Bremen - Die Hiobsbotschaften bei Werder Bremen reißen nicht ab. Claudio Pizarro musste am Mittwochvormittag das Training vorzeitig beenden und wird im Saisonendspurt nicht mehr zur Verfügung stehen. "Claudio hat das Training mit dem Verdacht auf eine Zerrung abgebrochen", bestätigte Geschäftsführer Klaus Allofs noch am Morgen das, was die Zaungäste bereits zuvor erahnen konnten.

Nach der Kernspintomographie am Nachmittag dann die Gewissheit. Die Werderaner müssen länger auf ihren Top-Torjäger verzichten. Die Diagnose lautet diesmal: Muskelfaseriss, rechte Oberschenkel-Vorderseite. Für Pizarro ist die Saison gelaufen, ein Einsatz im letzten Bundesligaspiel am Samstagnachmittag in Kaiserslautern ist ausgeschlossen.

Urlaub vor der Copa America

Auch in den Testspielen nach dem 34. Spieltag wird Pizarro nicht zur Verfügung stehen. Denn unabhängig von der Verletzung, "wird Claudio bereits am Sonntag seinen Urlaub antreten", erklärte Klaus Allofs und begründete diese Tatsache mit der Teilnahme Pizarros an der Copa America.

"Er wird zunächst drei Wochen Urlaub machen, anschließend in eine individuelle Vorbereitung gehen, ehe er sich mit der peruanischen Nationalmannschaft auf das Turnier vorbereitet", so der Werder-Geschäftsführer weiter. Allofs spricht dabei von "einer guten Lösung, wobei Claudio seinen Urlaub nur vorzieht und unmittelbar nach dem Ausscheiden Perus wieder in unser Training einsteigt." Die bevorstehenden Rehamaßnahmen an Pizarros Oberschenkel würden, so Allofs, an diesem zeitlichen Ablauf nichts ändern.

"Mal sehen, ob wir elf Leute zusammenkriegen"

Die mehr als angespannte Personalsituation wird dem Trainer in den kommenden Tagen weiter Kopfzerbrechen bereiten. Ändern kann er sie allerdings nicht. "Wir wissen noch nicht, wie unser Personal am Wochenende aussieht. Wir müssen mal gucken, ob wir noch elf Leute zusammenkriegen", äußerte sich Thomas Schaaf mit einem Schmunzeln. Denn nach wie vor sind auch Per Mertesacker, Tim Borowski und Sandro Wagner nicht einsatzbereit.

Positive Nachrichten gab es unterdessen von Aaron Hunt. Der zuletzt wegen Rückenbeschwerden nicht einsatzfähige Werderaner habe, so Schaaf, sein Programm schon steigern können und am Mittwoch individuell "mehr gemacht". Bleibt abzuwarten wann er und die übrigen angeschlagenen Profis das Training wieder aufnehmen können.