es ernst", sagt Kölns Trainer Zvonimir Soldo und gibt damit das Pokalmotto für die favorisierten Bundesligaclubs in der 1. Runde des DFB Pokals vor (die Sonntagspartien ab 14:30 im Live-Ticker). Die Vorschau zu den Parteien der Bundesligisten:

ZFC Meuselwitz - 1. FC Köln (14:30 Uhr)

Kölns Trainer Zvonimir Soldo nimmt seine Truppe gegen "Underdog" Meuselwitz in die Pflicht. Die Mannschaft müsse am konzentriert zu Werke gehen und Präsenz zeigen. "Dann gibt es im Pokal auch keine Überraschung", so der Kroate.Um einer Überraschung vorzubeugen, beschäftigten sich Trainerstab sowie Scouting-Abteilung intensiv mit dem Regionalligisten, der vergangene Saison den zehnten Platz in der Regionalliga Nord einnahm.

"Sie operieren hauptsächlich mit langen Bällen auf ihren langen Stürmer", weiß Zvonimir Soldo, der sich nach der Auslosung zunächst über das Internet über den Verein aus Thüringen erkundigte: "Aber wir wissen uns dagegen zu wehren." Dass die Meuselwitzer keineswegs nur Kanonenfutter sein werden, zeigte die Elf am ersten Regionalligaspieltag, als sie einen 1:0-Auswärtserfolg bei Energie Cottbus II landete.

Was die Aufstellung gegen den Regionalligisten anbetrifft, will der FC-Coach weitgehend dieselbe Startelf wie gegen Sampdoria Genua ins Rennen schicken. Lediglich Adam Matuschyk rückt für den gesperrten Petit ins Team. Pedro Geromel fehlt nach wie vor aufgrund eines Muskelfaserisses, Lukas Podolski sitzt wie Petit seine Sperre aus dem Pokalspiel gegen den FC Augsburg ab. Linksverteidiger Stephan Salger steht dagegen vor seinem Pflichtspieldebüt bei den Profis. Im Sturm erhält Sebastian Freis wohl den Vorzug vor dem rumänischen Neuzugang Alexandru Ionita.


Eintracht Trier - 1. FC Nürnberg (16 Uhr)

"Club"-Trainer Dieter Hecking sieht das Pokalspiel gegen Regionalligist Trier als Härtetest für den Bundesligastart am kommenden Wochenende: "Am Sonntag werden wir unsere Arbeit prüfen, bevor es gegen Mönchengladbach in der Bundesliga ernst wird."

Rubin Okotie ist noch nicht fit, ein Einsatz Isaac Boakyes (Knieprellung) noch ungewiss. Jens Hegeler könnte hingegen wieder mit von der Partie sein. Ansonsten kann Hecking, der im vergangenen Jahr mit Hannover 96 in der ersten Pokalrunde an Trier scheiterte, aus dem Vollen schöpfen.

"Wir haben Trier beobachten lassen. Ich erwarte einen kämpferischen Gegner, der sich in dieses Spiel hineinwerfen wird. Wir sind dennoch ganz klar der Favorit", sagt Hecking: "Wir können die ersten fünf Kilometer Richtung Berlin in Angriff nehmen."


Berliner AK 07 - 1. FSV Mainz 05 (16 Uhr)

Im vergangenen Jahr war für Mainz im DFB-Pokal Endstation in Runde eins. Der VfB Lübeck zeigte mehr Biss, mehr Herz, mehr Spritzigkeit und scheuchte am Ende die müden Mainzer Profis mit einem 2:1-Sieg vom Feld und aus dem Pokalwettbewerb. Nach dem Debakel gegen den Viertligisten musste Trainer Jörn Andersen seinen Hut nehmen. Das Ende der Pokalträume der 05er in der Saison 2009/2010 markierte allerdings auch den Anfang der Ära Tuchel - unter dem neuen Trainer erreichte der 1. FSV Mainz 05 mit Rang neun der Tabelle die beste Platzierung in der Vereinsgeschichte. Ein Jahr später steht der 05-Coach vor seinem ersten Einsatz als Trainer im DFB-Pokal-Wettbewerb. Es geht nach Berlin, und wenn es nach Tuchel geht nicht zum letzten Mal im Wettbewerb. "Wer nicht vom Finale in Berlin träumt, hat im Pokal-Wettbewerb nichts zu suchen. Wir haben den Anspruch, in jeder Runde weiterzukommen, auch wenn wir auf übermächtige Gegner treffen und das nötige Quäntchen Pokalglück brauchen werden."

In Berlin ist die Vorfreude auf den Bundesligisten ebenfalls groß. Bahman Foroutan, der erfahrene Mann an der Seitenlinie beim Berliner AK 07, erklärte in verschiedenen Medien vor dem Spiel, dass er sich taktisch am Gegner orientieren will und die Partie mehr als Lehrstunde für seine Schützlinge im Bereich Technik, Taktik und Kondition sieht. Der iranisch-stämmige Trainer sieht die Chancen seines Teams als minimal an, geht aber dennoch guter Dinge in das Match.
Mit dem Stand seines Teams ist Tuchel aktuell sehr zufrieden. "Wir sind genau so weit, wie wir sein wollen. Am Sonntag kommt dann noch das Adrenalin hinzu, dass es nur bei Pflichtspielen gibt", sagt der Fußballlehrer. Mit welcher Aufstellung er in Berlin an den Start geht, wollte Tuchel nicht verraten. Sicher ist, dass Tuchel auf einige Akteure verzichten muss. Neben Heinz Müller fehlen auch Haruna Babangida, Petar Sliskovic und André Schürrle verletzungsbedingt. Letzterer soll seine Schambeinreizung vor dem Start in die Bundesliga kommende Woche ordentlich auskurieren.


Preußen Münster - VfL Wolfsburg (17:30 Uhr)

Steve McClaren steht vor seinem Pflichtspieldebüt als Terainer des VfL Wolfsburg. "Eine gewisse Anspannung verliert man zum Glück nie, wenn man wie ich verrückt nach Fußball ist", so der Coach über sein Debüt: "Das ganze Drumherum sollten wir allerdings vergessen. Wir müssen uns allein auf das Spiel fokussieren und darauf aufbauen, was wir gegen Everton gezeigt haben."

McClaren warnt, das Spiel auf die leichte Schulter zu nehmen: "Wenn unsere Einstellung nicht stimmt, dann wird Münster uns große Probleme bereiten."

Makoto Hasebe, der im Training einen Schlag abbekam, wird nicht dabei sein. Neuzugang Arne Friedrich konnte hingegen die letzte Einheit ohne Probleme komplett absolvieren und steht damit vor seinem Debüt im VfL-Trikot.


Vorschau: Torgelower SV Greif - Hamburger SV (17:30 Uhr)


Die weiteren Sonntagspartien im Überblick:

14:30 Uhr Schwarz-Weiß Essen - Alemannia Aachen
14:30 Uhr TuS Koblenz - Fortuna Düsseldorf
14:30 Uhr SC Victoria Hamburg - Rot-Weiß Oberhausen
14:30 Uhr TuS Heeslingen - FC Energie Cottbus
17:30 Uhr Hallescher FC - 1. FC Union Berlin
17:30 Uhr Kickers Offenbach - VfL Bochum 1848