Mit einem deutlichen Pflichtsieg hat die deutsche Nationalmannschaft Kurs auf die WM 2010 in Südafrika gehalten und fliegt als Tabellenführer zum Gruppen-Endspiel nach Russland. Der Vize-Europameister kam im drittletzten Qualifikationsspiel zu einem ungefährdeten 4:0 (1:0) gegen die von Ex-Bundestrainer Berti Vogts trainierte Auswahl Aserbaidschans und verteidigte damit vor dem Showdown am 10. Oktober in Moskau die Tabellenführung erfolgreich.

Die Russen gewannen in Wales 3:1, haben aber mit 21 Punkten einen Zähler weniger auf dem Konto. Den zweiten Platz und die Teilnahme an den Play-offs haben sowohl die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw als auch die Russen aber schon sicher, da sich Verfolger Finnland beim 1:1 in Liechtenstein blamierte. Ein Remis in Russland und ein abschließender Sieg gegen Finnland würde dem DFB-Team somit sicher zur direkten WM-Qualifikation reichen.

Klose mit "Doppelpack"

Den 30. Sieg im 43. Spiel unter Löw sicherten Kapitän Michael Ballack (14., Foulelfmeter), Miroslav Klose, der nach seiner Einwechslung zur Pause gleich zweimal erfolgreich (55./66.) war, und Lukas Podolski (71.). Für Ballack, der durch seinen 95. Länderspiel-Einsatz mit Karl-Heinz Rummenigge und Sepp Maier gleichzog, war es bereits der 42. Treffer im DFB-Trikot.

Klose erzielte im 91. Spiel sogar schon sein 46. und 47. Tor. Der in der Bundesliga-Saison noch trefferlose WM-Torschützenkönig von 2006 überholte in der ewigen Torjägerliste dadurch Rummenigge und zog mit Rudi Völler und Jürgen Klinsmann gleich. Podolski war im 66. Länderspiel bereits zum 34. Mal erfolgreich und steht nun gleichauf mit Ulf Kirsten.

DFB-Elf in Überzahl

Ab der 50. Minute agierte das DFB-Team in Überzahl. Aserbaidschans Spielführer Samir Abbassow, der mit einem Foul an Podolski bereits den Foulelfmeter vor dem 0:1 verschuldet hatte, sah wegen eines Fouls an Klose die Gelb-Rote Karte.

Aserbaidschan präsentierte sich leicht verbessert gegenüber dem 0:2 im Hinspiel in Baku, hat auch nach acht Spielen aber nur einen Punkt und ein Tor auf dem Konto. Das Team aus dem Kaukasus, in der Weltrangliste 135 Plätze hinter dem Vierten Deutschland angesiedelt, hatte am vergangenen Samstag beim 1:2 gegen Finnland sein erstes Tor in der WM-Qualifikation erzielt.

Friedrich muss passen

Beim 25. Länderspiel in Hannover zeigte die deutsche Nationalelf eine bis auf einen Durchhänger am Ende der ersten Halbezit ordentliche Leistung. Löw hatte seine Startelf im Gegensatz zum 2:0-Erfolg gegen WM-Gastgeber Südafrika am vergangenen Samstag in Leverkusen auf vier Positionen verändert. Neu in die Anfangsformation rückten Heiko Westermann und Per Mertesacker, die das Innenverteidiger-Pärchen bildeten, sowie Thomas Hitzlsperger und Podolski, der auf der linken Seite im Mittelfeld die erneut einzige Spitze Mario Gomez unterstützte.

Nicht zur Verfügung stand Verteidiger Arne Friedrich, der sich beim Aufwärmtraining am Vormittag eine Leistenzerrung zugezogen hatte. Für den Hertha-Kapitän, der ansonsten wohl an der Seite des gebürtigen Hannoveraners Mertesacker gespielt hätte, sprang Westermann ein. Ebenso wie Friedrich fehlten auch Marko Marin und Simon Rolfes, die das Match wie der Wolfsburger Christian Genter auf der Tribüne verfolgen mussten, und Serdar Tasci, der immerhin auf der Ersatzbank saß.

Ballack per Elfmeter

Wegen der mysteriösen Infektionskrankheit von Lokalmatador Robert Enke hütete erneut Rene Adler das Tor. Der Leverkusener bekam aber erst in der 37. Minute erstmals die Gelegenheit, sich auszuzeichnen, als er einen Schuss von von Mahir Schukurow parierte.

In der Anfangsphase waren die Gastgeber durchaus dominant. Podolski, Mesut Özil und Bastian Schweinsteiger vergaben bereits vor dem Führungstreffer gute Chancen. So war ein berechtigter Strafstoß zur Führung nötig war, den Ballack sicher verwandelte. Da nach einer knappen halben Stunde jedoch ein deutlicher Bruch im Spiel zu bemerken war, wurde das DFB-Team zur Pause mit lauten Pfiffen in die Kabine begleitet.

Doppelwechsel zur Pause

Löw reagierte und brachte zur Pause Klose für Gomez und Andreas Beck für Marcel Schäfer. Der Platzverweis für Aserbaidschans Kapitän spielte dem DFB-Team zudem in die Karten. Danach hatte Deutschland leichtes Spiel.

Nach schöner Vorlage von Philipp Lahm schoss sich Klose mit dem 2:0 aus der Krise, elf Minuten später legte er nach Vorlage von Andreas Beck aus spitzem Winkel nach. Podolski beseitigte schließlich die letzten Zweifel, als er nach Kopfball-Ablage von Ballack völlig freistehend zum 4:0 einschoss. Özil hatte die beiden letzten Tore entscheidend eingeleitet.