Für beide Teams ist es die letzte Chance, eine enttäuschende Bundesliga-Saison noch zu retten - und zwar im DFB-Pokalfinale, wo Bayer Leverkusen auf Werder Bremen (Sa., ab 19:45 Uhr im Live-Ticker) trifft. Der Sieger des Endspiels in Berlin qualifiziert sich auf den letzten Drücker noch für die UEFA Europa League.

Man kann wohl durchaus von einem Mittelfeld-Duell auf Augenhöhe sprechen, schließlich sind Leverkusen (Platz 9, 49 Punkte) und Bremen (Platz 10, 45 Punkte) nach 34 Bundesliga-Spieltagen Tabellennachbarn. Andererseits setzten beide Teams aber auch Ausrufezeichen im nationalen Pokalwettbewerb. So schaltete Bayer den FC Bayern mit 4:2 im Viertelfinale aus, Werder setzte sich in derselben Runde mit 5:2 in Wolfsburg durch.

Aber wer hat nun in den letzten 90 Minuten der Saison die Nase vorn? bundesliga.de hat vor dem Finale im Olympiastadion die Schlüsselspieler beider Vereine unter die Daten-Lupe genommen.

Adler gegen Wiese: Unentschieden

Mit drei gehaltenen Elfmetern brachte Tim Wiese die Bremer beim Halbfinalspiel in Hamburg ins Finale. Beide Keeper haben in der Bundesliga allerdings eine durchwachsene Saison hinter sich: Rene Adler wehrte 70 Prozent der Schüsse auf seinen Kasten ab (2007/08: 75 Prozent). Wiese parierte 60 Prozent der Bälle auf sein Tor - in der Vorsaison waren es noch 66 Prozent. Weder der Leverkusener Keeper noch der Bremer Schlussmann konnten der insgesamt enttäuschenden Bundesliga-Spielzeit ihrer Clubs auf Entscheidendes entgegensetzen.

Friedrich gegen Naldo: Vorteil Bremen

Kein Abwehrspieler gab in der vergangenen Bundesliga-Saison so viele Torschüsse ab wie Naldo (58). Manuel Friedrich kam lediglich 16 Mal zum Abschluss. Das Ergebnis aber war dasselbe: Beide kommen auf drei Saisontore. Friedrich traf jeweils im Anschluss an eine Ecke, ein Mal auch gegen Werder. Bei der Passquote (88:84 Prozent), den Ballkontakten (66:59) sowie der Zweikampfbilanz (64:62 Prozent) liegt Naldo jeweils leicht vorne. Der Bremer foult seltener (im Schnitt alle 92 Minuten) als Friedrich (75 Minuten) und wurde dementsprechend auch seltener verwarnt (3 Gelbe Karten gegenüber 5 Verwarnungen).

Rolfes gegen Frings: Unentschieden

Torsten Frings war im Schnitt alle 365 Spielminuten an einem Tor beteiligt, Simon Rolfes nur alle 495 Zeigerumdrehungen. Der Bremer hat außerdem mehr Ballkontakte (81:71) und eine bessere Passquote (85:81 Prozent) als der Leverkusener. Im Zweikampf hat der Bayer-Kapitän aber Vorteile: Er gewann 55 Prozent seiner Duelle am Ball, Frings 51 Prozent. Während der "Lutscher" mittels Flanken und Ecken erheblich mehr ins Offensivspiel eingreift, leistet Rolfes deutlich mehr Abwehrarbeit (mehr abgeblockte, herausgeschlagene/-geköpfte und abgefangene Bälle).

Renato Augusto gegen Diego: Vorteil Bremen

Mit zwölf Treffern war Diego torgefährlichster Mittelfeldspieler der Liga. Er wurde ligaweit am häufigsten gefoult (im Schnitt alle 19 Minuten). Da kam Renato Augusto besser weg - er wurde nur alle 41 Minuten unfair gestoppt. Ligaweit waren nur zwei Spieler häufiger an einem Torschuss beteiligt als Diego (im Schnitt alle 14 Minuten). Bayers Brasilianer brauchte für eine Torschussbeteiligung im Schnitt fast zehn Minuten länger. Diego hat mehr Ballkontakte (83:68), eine bessere Passquote (82:76 Prozent) und eine bessere Zweikampfbilanz (51:47 Prozent). Renato Augusto startet mehr Dribblings (113:66) und ist deutlich stärker in die Defensivarbeit eingebunden - so fing er acht Mal so viele Bälle ab wie Diego.

Helmes gegen Pizarro: Vorteil Bremen

Patrick Helmes kam an allen 34 Spieltagen zum Einsatz, wurde aber 17 Mal vorzeitig vom Platz genommen. Ligaweit kommt er am zweithäufigsten zum Abschluss - im Schnitt gibt er alle 20 Minuten einen Torschuss ab. Claudio Pizarro braucht 4,5 Minuten länger. Die Chancenverwertung des Bremers ist mit 22 Prozent besser als die von Helmes (18 Prozent). "Pizza" hat pro Spiel im Schnitt 20 Ballkontakte mehr als Helmes (54:34) und ist außerdem der bessere Zweikämpfer: Er gewann 41 Prozent seiner Duelle am Ball, Helmes nur 30 Prozent. Der Peruaner ist auch der stärkere Dribbler - 65 Prozent seiner Sololäufe schloss er erfolgreich ab (Helmes nur 26 Prozent).