Reutlingen - Ohne zu glänzen, aber letztlich souverän ist Bundesligist Hannover 96 in die 2. Runde des DFB-Pokals eingezogen. Gegen den aufopferungsvoll kämpfenden Oberligisten FC Nöttingen mühte sich der Europa-League-Qualifikant zu einem 6:1 (2:0). Mittelfeldstratege Sergio da Silva Pinto erlöste mit einem Doppelpack in der ersten Halbzeit (27./32.) die rund 1500 in das Reutlinger Ausweichstadion mitgereisten 96-Anhänger, Leon Andreasen erhöhte kurz nach dem Wiederanpfiff per Kopf (47.).

Ex-Nationalspieler Jan Schlaudraff erstickte in der 54. Minute postwendend die durch den Anschlusstreffer von Leutrim Neziraj (53. ) aufgekommenen Hoffnungen der Amateure auf die Sensation. Für die endgültige Entscheidung sorgten der eingewechselte Konstantin Rausch (79.) und erneut Schlaudraff (83.).

"Der Unterschied war wie so oft die Effektivität vor dem Tor - ich glaube das zeichnet dann auch eine Spitzenmannschaft aus. Das war ein sehr ansprechendes Spiel, auch bei diesen Temperaturen auf dem Platz", resümierte 96-Trainer Mirko Slomka. Sein Nöttinger Kollege Michael Wittwer meinte: "Arg enttäuscht bin ich nicht. Sie haben unsere Fehler gnadenlos ausgenutzt. Es ist dann einfach so, dass bei uns die Kräfte nachgelassen haben. Für uns war es ein tolles Event."

Im "Brutkasten" Kreuzeiche-Stadion, in das Nöttingen aufgrund der Sicherheitsauflagen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) umziehen musste, tat sich der Favorit bei hochsommerlichen Temperaturen zunächst schwer, frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen und ließ die Amateure immer wieder gefährlich vor das Tor von Nationaltorwart Ron-Robert Zieler kommen.

Pinto dreht mächtig auf



Trainer Mirko Slomka musste vier Tage vor dem Play-off-Hinspiel für die Gruppenphase der Europa League beim polnischen Meister Slask Breslau ungewohnt viele Unkonzentriertheiten seiner Mannschaft mitansehen und so hatten die Gastgeber die erste Torgelegenheit. Mario Bilger scheiterte mit seinem Flachschuss an Zieler (4.), der auch Mitte der ersten Hälfte einen Nöttinger Konter in höchster Not entschärfen musste (21.).

Erst der Sonntagsschuss von Pinto aus zentraler Position brachte dem Bundesligisten etwas mehr Sicherheit. Eine schöne Kombination mit Schlaudraff sorgte für den dann verdienten Pausenstand.

Nach der Pause legten Andreasen nach einer Pinto-Ecke und Schlaudraff nach schöner Hacken-Vorarbeit von Mohammed Abdellaoue nach, beim zwischenzeitlichen Gegentreffer durch Neziraj wirkte die 96-Abwehr erneut reichlich desorientiert. In der Folge zollten beide Mannschaften den rund 35 Grad Lufttemperatur Tribut, Schiedsrichter Benjamin Cortus (Röthenbach) gewährte den Spielern in der 67. Minute eine kurze Trinkpause.

Schlaudraff verpasste zehn Minuten später noch den fünften Treffer für den Favoriten, zwei Minuten später machte es Rausch besser, ehe Schlaudraff doch nochmal feiern konnte.

Nöttingen: Rausch - Brenner, Fuchs, Rapp, Schmidt - Zachmann, Jung - Schenker (81. Kärcher), Neziraj (87. Hecht-Zirpel), Bilger - Telle (70. Di Piazza)

Hannover: Zieler - Cherundolo (62. Konstantin Rausch), Haggui, Felipe, Pander - Andreasen, da Silva Pinto - Stindl (46. Schmiedebach), Huszti - Schlaudraff, Abdellaoue (61. Ya Konan)

Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach)
Tore: 0:1/0:2 da Silva Pinto (27./32.), 0:3 Andreasen (47.), 1:3 Neziraj (53.), 1:4 Schlaudraff (55.), 1:5 Konstantin Rausch (79.), 1:6 Schlaudraff (83.)
Zuschauer: 3168
Gelbe Karten: Schenker - Felipe, Huszti