Hamburg - Viererpack! Pierre-Emerick Aubameyang machte am Samstag im Volksparkstadion kurzen Prozess mit dem Hamburger SV und schob sich durch seinen ersten Viererpack seiner Karriere auf Platz eins der Torjägerliste (zusammen mit dem Kölner Modeste). Außerdem verkürzte Borussia Dortmund den Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München und geht nun mit neuem Selbstvertrauen in das Topspiel gegen den Rekordmeister am kommenden Spieltag nach der Länderspielpause.

>>> Alles zur Partie #HSVBVB im Matchcenter

Partycrasher Aubameyang

"Ich bin wirklich froh, dass wir gewonnen haben, denn vor der Partie hatten wir schon gehörigen Druck, weil wir so lange in der Bundesliga nicht mehr getroffen hatten", atmete BVB-Stürmer Aubameyang mächtig durch. Der Gabuner macht das Spiel seines Lebens. In der ersten Halbzeit macht er die Partylaune des Hamburger Publikums mit einem lupenreinen Hattrick innerhalb von nur 24 Minuten schnell zunichte. Der HSV hatte sein Idol Uwe Seeler vor der Partie zum 80. Geburtstags gratuliert und dem Vize-Weltmeister von 1966 sogar ein Ständchen gesungen. Doch nach nur vier Minuten begrub Aubameyang schnell die Hoffnungen der HSV-Fans wieder einmal einen Bundesliga-Sieg bejubeln zu dürfen.

Aubameyang: Habe einen Fehler gemacht

© imago / Contrast

Nach dem schnellen 1:0 rannte Aubameyang zu seinem Trainer Thomas Tuchel und umarmte diesen innig. "Ich habe mich nach meinem Tor noch einmal bei ihm entschuldigt, er hat dann zu mir gesagt, dass ich noch zwei Tore schießen soll und ich habe geantwortet, okay", schmunzelte Aubameyang anschließend in der Mixed-Zone. Der Gabuner war vor dem Champions League-Heimspiel der Borussen am Mittwoch gegen Sporting Lissabon von Tuchel aus dem Kader gestrichen worden, weil Aubameyang gegen die Anweisung des Trainers am trainingsfreien Montag zu einer Geburtstagsparty nach Mailand geflogen war. Der Viererpacker zeigte sich nach der Spiel demütig. "Ich habe einen Fehler gemacht und mich schon vor dem Sporting-Spiel beim Coach und der gesamten Mannschaft entschuldigt. Ich bin wirklich happy, dass ich heute vier Tore geschossen habe und dem Team helfen konnte. Ich möchte nicht meine gute Beziehung mit dem Coach aufs Spiel setzen."

>>> Jetzt Pierre-Emerick Aubameyang im Offiziellen Bundesliga Fantasy Manager kaufen!

Geschichte für Tuchel erledigt

Für Trainer Tuchel war der Rauswurf von Mittwoch bereits kalter Kaffee, der Coach freute sich mächtig über Aubameyangs Treffer: "Vier Tore – das sprengt jeder Erwartungshaltung. Auch die, die man zu einem Topstürmer hat. Es war und ist völlig klar, dass wir keines unserer Ziele ohne Aubameyang erreichen können. Deshalb ist es fantastisch, so einen Spieler zu haben. Er kann in jeder Situation den Unterschied machen."

Spielball für seinen Sohn

© imago

In seiner Hand hielt der 27-Jährige nach dem Spiel beim Interview-Marathon den Spielball, den er Schiedsrichter Sascha Stegemann abgeluchst hatte. "Ich behalte immer den Spielball, wenn ich drei Tore schieße. Mein Sohn bekommt den Ball als Geschenk", erklärte Aubameyang. Neben einem lupenreinen Hattrick erzielte Aubameyang in Halbzeit zwei sogar noch einen Treffer und legte das fünfte Tor des BVB durch Ousman Dembele sogar noch auf. "Vier Tore habe ich noch nie erzielt in einem Spiel." Aubameyang tritt mit seinem Viererpack übrigens in die Fußstapfen seines Chefs. Der letzte Schwarz-Gelbe, der vier Treffer erzielen konnte, war der heutige Sportdirektor Michael Zorc 1988 beim 4:2 über Bayer Uerdingen.

BVB: Angriff auf die Bayern

Durch den Sieg beim Angstgegner HSV hat der BVB nach vier sieglosen Spielen in Folge wieder Selbstvertrauen getankt. Nach der Länderspielpause kommt es dann zum Showdown gegen den Rekordmeister im Signal-Iduna-Park in Dortmund. "Ich habe gehört, dass Bayern nur 1:1 gespielt hat, das ist gut. Jetzt sind nur noch sechs Punkte Rückstand. Am kommenden Spieltag haben wir dann im direkten Duell die Chance mit einem Sieg die Meisterschaft wieder spannend zu machen."

Video: Ein emotionales Derby

Dann kommt es auch zum Duell der beiden Super-Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang (elf Tore) und Robert Lewandowski (sieben Tore). Der Pole traf in der Bundesliga für sein ehemaliges Team nie viermal in einem Spiel, das hat sein ehemaliger Teamkollege Aubameyang ihm jetzt voraus. Dennoch lobt der Gabuner seinen Konkurrenten. "Lewa weiß, wie man Tore schießt. Es ist schön ihn wiederzutreffen."

>>> Die Liste der Torjäger

Aus Hamburg berichtet Alexander Barklage