Köln - Pierre Bengtsson ist ins Training des 1. FSV Mainz 05 eingestiegen. Bereits Ende November hatten die 05er den Linksverteidiger vom FC Kopenhagen verpflichtet. Da sein Vertrag Ende des Jahres auslief, konnten die Mainzer ihn ablösefrei unter Vertrag nehmen.

Mainz-Coach Kasper Hjulmand und Pierre Bengtsson kennen sich bereits aus ihrer gemeinsamen Zeit in den Jahren 2009 bis 2011 beim FC Nordsjælland. "Dass wir gemeinsam in Nordsjælland gearbeitet haben, ist schon sechs Jahre her", erzählt Bengtsson auf der Homepage der 05er. "Er war damals erst noch Co-Trainer. Der Verein hat unter ihm eine absolut beeindruckende Entwicklung genommen."

Keine Angst vor der Bundesliga

Den Weg nach Nordsjælland schlug der heute 26-Jährige 2009 ein, weil er seinen Stammplatz bei AIK Solna verloren hatte. In der dänischen Superligaen entwickelte er sich schnell zur Stammkraft und wechselte schließlich zwei Jahre später zum FC Kopenhagen. Mit dem Hauptstadt-Club holte Bengtsson zwei Dänische Meistertitel und ließ den beiden Pokalsiegen mit Nordsjælland einen weiteren folgen. In Kopenhagen sammelte Bengtsson auch Champions-League-Erfahrung, 2011 debütierte er zudem in der schwedischen Nationalmannschaft.

Durch den Wechsel in die Bundesliga wird Bengtsson sein Spiel anpassen müssen. "Der Fußball in Deutschland ist generell schneller, dynamischer", sagt der Schwede. In Dänemark sei der Fußball statischer und Positionstreue elementar. "Bei Kasper Hjulmand liegt der Fokus mehr auf dynamischer Spielweise, schnellen Kontern, schnellem Gegenpressing und Ballbesitz", sagt Bengtsson. Zu großen Respekt vor den Anforderungen hat er aber nicht. "Ich bin gut darin, mich den Gegebenheiten anzupassen", so Bengtsson.

Seine Position ist seit einiger Zeit die linke Seite der Viererkette. "Ich habe in der Jugend als zentraler Mittelfeldspieler begonnen und wurde dann mit 17 zum Linksverteidiger umgeschult", beschreibt Bengtsson seine Entwicklung. "Die Position links in der Abwehrreihe ist auch eigentlich meine Lieblingsposition, und genau dafür bin ich nach Mainz geholt worden." Trotzdem kann er auch auf anderen Positionen eingesetzt werden und hat seinen Offensivdrang nicht verloren. Kein Wunder, denn in seinen jungen Jahren hatte er angriffslustige Idole.

Schluss mit Eishockey

"Als Jugendspieler war ich ja noch Mittelfeldspieler, da waren meine Vorbilder David Beckham von Manchester United und der Schwede Thomas Brolin", plaudert Bengtsson aus der Vergangenheit. Heute hat er keine echten Vorbilder mehr, auf seiner Position schaut er sich trotzdem gerne um und guckt sich dabei auch Sachen ab. Momentan hat es ihm ein Bundesliga-Spieler besonders angetan. "Es gibt im Moment einige gute Linksverteidiger, zum Beispiel David Alaba vom FC Bayern München. Sein Spiel ist sehr beeindruckend", lobt er den Kollegen, dem er am letzten Spieltag der Saison begegnen wird.

Dass es überhaupt dazu kommen kann, verdankt Pierre Bengtsson seinem ehemaligen Eishockey-Club. "Ich habe mit Eishockey aufgehört, weil wir jungen Spieler vom Club aus beauftragt worden sind, möglichst viele Abonnements für den seine Spiele übertragenden Sport-TV-Sender zu verkaufen", erzählt Bengtsson lachend. Da er mit seinen 13 Jahren keine Lust dazu hatte, von Tür zu Tür zu laufen, hörte er mit dem schwedischen Nationalsport wieder auf und spielte nur noch Fußball.

Von nun an also in Mainz, worauf er sich schon sehr freut. "Mein erster Eindruck von den Teamkameraden ist spitze, die Jungs haben mich sehr herzlich empfangen. Ich freu mich sehr darauf, alle in den nächsten Wochen noch besser kennenzulernen."