Köln - Miteinander statt übereinander Reden - dieses Ziel verfolgt das Projekt "Dialogförderung Polizei und Fußballfans" (DiPoFu) des 1 FC Heidenheim 1846 zusammen mit der in Heidenheim ansässigen Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) . Gefördert wird die Initiative mit 50.000 Euro aus dem "Pool zur Förderung innovativer Fußball- und Fankultur", kurz PFiFF, der Anfang 2014 vom Ligaverband ins Leben gerufen wurde. Kooperationspartner ist das Polizeipräsidium Ulm.

"Oft wollen Polizei und Fans dasselbe, verstehen sich aber nicht", erklärt Ulrich Auer, Soziologe und Kriminologe der DHBW und wissenschaftlicher Begleiter des Projekts. "DiPoFu" soll helfen, diese Kommunikationsprobleme zu überwinden. Im zweiten Schritt sollen dann gemeinsam Ideen entwickelt werden, wie die bestehende positive Fankultur weiter unterstützt werden kann.

Breite Befragung von Polizei und Fanszene

Zu Beginn des auf ein Jahr angelegten Projekts wird im Oktober 2015 eine Befragung von Polizisten aller Dienstgrade und Fans durchgeführt. Dadurch wird das "interne" Wissen im Bereich der Stadionsicherheit ermittelt und es werden Bereiche identifiziert, die aus Sicht der jeweiligen Gruppen Verbesserungspotenzial bergen. Dabei sollen Polizeibeamte auch auf ihre persönlichen Erfahrungen als Fußballfan zurückgreifen. Inhaltlich wird auch der Fanbeauftragte des 1. FC Heidenheim, Fabian Strauß, DiPoFu unterstützen.

Im Anschluss treffen sich Polizeivertreter zu Schulungsveranstaltungen, die einen Perspektivwechsel ermöglichen. Parallel wird es offene Gespräche mit Fanvertretern geben Das Verständnis zwischen Polizei und Fans soll so im Vorfeld verbessert und Vorurteile abgebaut werden. So wird der Rahmen für eine gemeinsame Veranstaltung geschaffen, die für Mitte April 2016 anberaumt ist. Sensibilisiert für die Bedürfnisse des Gegenübers sollen gemeinsame Aktionen entwickelt und umgesetzt werden.

Vorbildcharakter für andere Standorte

"Wir erwarten spannende Ergebnisse", freut sich Ulrich Auer auf die gemeinsame Arbeit mit Polizei und Fans. Essenziell für ein erfolgreiches Projekt ist die Bereitschaft von Polizei und Fans, freiwillig an einer Erhaltung und Förderung von positiver Fankultur mitzuwirken. Und die Signale aller Beteiligten sind ermutigend.

Nach dem Abschluss von DiPoFu soll aus den gesammelten Erfahrungen ein Methodenhandbuch entwickelt werden, damit andere Standorte ebenfalls von den Ergebnissen profitieren können. So wird gewährleistet, dass das Projekt das Stadionerlebnis aller Beteiligten nicht nur kurzfristig lokal, sondern auch nachhaltig und überregional beeinflusst. Damit Polizei und Fans bundesweit nicht nur dieselben Ziele verfolgen, sondern sich auch besser verstehen.

Florian Reinecke