Köln - Seit Anfang 2014 unterstützt die DFL Deutsche Fußball Liga mit dem vom Ligaverband ins Leben gerufenen "Pool zur Förderung innovativer Fußball- und Fankultur", kurz PFiFF, zahlreiche Projekte an Standorten der Bundesliga und 2. Bundesliga. 500.000 Euro stellt der Pool pro Saison zur Verfügung.

Unter anderem ermöglichte PFiFF erfolgreiche Projekte wie das Braunschweiger "Aktionsjahr für Toleranz, Vielfalt und Respekt" oder half, die Faninitiative "Augsburg Calling" auszubauen. Um weitere beispielhafte Ideen zu bündeln und mitzuhelfen, sie in Projekte umzusetzen, lud die DFL am 21. April zur dritten PFiFF-Informationsveranstaltung nach Stuttgart.

"Wir möchten PFiFF in den Netzwerken des Fußballs noch bekannter machen", beschrieb Thomas Schneider, Leiter Fanangelegenheiten der DFL, eines der Ziele des Arbeitstreffens. Die Abteilung Fanangelegenheiten bearbeitet eingehende Anträge gemeinsam mit Prof. Dr. Werner Steffan, Britta Klose und Heijo de Vries von der Fachhochschule Potsdam und der ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur gGmbH (EXIT). Dabei ist der Ablauf völlig transparent, und auch das Ministerium für Inneres und Kommunales in Nordrhein-Westfalen kann als unabhängige Beobachterstelle für die Innenministerkonferenz jederzeit zu sämtlichen Anträgen seine Meinung äußern.

Fachhochschule Potsdam steht beratend zur Seite

Prof. Dr. Steffan erklärte den Teilnehmern in Stuttgart, worauf Antragssteller besonders achten müssen und versicherte, dass die Experten der Fachhochschule Potsdam bei der Umsetzung einer Vision gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen. "Die Öffentlichkeit konzentriert sich häufig auf die kleine Minderheit der Fans, die Probleme machen. Wir wollen mit PFiFF das breite Spektrum der Fanszene abbilden", so Steffan. Im Anschluss nahmen sich Schneider und Steffan viel Zeit für die Fragen der Teilnehmer.

Der Weg von PFiFF ist es nicht, nur mehr Geld für bestehende Strukturen zur Verfügung zu stellen. Es sollen neue Impulse gefördert werden. Dabei liegt ein großes Augenmerk auf dem Ausbau der Netzwerkarbeit. "Unser Anspruch ist es, die Zusammenarbeit der einzelnen Gruppen zu verstärken", betonte Schneider. Dabei sollen PFiFF-Projekte im optimalen Fall einen Schneeballeffekt erzeugen: "Die besten Ideen sind es wert, dass sie in die Fläche gehen", äußerte Schneider die Hoffnung, dass sich erfolgreiche Initiativen auch an anderen Standorten ausbreiten.

"Wir sorgen uns schon um die Zukunft"

Auch der Bereich der Frühprävention soll durch PFiFF weiter ausgebaut werden. Auf diesem Feld leisten die Kids-Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga bereits wertvolle Arbeit. Aus diesem Netzwerk erhofft sich Schneider für die Zukunft auch Ideen für PFiFF-Projekte. "Wir kümmern uns nicht nur darum, wo jetzt Ärger ist. Wir sorgen uns schon um die Zukunft", sagte Schneider.

Stefanie Thiele vom Schalker Kids-Club nahm an der Tagung teil und war äußerst zufrieden. "Die Veranstaltung hat die Hemmschwelle genommen, einen Antrag zu stellen." Als Thomas Schneider zum Abschluss fragte, von welchen Teilnehmern zeitnah ein Förderantrag auf seinem Tisch landen würde, meldete sich Thiele - genau wie mehrere weitere Teilnehmer. Auf das PFiFF-Team wird in den nächsten Wochen und Monaten einige Arbeit zukommen. Arbeit, die es sich von der Informationsveranstaltung erhofft hat.

Florian Reinecke