München - Die deutsche Mannschaft war gegen Kasachstan in allen Belangen überlegen. Den 3:0-Sieg machte sie aber erst spät in der zweiten Halbzeit endgültig perfekt.

Das lag vor allem daran, dass Klose, Özil, Müller und Co. vor dem Tor der Hausherren die nötige Konsequenz vermissen ließen. bundesliga.de nimmt die Leistung deutschen Spieler genau unter die Lupe.

Manuel Neuer: Der Schalker Torwart hatte eigentlich einen geruhsamen Abend. Denn wenn die Hausherren mal zum Abschluss kamen, dann vergaben sie zu meist kläglich. Lediglich bei einem fulminanten Schuss von Oberhausens Schmidtgal musste Neuer als sein Können aufbieten - und das tat er mit Bravour.

Philipp Lahm: Lahm hatte mit 142 wieder einmal die meisten Ballkontakte auf dem Platz. Doch im Gegensatz zum Türkeispiel war der Kapitän in Kasachstan fast gar nicht in der Offensive zu finden. Mit Schmidtgal hatte er einen brandgefährlichen Gegenspieler. Lahm machte seine Seite aber zumeist dicht.

Per Mertesacker: Ein schwieriges Spiel für den Abwehrchef. Denn eigentlich hatten die Hausherren spielerisch nicht viel entgegenzusetzen. Dafür setzten sie aber bei jedem Konter energisch nach. Da das Mittelfeld nicht wie gewohnt mit nach hinten arbeitete, kam die Abwehr ein ums andere Mal ins Schwimmen.

Holger Badstuber: Für Badstuber war die späte Anstoßzeit nichts. Der Bayern-Youngster ließ sich von Nurgaliev einmal böse düpieren. In zwei, drei Situationen agierte er nicht so sicher wie noch gegen die Türkei. Brachte starke 97 Prozent seiner Pässe, 110 von 113, an den Mann.

Heiko Westermann: Wieder ein unauffälliges Spiel des Hamburger Kapitäns. Schaltete sich in der ersten Halbzeit einige Male mit in den Angriff ein und legte dabei zwei Mal zum Torschuss auf. Insgesamt beschränkte er sich aber wie Lahm zu sehr auf die Defensive.

Sami Khedira: Lief viel und zeigte sich immer wieder im Strafraum der Hausherren. Hatte bei zwei Kopfbällen großes Pech - einmal schlug der Ball an die Latte. Hatte bei allem Offensivgeist auch das Auge für den Mitspieler - zwei Torschussvorlagen stehen zu Buche.

Toni Kroos: Durchwachsene Leistung von Kroos. Verteilte fleißig die Bälle, die zündende Idee hatte aber auch das Bayern-Juwel nicht. Gewann für einen "Sechser" nur mäßige acht von 14 Zweikämpfen. Feuerte dafür aber immerhin drei Mal aufs Tor ab.

Thomas Müller: Nur 54 Ballkontakte, lediglich drei gewonnene Zweikämpfe bei acht Duellen: So eine schwache Bilanz hatte Müller schon lange nicht mehr. Immerhin bleibt es dabei: Wo Müller auftaucht, da wird es gefährlich. Zwei Mal versuchte er es selber, vier Mal legte er mustergültig auf.

Mesut Özil: Für einen Spielmacher sind 60 Ballkontakte viel zu wenig. Da helfen auch die vier Torschüsse nichts. Seine Klasse stellte er vor dem 1:0 mit dem Zuspiel auf Podolski unter Beweis. Doch von diesen genialen Ideen lieferte Özil zu wenig. Wirkte ein wenig passiv.

Lukas Podolski: Etwas überspitzt gesagt, trat Podolski genau drei Mal erwähnenswert in Erscheinung. Er bereitet die Tore von Klose und Gomez vor und traf zum 3:0 selbst ins Netzt. Diese Tatsache alleine macht ihn schon fast zum Spieler des Spiels. Ansonsten lieferte der Kölner aber nur eine ausreichende Leistung ab. Er gewann auch nur sieben von 17 Zweikämpfen.

Miroslav Klose: Auch im vierten Quali-Spiel hat Klose getroffen. Der Bayern-Stürmer hat jetzt 58 Tore in 105 Länderspielen erzielt. Eine fantastische Quote. Ansonsten trat Klose bei den Strafraumaktionen des DFB-Teams nicht so in Erscheinung. Musste in der 55. Minute wegen einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden.

Mario Gomez: Kam für Klose ins Spiel. Und Gomez zeigte es seinen Kritikern - er kann doch noch treffen. Verwandelte den Steilpass von Podolski in richtiger Torjägermanier. Ballmitnahme in den Strafraum, kurz hochgeschaut und trocken drauf. Das Tor war aber auch schon die einzige nennenswerte Szene des Bayern-Stürmers.

Marko Marin: Ersetzte in der 71. Minute Müller. Sollte für Belebung und frischen Wind auf der rechten Seite sorgen. Suchte immer wieder das Eins-gegen-eins. Aber ohne Erfolg. Verlor vier seiner sechs Zweikämpfe.

Cacau: Vierte Einwechslung im vierten Quali-Spiel. Hatte nach einem Zuspiel von Podolski die Chance zum 3:0, verzog aber aus 13 Metern deutlich.