Lwiw - Lukas Podolski sah besonders stolz aus, als in der Arena von Lwiw die Nationalhymne ertönte - bis er sich das Jubiläum mit einem Tor versüßte, vergingen danach nur 19 Minuten. "Poldi", der mit erst 27 Jahren am Sonntagabend gegen Dänemark in den elitären Hunderter-Club aufstieg, knallte den Ball aus zehn Metern unbedrängt rein und jubelte ausgelassen, als wüsste er ganz genau, dass die erste leise Kritik nach zwei durchwachsenen Leistungen bei dieser EM verstummen wird.

Nicht nur, weil der künftige Profi des FC Arsenal der jüngste Spieler in Europa ist, der die magische Marke von 100 Länderspielen erreichte. "Ich habe immer gesagt: Hundert ist ein Ziel, eine Marke, ein Traum. Es erfüllt mich schon mit einem gewissen Stolz", sagte der kölsche Jung, fügte aber auch an: "Es gibt nach dem Fußball tausend wichtigere Dinge als solche Statistiken."

Podolski will bei den Fans Eindruck hinterlassen



Sie machen sich aber auch nicht so schlecht im Lebenslauf, und Tore waren schom immer die besten Argumente im Fußball. Nummer 44 war sein Treffer gegen Dänemark in der Anfangsphase, der erste seit dem 2. September 2011 (6:2 gegen Österreich), das ergibt eine äußerst gute Quote von 0,44. Und die 150 Einsätze des Rekordnationalspielers Lothar Matthäus sind für Podolski auch keine Utopie.

Podolski ist aber schon jetzt, unabhängig von irgendwelchen Zahlen, ein wichtiger Teil der deutschen Fußball-Geschichte. Er ist ein Original, ein Sympathieträger, einer, der bei Fans, Mitspielern und Trainern gleichermaßen beliebt ist. "Ich versuche mit positiven Auftritten, dass die Menschen mich in guter Erinnerung haben als einen, der Spaß vermittelt und guten, erfolgreichen Fußball spielt. Die Fans sollen später sagen: Pah, der Poldi war ein super Typ! Er hat Tolles geleistet", sagte Podolski der "Bild".

Seit 2004 dabei



Auch vor der Partie gegen Dänemark präsentierte sich Podolski in bester Laune, obwohl in den beiden ersten Spielen die Form nicht gestimmt und es Diskussionen um "Prinz Poldi" gegeben hatte. Er fühle sich "einfach sauwohl", sagte er und lobte "die tolle Atmosphäre" im DFB-Team: "Die Nationalmannschaft ist mir ans Herz gewachsen."

Das erste Mal trug Podolski das Trikot der A-Nationalmannschaft am 6. Juni 2004 beim 0:2 in Kaiserslautern gegen Ungarn. In Polen und der Ukraine nimmt er bereits an seinem fünften Turnier teil. Sein erster Treffer in der DFB-Auswahl gelang ihm am 21. Dezember 2004 beim 5:1 gegen Thailand, viele weitere folgten.

Nur der Titel fehlt



An seine Tore erinnert sich "Poldi" gerne. Ansonsten hat er "seit dem ersten Tag Spaß. Ich hoffe, dass das noch ein paar Jahre weitergeht. Es fehlt eigentlich nur ein Titel."

Ein Präsent hat er bereits sicher. Dieses und die obligatorische Ehrennadel für das 100. Länderspiel soll es nach der EM geben. Doch nach dem Turnier setzt Podolski erst mal andere Prioritäten. Für vier Jahre hat er beim FC Arsenal unterschrieben. Nachdem sein erster Versuch 2006, außerhalb Kölns Fuß zu fassen, beim FC Bayern gescheitert war, geht er mit dem festen Vorsatz auf die Insel, dort für Furore zu sorgen.