Hamburg - Auf Pierre-Michel Lasogga vom Hamburger SV lastete vom 1. Spieltag an ein großer Druck. Denn mit 13 Toren in lediglich 20 Partien und dem entscheidenden Auswärtstreffer im Relegations-Rückspiel in Fürth hatte er in der vergangenen Saison fast im Alleingang für den Klassenerhalt des Bundesliga-Dino gesorgt.

 

Kein Wunder also, dass 2014/15 sofort ähnliche Glanzleistungen von ihm erwartet wurden. Doch dabei wurde oft vergessen, dass Lasogga mit seinen gerade einmal 22 Jahren noch ziemlich am Anfang seiner Profi-Karriere steht.

"Ich weiß, dass es immer Kritiker gibt"

Umso bemerkenswerter war das Auftreten des Stürmers, der trotz einer langen Torflaute nie den Glauben an sich und vor allem die Mannschaft verlor. Am vergangenen Spieltag in Dortmund wurde das mit dem Tor des Tages und dem ersten Dreier für den HSV belohnt.

"Ich weiß, dass es immer Kritiker gibt und dass das auch dazu gehört. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich das echt kalt gelassen hat in den letzten Wochen. Ich habe immer gearbeitet und geackert. Und ich konnte immer in den Spiegel gucken, wenn ich vom Platz gekommen bin, weil ich meine Leistung gebracht habe", sagte Lasogga im Interview nach dem Schlusspfiff im Signal Iduna Park mit einer Reife, die sonst wohl nur wenige Profis in seinem Alter vorweisen können.

Torriecher bald häufiger gefragt

Dennoch: Mit einem Treffer allein werden seine Kritiker nicht verstummen. Dazu muss der bullige Angreifer möglichst schnell nachlegen. In zwei Wochen bietet sich vor heimischer Kulisse die nächste Chance dazu.

"Da sehr viele Spieler von uns bleiben und nicht zur Nationalmannschaft müssen, können wir die Pause jetzt auch nutzen, uns noch besser einzuspielen. Und dann wollen wir im nächsten Spiel gegen Hoffenheim natürlich da anknüpfen, wo wir in Dortmund aufgehört haben", so Lasogga.

Entscheidend dürfte sein, ob sich das Zusammenspiel mit Regisseur Lewis Holtby und Flügelflitzer Nicolai Müller weiter automatisiert. Mit dem wiedergenesenen Marcell Jansen als Flankenmaschine dazu könnte Lasoggas Torriecher vor dem gegnerischen Gehäuse schon bald häufiger gefragt sein, als das zuletzt der Fall war.

Lasogga weiß das auch. "Man hat schon in den letzten Spielen gesehen, dass es immer besser geworden ist“, meinte er und fügte an: "Und für einen Stürmer ist es auch immer gut, wenn er ein Tor macht. Dann kommen noch einmal zusätzlich zehn Prozent ganz von alleine."

Michael Reis

Der Hamburger SV im Startcheck