München - Mit dem Image des Pechvogels muss Fin Bartels erst einmal Vorlieb nehmen. Schon vier Abstiege stehen in der Vita des 27 Jahre alten Flügelspielers, der für Holstein Kiel, Hansa Rostock und zuletzt St. Pauli auflief. Bartels tauscht im Sommer die Elbe gegen die Weser, wechselt vom Hamburger Kultclub St. Pauli zum SV Werder Bremen. Die Grün-Weißen setzen auf die Vielseitigkeit und die Spielstärke Bartels'. Dessen unglücklicher Fußballer-Lebenslauf spielt definitiv keine Rolle. 

Sportchef Thomas Eichin ist sich sicher: "Fin ist ein norddeutscher Spieler mit Erstligaerfahrung. Er wird bei uns keine Eingewöhnungszeit brauchen und passt mit seinen Qualitäten hervorragend in unser Team."

Zwei echte Neuzugänge

Bartels ist neben Innenverteidiger Alejandro Galvez (Porträt), der vom spanischen Erstligisten Rayo Vallecano zu den Norddeutschen wechselt, der zweite echte Neuzugang des SVW für die kommende Saison und hat sich bis Sommer 2017 an Bremen gebunden. Sehr zur Freude seines neuen Trainers Robin Dutt, der ins Schwärmen gerät: "Es war nicht so einfach, ihn von St. Pauli wegzubekommen. Er gehört sicherlich zu den besten Offensivspielern der 2. Bundesliga." 

Bartels' großer Trumpf ist seine Vielseitigkeit. Der gebürtige Kieler kann in der offensiven Dreierreihe hinter der Spitze auf jeder Position spielen. St. Paulis Trainer Roland Vrabec schulte Bartels sogar um und bot ihn als Stürmer auf. Mit Erfolg: Nach einer Schwächephase im Sommer 2013 blühte der 1,76 Meter große Offensivmann im Herbst richtig auf und überzeugte in insgesamt 27 Partien mit sieben Toren und fünf Vorlagen. 

Bartels: "Eine große Ehre für mich" 

Starke Leistungen, die die Begehrlichkeiten Werders weckten und schließlich zum Wechsel führten. "Jeder weiß, dass ich mich beim FC St. Pauli pudelwohl fühle und dem Club viel zu verdanken habe. Aber ich bin Sportler und möchte die Perspektive, die mir Werder in der Bundesliga bietet, nutzen und habe mich deshalb zu diesem Schritt entschieden", erklärte Bartels. "Es ist ein Traum, wieder in der Bundesliga zu spielen und dann auch noch für einen Verein wie Werder Bremen. Das ist eine große Ehre für mich und macht mich stolz."

Werder reagiert mit der Verpflichtung des 27-Jährigen auch auf den personellen Engpass auf den Außenbahnen. Im grün-weißen Kader stehen in Eljero Elia, Özkan Yildirim und Martin Kobylanski bislang nur drei echte Flügelstürmer. Mit Bartels ist eine weitere Option hinzugekommen. 

David Schmidt