München - Bislang gingen Transfers unter Beteiligung von Bayer 04 Leverkusen und dem AS Rom nur in eine Richtung. Die Brasilianer Emerson und Juan wechselten 2000 bzw. 2007 aus dem Rheinland zur Roma, wo auch der jetzige Bayer-Sportdirektor Rudi Völler seine besten Jahre verbrachte. Jetzt geht der junge Kroate Tin Jedvaj den umgekehrten Weg.

Weil die Entwicklung des 18 Jahre alten Innenverteidigers in Italien zuletzt nicht so voranschritt wie erhofft, erhielt Bayer die Chance und griff zu. In den kommenden zwei Jahren spielt Jedvaj auf Leihbasis in Leverkusen. Eingefädelt wurde der Deal - wie könnte es anders sein - von einem Ex-Römer: Völler.

Blitzstart in Zagreb

"Tin Jedvaj ist ein großes Talent, das wir schon länger beobachtet haben. Wir hoffen, dass er bei uns den nächsten Schritt machen wird", formulierte Völler seine Erwartungen in Jedvaj, der beim AS Rom in der vergangenen Saison nur auf zwei Einsätze in der Serie A kam. Deshalb sucht der Teenager sein Glück in Leverkusen. "Für junge Spieler ist der Verein ideal", sagte Jedvaj, der auch als Rechtsverteidiger oder vor der Viererkette spielen kann.

Und kroatische Spieler in Leverkusen haben durchaus Tradition. Die Kovac-Brüder Niko und Robert, Jurica Vranjes, Marko Babic, Boris Zivkovic und Zoran Mamic - aktuell Sportdirektor und Interimstrainer bei Jedvajs Heimatverein Dinamo Zagreb - kickten beispielsweise schon unterm Bayer-Kreuz. Mit Torhüter Dario Kresic steht bereits ein Landsmann von Jedvaj unter Vertrag. Auch Neuzugang Josip Drmic hat kroatische Wurzeln und könnte bei der Integration ebenso helfen wie der ebenfalls serbo-kroatisch sprechende Bosnier Emir Spahic. Dann könnte Jedvajs Karriere in Leverkusen vielleicht wieder ein ähnliches Tempo aufnehmen wie 2013. Im Februar des Vorjahres debütierte der damals erst 17-Jährige für Serienmeister Zagreb. Nach 13 Einsätzen ging es bereits nach Italien.

Bayer hat Trümpfe in der Hand

In Rom kam Jedvaj zwar kaum zu Einsätzen, lernte jedoch einiges - beispielsweise über seinen künftigen Chef. "Herr Völler ist eine große Persönlichkeit, beim AS Rom ist er ein Held."

Er hofft dabei wohl, dass man in Leverkusen bald Ähnliches über ihn erzählen wird. Dann hätte Bayer alle Trümpfe in der Hand. Völler hat mit seinem Ex-Club nämlich ein Vorkaufsrecht vereinbart.

Christoph Gailer