Der FC Schalke 04 setzt seine Aufholjagd in der Bundesliga fort.

Der 4:0-Heimsieg gegen Energie Cottbus war bereits der dritte Erfolg nacheinander und zugleich der dritten Sieg im dritten Spiel für das neue Trainertrio Mike Büskens, Youri Mulder und Oliver Reck. Nach dem Spiel stand Mike Büskens Rede und Antwort.

Frage: Glückwunsch zum 4:0-Sieg gegen Energie Cottbus. Die Mannschaft spielt einen anderen Fußball als noch vor ein paar Wochen. Woran liegt das?

Mike Büskens: Da muss man jeden einzelnen Spieler fragen, woran es liegen könnte. Die Jungs treten sehr selbstbewusst auf, sie arbeiten gut. Und Arbeit wird belohnt.

Frage: Wie bewerten Sie die Szene beim 4:0, als der Torschütze weniger gefeiert wird als der Flankengeber?

Büskens: Das hat der Orlando Engelaar absolut verdient. Er war vielleicht das Symbol für eine durchwachsene Saison, das Negativsymbol. Man hat vieles an ihm festgemacht. Das habe ich schon als ungerecht empfunden. Deswegen finde ich es schön, dass die Jungs das ähnlich sehen und er das Lob bekommt.

Frage: Ihr Spieler Jermaine Jones hat gesagt, dass die drei Siege gegen Bielefeld, Karlsruhe und Cottbus Pflichtsiege waren. Jetzt kommen die Spiele gegen Bayern und Leverkusen, in den die Mannschaft und auch das Trainertrio zeigen können, wozu sie im Stande sind. Sehen Sie das auch so?

Büskens: Ich denke, dass Pflichtsiege in der Regel die schwersten sind. In der breiten Öffentlichkeit ist klar, dass man diese Spiele gewinnen muss. Aber in der Vergangenheit gab es auch oft andere Ergebnisse. Es kann sein, dass diese vermeintlich schweren Spiele für uns leichter werden.

Frage: Waren die drei bisherigen Gegner vielleicht auch noch nicht der richtige Maßstab, um Ihre Arbeit abschließend zu beurteilen?

Büskens: Ich finde, dass die Mannschaft ordentlich gearbeitet hat. Man kann darüber reden, ob das jetzt Gegner waren, die man schlagen muss. Aber ich kann mich auch an Partien erinnern, da hat Cottbus Punkte mitgenommen. Meine Mannschaft hat gegen Energie Cottbus sehr gut gespielt. Das Spiel gegen den KSC war auch kein einfaches Spiel. Man kann ein leichtes oder schweres Spiel nicht immer über den Tabellenstand definieren.

Frage: Wie sehr beschäftigen Sie sich mit der Frage, ob Sie auch in der kommenden Saison Trainer auf Schalke sind?

Büskens: Wir spielen jetzt erst einmal gegen Bayern München. Das wird schwer genug. Darauf liegt unser Fokus und nicht darauf, was irgendwann einmal sein könnte oder nicht. Für mich persönlich geht es um eine innere Zufriedenheit. Dann wirst Du auch gelassen. Ich war vor zwei Jahren glücklich, ich war vor zehn Jahren glücklich. Ich bin heute glücklich und hoffe, dass ich auch im nächsten Jahr noch glücklich sein werde.

Frage: Aber es tut doch gut, wenn Sie hören, wie die Fans Ihren Namen rufen?

Büskens: Ja, aber es kommen vielleicht auch einmal andere Zeiten. Dann hört man seinen Namen auch, aber in einer anderen Verbindung. Und dann tut es vielleicht weh. Das sind jetzt Momentaufnahmen. Die Mannschaft wurde gegen Cottbus dafür belohnt, dass sie sehr gut arbeitet, dass sie sehr willig ist, das ist die Hauptsache.

Frage: Wie sehr interessieren Sie die Ergebnisse der Konkurrenten und der Blick auf die Tabelle?

Büskens: Ich müsste ja blind sein, wenn ich das nicht am Rande verfolgen würde und hoffentlich auch wohlwollend verfolgen kann. Aber wir sind nicht in der Situation, dass wir es selbst in der Hand haben, weiter nach vorne zu kommen. Wir sind auf andere angewiesen. Wir können nur unsere Aufgaben bewältigen. Das ist uns gegen Cottbus gelungen. Wir müssen warten, ob uns der eine oder andere Club noch helfen kann.

Frage: Die Fans sangen schon davon, dem nächsten Gegner Bayern München die Lederhosen auszuziehen?

Büskens: Ich glaube nicht, dass die Bayern in Lederhosen spielen. Aber es wäre auch respektlos, so etwas von unserer Seite zu behaupten.

Frage: Stimmt es, dass Sie noch nie in der Allianz Arena waren?

Büskens: Das stimmt, da war ich noch nie. Ich freue mich wie meine Jungs auf das Spiel und hoffe, dass wir ein gutes Ergebnis erzielen können.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski