Der FC Bayern lässt sich in diesen Tagen von Nichts aus der Ruhe bringen.

Nicht vom Rathaus-Besuch Felix Magaths, nicht vom ersten öffentlichen Auftritt Jürgen Klinsmanns und auch nicht von einem Wildschwein, das im Perlacher Forst plötzlich vor Hamit Altintop auftauchte.

Ziel: Direkte Teilnahme an der Champions League

Der Türke, der nach überstandenem Muskelfaseriss seinen Belastungstest im Wald absolvierte, zeigte sich aber gewandt und umkurvte das Tier gekonnt, wie Trainer Jupp Heynckes am Freitag mit voller Freude berichtete.

Das Wildschwein ist spätestens am Samstag (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) gegen den VfB Stuttgart aber kein Thema mehr. Gegen die Schwaben geht es um die Verteidigung des 2. Platzes, der die direkte Teilnahme an der Champions League berichtet.

Heynckes: "Mannschaft sendet positive Signale"

"Es ist ein deutlicher Unterschied, ob man in der nächsten Saison in der Champions League oder in der Europa League spielt", sagt Heynckes. Im schlimmsten Fall, der bei einer Niederlage der Münchener und einem gleichzeitigen Sieg von Hertha BSC eintreten kann, landen die Münchener auf Platz 4.

Doch Heynckes setzt vor dem Spiel gegen den VfB vor allem auf das Verantwortungsbewusstsein seiner Spieler. "Es muss eine Eigenmotivation der Spieler da sein. Aber die Mannschaft sendet sehr positive Signale. Sie ist sehr diszipliniert", so Heynckes, der erneut viele Einzelgespräche geführt hat.

Lahm: "Nur die Champions League zählt"

Auffällig ist, dass Heynckes die Meisterschaft nicht ein einziges Mal als Ziel ausgibt. "Wir stellen die Mannschaft so ein, das sie das Spiel gewinnt. Wichtig ist für den FC Bayern erst einmal die Champions League."

Auch Philipp Lahm bleibt zurückhaltend: "Für uns zählt nur, das Spiel zu gewinnen, um dann sicher in die Champions League zu kommen. Das andere können wir nicht beeinflussen." Informationen über die anderen Ergebnisse will er sich gar erst nach dem Spiel einholen.

"Bremen wird Gas geben"

So ein bisschen spekuliert Lahm aber dann doch und glaubt, dass Wolfsburgs Gegner Werder Bremen "nicht mit zwei Niederlagen in Folge das DFB-Pokal-Finale angehen will". Nach der 1:2-Niederlage gegen Schachtjor Donezk werden die Bremer "Gas geben", so Lahm, der aber schnell wieder den Schwenk zu seinen Bayern macht.

Denn die eigenen 90 Minuten werden für den Rekordmeister schwer genug. Auch der VfB Stuttgart spekuliert auf Rang 2 und sogar auf den Titel. "Das ist ein großes Kaliber", so Heynckes, "sie sind sehr organisiert und haben sich sehr entwickelt." Auch Lahm hat Lob für die Schwaben übrig: "Wir müssen nicht nur auf Mario Gomez aufpassen. Auch Cacau ist ein starker Spieler und auch aus dem Mittelfeld sind sie sehr gefährlich."

Oddo muss zurück nach Mailand

"Wir müssen versuchen, unsere Stärken durchzubringen, die Initiative ergreifen. Wir sind der FC Bayern", sagt Heynckes, für den es das letzte Bundesliga-Spiel als Bayern-Trainer wird und vor dem Spiel offiziell verabschiedet wird. Das gilt auch für Willy Sagnol, Lukas Podolski und Massimo Oddo. Der Italiener wird nicht weiterverpflichtet und muss zurück zum AC Mailand.

Vor dem Spiel haben sich die Verantwortlichen noch eine Besonderheit ausgedacht: Eine Band soll nicht nur für die Musik im Stadion sorgen, sondern auch die Zuschauer animieren - eine Art Motivationstraining für das Volk. Ob die Bayern-Stars da zuhören wolllen, ist fraglich. Aus der Ruhe wollen sie sich ja bekanntlicht nicht bringen lassen...

Von der Säbener Straße berichtet Fatih Demireli